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Lechkanäle

Meist künstlich angelegte Gewässer innerhalb des Stadtgebiets von Augsburg, die industriell genutzt wurden.

Allgemeines

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Im heutigen Augsburger Stadtgebiet legt der Lech etwa 20 Kilometer hinter sich. Neben der Wertach wurde der Lech schon früh als Energieträger genutzt. Die Wasserkraft bezeichnete man früher als "weiße Kohle". Gerade in Augsburg war sie für die industrielle und gewerbliche Entwicklung von großer Bedeutung. Und um die Wasserkraft des Lechs zu nutzen, legte man im Stadtgebiet die Lechkanäle an. Es sind 29 an der Zahl mit einer Gesamtlänge von 77,7 Kilometern.

Auch für den Transport von Gütern mittels der Flößerei? zwischen dem Lech und der Stadt waren die Lechkanäle wichtig. Außerdem waren die Lechkanäle für viele Handwerke (Färberei?, Kürschnerei?, Gerberei? etc.) der ideale Niederlassungsort. Die billige Wasserkraft förderte vor allem das Handwerk der rund 2000 Weber? in der Stadt des 14. Jahrhunderts, aus der die Fugger hervorgingen. Rund um die Lechkanäle entstand so das Augsburger Lechviertel?. Kein Wunder, dass sie den Fußgänger hier immer begleiten.

Geschichte

Nicht wenige Lechkanäle haben ihren frühen Ursprung in alten Flussrinnsalen, zum überwiegenden Teil aber sind sie auf eine künstliche Anlage zurückzuführen.

Schon im 10. Jahrhundert ist der Vordere Lech? mit vier Mühlen nachweisbar. Im Jahre 1276 zählte man in Augsburg fünf Lechkanäle mit zehn Mühlen. Die Mühlendichte stieg im 14. Jahrhundert auf 14 an.

Im Jahr 1761 erfahren wir aus Schriften des Stadtbrunnenmeisters Caspar Walter?, dass es 93 Wasserkraftwerke mit 163 Wasserrädern und 63 Mühlen in Augsburg gab.

Wurde die Wasserkraft noch bis Ende des 18. Jahrhunderts durch Wasserräder nutzbar gemacht, setzten sich im 19. Jahrhundert Wasserturbinen durch, mit denen man die Wasserkraft in mechanische Energie umwandelte. Im 20. Jahrhundert setzte man mehr und mehr Turbinengeneratoren zur Stromerzeugung ein.

Bevor man im Jahr 1910 die Schwemmkanalisation in Augsburg baute, dienten die Lechkanäle auch als probates Mittel, um Abwässer und Abfall zu beseitigen.

Ab den 30er bis in die 60er Jahren baute man die Lechkanäle zu, versteckte sie, wo es ging. Im Rahmen der Augsburger Altstadtsanierung wurden jedoch viele Lechkanäle wieder aufgedeckt und in ihren alten Zustand versetzt. Ein Glück: So hat die Altstadt? ihr romantisches Flair wieder gewonnen. Mit den aufgedeckten Kanälen kehrten auch die Brücken wieder nach Augsburg zurück. Manche meinen, Augsburg habe inzwischen mehr Brücken als Venedig.

Einzelne Lechkanäle

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Es gibt zwei Lechanstiche auf der linken Seite, deren Hauptfließrichtung von Süden nach Norden verläuft und die schon recht alt sind: der Lochbach und der Hauptstadtbach?.

Der Lochbach bekam im 17. Jahrhundert die Funktion, den Brunnenbach? und den Brunnenlech? zu verstärken. Heute leitet man ihn aus der Lechstaustufe 22? bei Unterbergen ab und nutzt ihn als Industriekanal. Er hat eine Fließgeschwindigkeit von 3 Kubikmetern pro Sekunde, sein Geländeabfall beträgt etwa 2,8 Prozent auf einen Kilometer und er erbringt ca. 70 kW an Leistung. In der Augsburger Altstadt? bezeichnet man ihn als Vorderen Lech?. Früher lagen an ihm die Stadtmühlen?. Sein Wasser fließt in den Stadtbach?.

Der Hauptstadtbach? hat eine Fließgeschwindigkeit von 36 Kubikmetern und wird am Hochablaß abgeleitet. Das Stadtviertel Spickel? wird von ihm als Eiskanal und als Neubach umflossen. Am Damaschkeplatz? teilt er sich in den Herrenbach? und den Kaufbach?. Der Herrenbach? hat eine Fließgeschwindigkeit von 24 Kubikmetern pro Sekunde, der Kaufbach? eine von 12. Der Herrenbach? teilt sich bei der Reichenberger Straße? in den Hanreibach? und den Proviantbach?. Zwischen diesen Kanälen und dem westlichen Strang des Kaufbachs? sind unzählige namenlose Verzweigungen zu finden, die industriell genutzt wurden oder werden. Der Kaufbach? fließt durch den Osten der Altstadt? und nimmt den Vorderen Lech? und vom Stadtgraben ausgehende Bäche auf, bevor sich im Norden der Stadt in der Wolfzahnau? alle Kanäle wieder vereinigen und in den Lech zurückfließen.

Weblinks

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