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La Piazza

Ein Augsburger "Festival freier Theaterkunst", das früher jedes Jahr zwei Wochen lang die Augsburger Altstadt? verwandelte.

Allgemeines

Das Motto von La Piazza hieß "Kultur für alle" - ganz im Sinn des in den 1970er und 1980er Jahren erweiterten Kunst- bzw. Kulturbegriffs. Dazu bildete die Altstadt? von Augsburg die Kulisse.

La Piazza entwickelte sich zu einem Treffpunkt von Straßenkünstlern, Akrobaten, Gauklern, Schauspielern und anderen Kleinkünstlern. Auf Straßen und Plätzen breiteten sich in der Altstadt? Varieté, Comedy, Performance, Musiktheater und Schauspiel aus. Das international bekannte Theater- und Kleinkunst-Festival hatte sich fest im Augsburger Kulturleben etabliert und wurde viele Jahre vom Kulturhaus Kresslesmühle Ende Juli und Anfang August organisiert. Finanzprobleme belasteten La Piazza Zeit seines Bestehens. Zwei Jahrzehnte war damit street art oder l‘art de la rue ein Bestandteil der Augsburger Kulturpolitik.

Eingestellt wurde La Piazza aus Geldmangel und der Erkenntnis des Veranstalters, dass street art, urbanes Theater und darstellende Kunst im öffentlichen Raum in Deutschlang nur im Kontext von Stadtfesten, als Mittel eines kurzfristigen Stadtmarketings? instrumentalisiert betrieben werden, aber nicht als eigenständiges künstlerisches Genre verstanden werden.

Geschichte

Schon in den frühen 1970er Jahren beschäftigte sich die Kresslesmühle mit Kulturpolitik und wollte Bürger motivieren, eine offene Stadtgesellschaft? mitzugestalten. Deshalb kooperierte man in der damaligen Bürgeraktion 12? und veranstaltete beliebte Feste in der Altstadt? von Augsburg. Ziele dieser Altstadtfeste waren die Hebung der Lebensqualität, die Förderung von Kommunikation und Partizipation und die Identifizierung der Menschen mit "ihrer" Stadt.

Das erste La Piazza fand 1985 im Umfeld der 2000-Jahr-Feier Augsburgs statt und hatte seinen Ursprung in den zuvor schon veranstalteten Altstadtfesten. Nach und nach wurde das Festival immer größer. Nun änderte der Veranstalter das Konzept und baute La Piazza zu einem Straßen-Theater-Festival aus.

Im Editorial zu La Piazza 1998 war zu lesen: "Nötiger denn je braucht die City kulturelle Ereignisse. ‘La Piazza’ ist City-Management mit kulturellem Niveau. Während ‘La Piazza’ zeigt sich Augsburg als moderne, dynamische Stadt, in der in einer offenen Atmosphäre zeitgenössische Stadtkultur in ihrer ganzen Vielfalt genossen werden kann. Man erlebt Augsburg als internationalen Standort, wo die Kulturen der Welt zuhause sind und sich gegenseitig befruchten. ‘La Piazza’ verbindet die städtebauliche Tradition Augsburgs, den innerstädtischen Rhythmus heutiger Metropolen und die modernen Vergnügungen der Erlebnisgesellschaft zu einer vitalen und sinnstiftenden Urbanität, die den Blick in die Zukunft der Stadt eröffnet."

2004 kündigte der programmverantwortliche Geschäftsführer der Kresslesmühle an, dass La Piazza eingestellt wird. In einer Pressemitteilung von Reiner Erben vom Juli 2010 heißt es dazu: "Damals und auch in der Folge hat er immer wieder, mündlich und schriftlich, eindeutig festgestellt, Grund für diesen Entschluss seien nicht die Finanzen, sondern die inhaltliche Neuorientierung der Kresslesmühle in Richtung `Interkulturelle Kultur- und Bildungsarbeit´. 20 Jahre La Piazza seien genug, das Format sei ausgereizt. So steht es auch in einem Schreiben der Kresslesmühle an die damalige Bürgermeisterin Leipprand, das der Grünen Stadtratsfraktion in Kopie von Hans-Joachim Ruile weitergeleitet wurde. Die Einstellung von La Piazza erfolgte, obwohl der Projektzuschuss für das Festival in den Jahren 2003 und 2004 von 44 000 € auf 70 000 €, also um gut 50% erhöht worden war, und dies in einer Zeit, als dem Kulturbereich insgesamt wegen der schwierigen Haushaltslage Einschnitte von 5% zugemutet wurden. Zu erwähnen ist auch, dass nach dem Ende von La Piazza das Konzertbüro Augsburg sich anbot, La Piazza weiter zu führen, und zwar ganz ohne städtischen Zuschuss."

Details

La Piazza bewies 20 Jahre lang, dass Stadtkultur und urbanes Theater im öffentlichen Raum die Augsburger Innenstadt beleben und revitalisieren kann. Themen des Festivals waren Multikulturalität, kulturelle Beteiligung verschiedener Gruppen der Stadtgesellschaft? an einem überregionalen Kulturevent etc. La Piazza machte den Sinn der Stadt über kulturelle Ereignisse erfahrbar und zeigte, dass Kultur ein Instrument der Stadtentwicklung sein kann.

Das Festival griff Ausdrucksmittel auf, die aus dem Straßen- und Wandertheater sowie dem Zirkus kamen und brachte sie zum ersten Mal auf den öffentlichen Straßenraum in Augsburg. Die Macher wollten damit zeigen, dass es eine „bessere“ Stadt geben kann. Utopische Anregungen für die Menschen in Augsburg.

Weblinks


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