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Landkreis Aichach-Friedberg

ein östlich von Augsburg gelegener Nachbarlandkreis

Allgemeines

Entstanden ist der Landkreis Aichach-Friedberg durch die Neugliederungsverordnung vom 27. Dezember 1971 und die anschließende bayerische Gebietsreform vom 1. Juli 1972. Damals wurden die oberbayerischen? Landkreise Aichach und der bayerisch-schwäbische Landkreis Friedberg zusammengelegt. Dazu kamen noch Gemeinden aus den Landkreisen Fürstenfeldbruck, Neuburg? und Schrobenhausen?. Diese Neuzusammenstellung des Landkreises Aichach-Friedberg zog sich bis 1. Mai 1978 hin. Seitdem hat der Landkreis 23 Städte, Märkte und Gemeinden.

Der Landkreis Aichach-Friedberg nennt sich gern „Wiege Altbaierns?“, denn hier finden sich die Wurzeln des bayerischen Königshauses der Wittelsbacher. Bei Aichach liegt in Oberwittelsbach die Burg Wittelsbach?, die dem tausendjährigen Herrschergeschlecht der Bayern den Namen gab. Deshalb ist der Landkreis Aichach-Friedberg auch unter der Bezeichnung Wittelsbacher Land bekannt.

Der Landkreis Aichach-Friedberg liegt im Städtedreieck München – Augsburg – Ingolstadt und damit zentral im Südwesten Bayerns. Er hat etwa 130.000 Einwohner, eine Gebietsgröße von 780 Quadratkilometer, 21 Gemeinden und zwei Städte. Hauptverkehrsverbindungen sind die Autobahn A 8 sowie die Bundesstraßen B 2 und B 300. Dazu kommen die Bahnlinien Ingolstadt – Augsburg und Augsburg – München.

Geschichte

Ab dem 7. Jahrhundert besiedeln die Bajuwaren? das heutige Landkreisgebiet von Aichach-Friedberg bis zum Lech, der damals die Grenze zwischen dem alamanischen und bajuwarischen Sprachraum darstellte.

782 wird als erster Landkreisort „Adalhelmeshusir“ urkundlich erwähnt, das heutige Adelzhausen.

939 taucht Aichach in einer Urkunde der Grafen von Scheyern-Wittelsbach? auf und 1011 gründete Graf Adalbero das Kloster Kühbach.

1116 erlangen die Wittelsbacher die Pfalzgrafschaft und 1126 baute der Pfalzgraf Otto IV. zusätzlich zu seiner Burg in Oberwittelsbach im Südwesten von Aichach ein Stadtschloss.

1180 wurde Otto V. von Wittelsbach Herzog und nannte sich fortan Otto I.

1208 tötete der Pfalzgraf Otto VIII. von Wittelsbach in Bamberg? den damaligen deutschen König Phillipp von Schwaben. Daraufhin fielen seine Besitztümer an seinen Vetter, den bayerischen Herzog Ludwig I. und seine Burg Wittelsbach? schleifte man. Zwei Jahre später schenkte Herzog Ludwig I. der Kelheimer dem Deutschen Orden pfalzgräflichen Besitz und die Pfarrkirche von Aichach.

1235 wurde Aichach vermutlich zur Stadt erhoben.

1257 begannen Herzog Ludwig II. der Strenge und sein Neffe Konradin, der König von Jerusalem und Sizilien, die Burg „Vriedberc“ (Friedberg) zu bauen und schon 1264 gründete Ludwig II. der Strenge die Stadt Friedberg, was die Stadtgründungsurkunde zeigt. Bereits 1269 zerstörten die Augsburger Friedberg ein erstes Mal, doch bereits ein Jahr später erhielt die Stadt das Salzstapelrecht.

1347 erhielt Aichach durch Kaiser Ludwig den Bayern Privilegien und Stadtrechte „wie sie München besaß, außerdem das Rechtsbuch der Stadt München.

1384 verlegte der Deutsche Orden seinen Sitz von Aichach nach Blumenthal? und 1392 sind Aindling?, Inchenhofen und Kühbach erstmals urkundlich als Märkte erwähnt.

1393 erfolgte die dritte Teilung Altbaierns?. Daraus ging das Herzogtum Bayern-Ingolstadt? hervor, zu dem Friedberg und Aichach geschlagen wurden.

1404 ließ Ludwig der Gebartete Friedberg zu einer starken Festung ausbauen und verlieh der Stadt ein neues Stadtrecht. Das führt 1414 zur Erhebung der Stadt als Hauptort eines eigenen Landgerichts.

1420 wurde das Aichacher Land stark zerstört und 1447 fielen Aichach und Friedberg an das Herzogtum Bayern-Landshut?.

1502 schloss sich Aichach im so genannten Landshuter Erbfolgekrieg? an die Herzöge in München an. 1504 residierte Maximilian I.? in Aichach und beriet über das eingegangene Herzogtum Bayern-Landshut?.

1599 wütete die Pest so stark in Friedberg, dass die Stadt etwa ein Drittel ihrer Bevölkerung verlor.

1632 zerstörte der Dreißigjährige Krieg das Aichacher Land: Sowohl Aichach wie Friedberg wurden fast völlig zerstört. 1646 folgten in Aichach erneut Kriegszerstörungen.

1702 verheerte der Spanische Erbfolgekrieg? das Aichacher Land, 1745 verwüstete der Österreichische Erbfolgekrieg? die Gegend.

1817 fiel das Aichacher Land an den Oberdonaukreis? und 1838 kam der Landkreis unter König Ludwig I. zu Oberbayern?.

1875 baute man die Paartalbahn? von Augsburg nach Ingolstadt.

1944 ordneten die Nationalsozialisten? den Landkreis dem Regierungsbezirk Schwaben zu. Diese Zuordnung wurde 1950 durch eine Volksabstimmung im Landkreis bestätigt.

Im April 2013 erreichte die Arbeitslosenquote im Landkreis Aichach-Friedberg 3,2 Prozent, was praktisch Vollbeschäftigung bedeutete.

Details

Geologie

Der Landkreis Aichach-Friedberg liegt im so genannten Donau-Isar-Hügelland?. Erdgeschichtlich geht dieses Gebiet auf die Zeit vor etwa 15 Mio. Jahren zurück (jüngere Tertiärzeit). Damals falteten sich die Alpen auf und im Gebiet des heutigen Landkreises Aichach-Friedberg füllten sich die Mulden zwischen den Hügeln mit Süßwasser, das im Lauf der Zeit verdunstete und kalkhaltige Tone wie Mergel, Letten, Glimmer und feinkörnigen Sand zurückließ.

Topographie

Der Landkreis Aichach-Friedberg ist im Westen vom Lechtal? mit Resten von Auenwäldern geprägt, im Osten von Hügelland und auch im Süden geht das Lechtal? in ein leicht ansteigendes Hügelland über (ab Mering). Der Anstieg in das Hügelland geht ab Kissing etwas steiler voran, weil hier die Lechleite? eine Steilterrasse bildet, unterbrochen nur von einigen kleineren Bächen, die in hier in das Lechtal? eintreten. Im Osten der Lechleite? ist die Hügellandschaft von Tälern der Paar?, der Weilach? und der Ecknach? durchzogen, während im Norden bei Pöttmes das Donaumoos? anschließt. Dort liegt der tiefste Punkt des Landkreises Aichach-Friedberg (391 Meter über Meereshöhe), während der höchste Punkt im Süden bei Hofhegnenberg? lokalisiert ist (567 Meter über Meereshöhe).

Von Nord nach Süd dehnt sich der Landkreis über eine Länge von 48 Kilometer, von Westen nach Osten über eine Länge von 32 Kilometer. Der Landkreissitz befindet sich in Aichach. Von dort sind es 17 Kilometer nach Friedberg, 25 Kilometer nach Augsburg, 50 Kilometer nach München und ebenfalls 50 Kilometer nach Ingolstadt. Westlich grenzt der Landkreis direkt an die Stadt Augsburg.

Früher war der Lech die Grenze der Regierungsbezirke Schwaben und Oberbayern, heute ist er nur noch Landkreisgrenze.

Landkreisorte

Städte

Märkte

Verwaltungsgemeinschaften

Gemeinden

Klima

Während im Norden und Nordosten durch die Donauniederung kontinentales Klima zu spüren ist, ist das südliche Landkreisklima voralpin.

  • Mittlere Jahrestemperatur: etwa 7 Grad Celsius
  • Mittlere Niederschlagsmenge: etwa 750 Millimeter

Verkehr

Bahnlinien im Landkreis Aichach-Friedberg: Augsburg – München (mit Mering) / Augsburg – Ingolstadt) (mit Friedberg, Dasing und Aichach) / MeringAmmersee

Straßen A 8 west-östlich / B 2 von Augsburg nach Fürstenfeldbruck? / B 300 von Augsburg nach Ingolstadt über Friedberg, Dasing und Aichach

Natur

Bei Rehling liegt das größte Taglilienfeld? Mitteleuropas.

Freizeit und Tourismus

Ein besonderes Merkmal des Landkreises Aichach-Friedberg sind die vielen Badeseen, die Wassersportlern vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bringen:

In dem sanften Hügelland des Landkreises Aichach-Friedberg findet sich ein Netz von gepflegten Radwegen und ausgeschilderten Touren. So führt der Paartalwanderweg? durch naturnahe Flusslandschaften. Erholung und spirituelle Begleitung können Wanderer und Pilger auf dem Jakobusweg zwischen Schrobenhausen? und Friedberg erfahren. Zur Entdeckungsreise durch ursprüngliche Gegenden lädt der Altbaierische Oxenweg ein.

Touristische Highlights sind u. a.:

Wappen

Das Landkreis-Wappen berücksichtigt die beiden früheren Kreisgebiete, die 1972 zusammenwuchsen. Unter dem Schildhaupt mit den bayerischen Rauten gespalten von Silber und Rot; vorne ein grünes Eichenblatt, hinten ein goldenes Ulrichskreuz?. Das Eichenblatt steht für den Altlandkreis Aichach, das Ulrichskreuz? für den Altkreis Friedberg und die Verbindungen zu dem Hochstift Augsburg?. Die bayerischen Rauten sind Symbol für die Stammburg der Wittelsbacher in Wittelsbach? bei Aichach, die zum altbairischen? Kultur- und Sprachraum gehört.

Weblinks


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