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Lang, Joachim

ein Stuttgarter Fernsehjournalist, der in Augsburg 2009 die Brechtnacht organisierte und im Jahr 2010 Leiter des Brechtfestival Augsburg wurde.

Leben und Wirken

Joachim Lang wurde 1959 in Spraitbach geboren. An den Universitäten Heidelberg und Stuttgart studierte er Germanistik und Geschichte.

1986 begann er bei SDR als Redakteur, Regisseur und Autor zu arbeiten. Später wechselte er zum SWR. Beim Fernsehen setzte er Dokumentarfilme und Features um und führte Regie bei Magazinen, Shows und Live-Events.

1991 wurde er Redaktionsleiter für die 26-teilige ARD-Serie „Das war einmal... Die Zeitgeistrevue mit Alfred Adabei“. In den folgenden Jahren realisierte er Kulturfeatures und Dokumentationen.

1996 erfand und entwickelte er den Tigerenten Club. Für die ARD produzierte Lang Filme, Reihen und Sendungen wie „Die Kunst zu leben“, „Lieder und Zeiten“, „Schön war die Zeit. Das Jahrhundert und seine Schlager“ und „Jud Süß. Ein Film als Verbrechen?“.

Auch für das französische Fernsehen arbeitete er als Autor und Regisseur bei der preisgekrönten Produktion „L’air du temps“ und bei Filmen für die Reihe „Un siècle des écrivains“.

2012 schrieb, unterstützt von Kai Hafemeister, das Drehbuch zu dem Film "George" über den Schauspieler Heinrich George. Er war Wegbegleiter von Bertolt Brecht und Erwin Piscator. In der Weimarer Republik war George noch Kommunist, doch ab 1933 spielte er für die Nazis, auch in Filmen wie "Jud Süß" oder "Kolberg". Deshalb internierten ihn die Russen im ehemaligen KZ Sachsenhausen (Speziallager 7), wo er 1946 an Entkräftung starb. Mit seinem Skript überzeugte Joachim Lang den Sohn von Heinrich George, Götz "Schimanski" George, seinen Vater zu spielen. Das war ihm im Gegensatz zu anderen Regisseuren dadurch gelungen, dass er nicht einfach nur eine Vater-Sohn-Beziehung inszenierte, sondern die Wechselwirkung von Diktatur und Kunst in den Mittelpunkt seines Films rückte.

In der Brechtszene hat Joachim Lang einen guten Ruf und ist gut vernetzt mit Filmschaffenden, Fernsehmachern und Kulturveranstaltern. In Sachen Brecht sei er ein Aufklärer gängiger Vorurteile und Klischees, wie das Filmportal kino-zeit.de meint. Sein Credo: Brecht müsse nach der politisch-ideologischen Einordnung während des Kalten Krieges neu entdeckt werden. Das Bild von Brecht sei zu korrigieren. Lange Zeit sei er als Frauenverschlinger und Kommunist gesehen worden, auch in seiner Heimatstadt Augsburg. Dabei sei er Universalist und behauptete, Kunst müsse Spaß machen, solle zur Lebenskunst beitragen.

Seine Arbeiten wurden mit den wichtigsten Film- und Fernsehpreisen ausgezeichnet: Deutsch-französischer Journalistenpreis, Bayerischer Fernsehpreis, Goldener Löwe, Goldener Telix, Emil, Goldener Spatz, Medienpreis Entwicklungspolitik u.a.

Leiter des Brechtfestivals Augsburg

Schon während seines Studiums beschäftigte sich Joachim Lang mit Bertolt Brecht. In seiner Magisterarbeit untersuchte er Brechts „Kriegsfibel“ und zum 100. Geburtstag Brechts realisierte er 1998 die fünfteilige Dokumentation „Denken heißt verändern“ für ARD und ARTE und arbeitete im Führungsteam der großen 3SAT-Werkschau „alles was Brecht ist“. In seiner Dissertation „Episches Theater als Film“ beschäftigt er sich mit der Verfilmung von Literatur, besonders Bühnenstücken Bertolt Brechts.

Zum 50. Todestag Brechts 2006 organisierte er ein großes Porträt für ARD und ARTE, er konzeptionierte und gestaltete zusammen mit Claus Peymann die Brecht-Gala „Ungeheuer oben“ am Berliner Ensemble und führte die Fernsehregie für die ARD.

Neben dem Brechtfestival Augsburg arbeitet Joachim Lang als Redaktions- und Projektleiter in der Hauptabteilung Kultur und als Stiftungsdozent des SWR an der Filmakademie und der Akademie für Darstellende Kunst in Ludwigsburg.

"Brecht war kein trockener Ideologe, sondern wollte mit seiner provokanten Kunst unterhalten." Dies ist Joachim Langs Motto, unter dem er die verschiedenen Veranstaltungen des Brechtfestivals Augsburg inszeniert.

Joachim Lang interessierte sich schon immer für die 1930er und 1940er Jahre und ihre künstlerische Experimente sowie ihre Auswirkungen auf die Gegenwart. In diesem Zusammenhang ist Bertolt Brecht für ihn einer der wichtigsten Künstler.

2010 gelang es Joachim Lang zum ersten Mal, das von Bert Brecht gegründete Berliner Ensemble nach Augsburg zu holen. Allerdings waren die finanziellen Voraussetzungen für Augsburg als Stadt des Brechtfestivals schwierig. Angesichts der Möglichkeiten war das Festival unterfinanziert.

Weblinks


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