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Königsplatz

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Noch ist der Königsplatz der wichtigste Verkehrsknotenpunkt von Augsburg. Fast alle Straßenbahn- und Buslinien? kreuzen sich hier. Auch für Autofahrer in der Fuggerstadt ist der Königsplatz ein oft genutzter zentraler Punkt, wenn sie von einem Stadtteil in den gegenüberliegenden Stadtteil wollen. Eigentlich ein unhaltbarer Zustand, denn der Königsplatz ist schon lange überlastet, gefährlich für Fußgänger und kein Aushängeschild für die Umweltstadt Augsburg, denn die Feinstaubbelastung erreicht hier Werte wie sonst selten in einer deutschen Großstadt. Im Laufe seiner Geschichte war der Königsplatz immer vom Verkehr bestimmt.

Allgemeines

Der Königsplatz liegt am südlichen Rand der Fußgängerzone und bietet lange Blickachsen, weil er Kreuzungspunkt mehrerer Hauptverkehrsstraßen ist. Man kann von ihm aus die Bahnhofsstraße?, die Hermannstraße? und die Fuggerstraße? komplett einsehen. Für die Straßenbahn und den Busverkehr? ist er ein noch wichtigerer zentraler Umsteigeplatz als der Augsburger Hauptbahnhof.

Der Platz ist räumlich in drei Inseln aufgeteilt. Diese Struktur zu erhalten ist eine wichtige Frage der Stadtgestaltung, des Stadtbildes und des Stadtgrüns, weil der Königsplatz von einer Reihe alter Bäume bestanden ist.

Einzelheiten

Aus der Tatsache, dass der Königsplatz der wichtigste Augsburger Verkehrsknotenpunkt ist, ergibt sich, dass man hier jede Art von Menschen treffen kann. Zum einen fast alle Schüler in Augsburg. Die Beobachtung von Jugendlichen führt schnell zu Erkenntnissen über die neuesten Trends und Modetorheiten. Aber auch viele Berufstätige, die in der Innenstadt arbeiten, sind hier unterwegs. Nicht zu vergessen die vielen Rentner, die zum Arzt oder auf irgendein Amt müssen.

Auf der Karte zum Königplatz ist gut das Haltestellendreieck? zu erkennen, über das praktisch der komplette Straßenbahn-Verkehr von Augsburg läuft. Gegenüber liegt der Manzu-Brunnen mit der Plastik "Die Jugend". Hier treffen sich Drogenabhängige, Punker, so genannte Asoziale, Wohnsitzlose, was vielen Augsburgern ein Dorn im Auge ist. Manche ältere Leute haben sogar Angst vor ihnen. Neben dieser Szene ist der Manzu-Brunnen auch der Ausgangspunkt von manchen Augsburger Demonstrationen. Aber keine Angst: Viele sind es nicht, die Augsburger sind wenig "demonstrativ".

Früher befand sich an der Stelle des Manzu-Brunnens ein Rondell, das durch das Haltestellendreieck? abgelöst wurde. Viele alte Augsburger erinnern sich noch gerne an dieses Rondell, das auch "Pilz" genannt wurde.

An der Ostseite des Königsplatzes steht der Königsbau, gegenüber das Riegele-Haus, beide Gebäude beflanken den Eingang zur Fußgängerzone Augsburgs, die hier mit der Bürgermeister-Fischer-Straße? beginnt. Im Westen des Königsplatzes erhebt sich das Bürogebäude der LEW? (1952/1984), im Süden steht das 1892 gebaute Hotel Kaiserhof, das man 1971 durch ein Geschäftshaus namens "Kaiserhof 2000" ersetzte.

Die Häuserzeile am Königsplatz Richtung Süden der Stadt ist seit vielen Jahren als Drogenmeile bekannt. In manchen Kneipen wurde der Drogenhandel geduldet. Die Stadt Augsburg schaute über viele Jahre hinweg zu.

Geschichte

19. Jahrhundert

Den Königsplatz gibt es noch nicht ewig. Erst im Jahre 1862 riss man an seiner Stelle das Gögginger Tor? ab. Ein Wall markierte an dieser Stelle das Ende des damaligen Stadtgebietes. Der Grund, warum man begann den Wall an dieser Stelle abzutragen, war die Eisenbahn, denn der neu entstandene Hauptbahnhof lag vor der Stadt. Den 1843 errichteten Bahnhof konnte man zunächst nur durch das Gögginger Tor? erreichen, eine mit der Zeit unhaltbare Situation, weil sich der Hauptbahnhof von Augsburg mehr und mehr zu einem der bedeutendsten bayerischen Bahnhöfe entwickelte.

König Ludwig II. hob die Festungseigenschaft Augsburgs auf. Das ermöglichte der Stadt Augsburg den Rückkauf des Gögginger Tors?, das 1806 an Bayern übergegangen war. Und das machte an dieser Stelle auch den Abriss der Stadtmauer und eine Ost-West-Achse in Richtung Hauptbahnhof möglich. Zunächst aber ließ die Stadt 1860 bis 1862 das Gögginger Tor? abreißen. Bis Juli 1869 hieß der neu entstandene Platz Gögginger-Tor-Platz. Doch dann benannte man ihn nach König Ludwig II. der den Platz überhaupt erst möglich gemacht hatte.

Dann legte man die Stadtmauer? vom jetzigen Theodor-Heuss-Platz? bis zum Theater Augsburg nieder. Damit war die Grundlage für eine Nord-Süd-Achse geschaffen und in den Folgejahren baute man auf Teilen der entstandenen freien Flächen das Bahnhofsviertel?. Die Architektur sah großzügige Planungen vor. Es ging beim Bau der Straßen und Plätze darum, die gestiegene Bedeutung Augsburgs zu verdeutlichen, was ganz dem gründerzeitlichen Impetus damals entsprach.

Im Jahr 1881 wurde am Königsplatz eine Haltestelle für die Augsburger Straßenbahn eingerichtet. 1906 ordnete man das Straßenbahnnetz neu, was dazu führte, dass der Königsplatz zum zentralen Umsteigepunkt wurde. Das führte zum Ausbau der Haltestelle im Jahr 1914. Man errichtete einen Pavillon, der Warteplätze bot und einen Fahrkartenverkauf hatte. Die Augsburger nannten den Pavillon aufgrund seiner Form "Pilz".

Die damaligen Stadtplaner sahen den Königsplatz als zentralen Teil und Knotenpunkt eines Ringkonzeptes, nach dem auf der Linie der niedergeworfenen Stadtmauer ein Straßenring um Augsburg führen sollte. Dieses Konzept wurde aber nie verwirklicht.

Die Nord-Südachse bot - vom Stadttheater ausgehend - den Platz für einen breiten Boulevard. Dabei orientierte man sich am Vorbild anderer europäischer Städte und errichtete rechts und links Stadthäuser von reichen Bürgern und Kaufhäuser. Das südliche Ende dieses Boulevards bildete der Königsplatz, auf dem man eine kleine Parkanlage anlegte, um den gestressten Großstädtern eine "grüne Ruhezone" anzubieten. 1880 baute man in der Mitte des kleinen Parks zusätzlich einen Springbrunnen, dessen rundes Becken einen Durchmesser von 12 Metern hat. Entworfen und geplant wurde er von Alfred Thormann?. Wahrscheinlich ist dieser Brunnen das erste Bauwerk Augsburgs, das in Beton gebaut wurde. 1985 hat man diesen Brunnen renoviert.

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20. Jahrhundert

Die geplante Ost-West-Straßenachse wurde erst im Jahr 1905 Wirklichkeit, als man einen Durchbruch in Richtung Moritzplatz? schuf und die heutige Bürgermeister-Fischer-Straße? entstand, die den Kö, wie die Augsburger ihren Königsplatz nennen, mit der Maximilianstraße verband. Durch den Abbruch des Tores und die Niederlegung des Walls an dieser Stelle konnte der Königsplatz Raum finden.

Die Nationalsozialisten hatten dann mit dem Königsplatz viel vor. Er sollte die Größe und Macht des neuen Deutschland widerspiegeln und so planten sie die Umgestaltung des Platzes in ein riesiges Gauforum. Es sollte eine Versammlungshalle für 20.000 Menschen, ein 116 Meter hoher Turm und eine mehr als ein Kilometer lange Aufmarschstraße vom Theodor-Heuss-Platz? (damals Mussolini-Platz) bis zum Stadttheater gebaut werden. Wegen des Zweiten Weltkriegs konnten diese gigantomanischen Pläne nie verwirklicht werden. Nur erste Maßnahmen konnten umgesetzt werden und sind bis heute erhalten, so die Verbreiterung der Fuggerstraße? auf 48 Meter und die Renovierung des Stadttheaters?, eines 1876 bis 1877 im Neo-Renaissancestil erbauten Schauspielhauses. Wie es heißt soll der Führer selbst bei den Umbauplanungen mitgewirkt haben.

Klar, dass in den Jahren 1933 bis 1945 der Königsplatz den Namen Adolf-Hitler-Platz trug. Das war bei den zentralen Plätzen der meisten deutschen Städte während der nationalsozialistischen Herrschaft der Fall. Und ebenso klar, dass die Augsburger ihrem Kö nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges seinen ursprünglichen Namen zurückgaben.

Baulich änderte sich am Königsplatz in den ersten beiden Jahrzehnten nach dem Krieg so gut wie nichts. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde aber schnell klar, dass der Platz nicht so bleiben konnte, wie er war, und den neuen Verkehrserfordernissen mit seinem zugenommenen Individualverkehr angepasst werden musste. Der Umgestaltung des Platzes gingen Jahre dauernde erregte Diskussionen voraus. Erst in den Jahren 1976 und 1977 wurde das Haltestellendreieck? gebaut, indem man die bisherige Haltestelle am "Pilz" an das südliche Ende des Königsplatzes verlegte. Dazu musste ein Teil der Königsplatz-Grünflächen weichen. Ein Ausgleich entstand dadurch, dass man den Park wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzte und neue Bäume pflanzte. Trotz großer Proteste der Augsburger riss man den liebgewordenen "Pilz" ab, der ein wichtiger Treffpunkt geworden war. Um den Protesten der Augsburger entgegenzukommen, plante man an seiner Stelle ein Café-Rondell. Es sollte rund sein und so die Form des "Pilzes" aufgreifen. Diese Planungen wurden jedoch nie verwirklicht. Stattdessen baute man Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts den Manzu-Brunnen.

21. Jahrhundert

Schon seit vielen Jahren läuft eine erneute Diskussion um den Umbau dieses Verkehrsknotenpunktes. Der in Augsburg bis 2008 regierende Regenbogen? versuchte zusammen mit den Augsburger Stadtwerken? das Prestigeprojekt Mobilitaetsdrehscheibe und Königsplatzumbau umzusetzen, doch blies ihm starker Gegenwind ins Gesicht - zum Teil vom politischen Gegner, aber auch von der Augsburger Allgemeinen, der marktbeherrschenden Lokalzeitung.

Man plante eine Vergrößerung und eine Modernisierung des Haltestellendreiecks?. Darüber hinaus wollte man mit städtebaulichen und gestalterischen Maßnahmen dem Königsplatz wieder seine Funktion als zentraler Treffpunkt der Augsburger zurückgeben. Damit kam man der Kritik derer entgegen, die sagten, seit dem Umbau von 1977 sei diese Funktion des Königsplatzes praktisch verlorengegangen, obwohl das Konzept damals wegen der kurzen Umsteigewege und der Gestaltung mit viel Grün ausgezeichnet worden war. Die Planungen des Regenbogens? sahen vor, auf eine Begrünung im Haltestellenbereich zu verzichten und die angrenzende Grünanlage weitgehend zu roden, wovon etwa 150 Bäume betroffen worden wären.

An diesen Planungen entzündete sich massive Kritik, die sicher mitverantwortlich dafür war, dass im Jahr 2008 der Regenbogen? von einer CSU - und Pro Augsburg? -Regierung abgelöst wurde. Die Kritik bezog sich vor allem auf die für diese Pläne nötigen Fällung von Bäumen im angrenzenden Park, aber auch an der Tatsache, dass die Belastung des Platzes durch das von den Augsburger Stadtwerken? vorgelegte Modell nicht vermindert worden wäre. Den abzuwickelnden Verkehr sollte weiterhin der Königplatz meistern, der durch die geringe Ausweitung des Haltestellendreiecks? nicht sonderlich modifiziert worden wäre.

Es kam am 25. November 2007 zu einem Bürgerentscheid über den Umbau. Die Augsburger mussten die Frage entscheiden, ob vor dem Umbau zunächst ein Ideenwettbewerb über ein Gesamtverkehrskonzept stattfinden sollte. Bei einer niedrigen Wahlbeteiligung von 25 % entschieden sich 53,2 % der Abstimmenden für einen solchen Ideenwettbewerb.

Parallel dazu wurde von der damaligen Stadtregierung ein Gestaltungswettbewerb ausgerufen, der sich aber in den engen Grenzen der Vorgabe durch die Stadtwerke? -Planungen halten musste.

Nach dem Sieg der neuen Koalition im Augsburger Rathaus Anfang 2008 ist bislang noch völlig unklar, was mit dem Königsplatz weiter passieren soll. Entgegen der hochfliegenden Erwartungen, die von den Gegnern des Regenbogens? vor der Wahl geschürt wurden, beobachtet man bei ihnen ein langsames Zurückrudern und Einschwenken auf früher vom Regenbogen? vertretene Vorstellungen. Wenn man nicht von Wahlbetrug durch die neue Koalition sprechen will, kann man es auch als Realismus interpretieren, dass angesichts von Geldmangel nur modifizierte Regenbogen? -Umbaukonzepte für den Königsplatz in Frage kommen. Auch die Fantasie-Vögel von CSU und Pro Augsburg? stoßen nämlich schnell an die Gitterstäbe ihrer Voliere.

Und bei den Umbauplanungen drängt die Zeit, denn ab 2009 soll eine weitere Straßenbahnlinie (Linie 6) über den Königsplatz geführt werden. Sie soll zwei heute dort verkehrende Omnibuslinien? ersetzen und später über den Hauptbahnhof hinaus als Linie 5 in den Westen Augsburgs verlängert werden. Auch die ab 2008 regierende Koalition hat an diese Planungen nicht gerührt.

Anfang 2009 sprach sich die CSU für einen autofreien Königplatz aus, mit der Folge, dass der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen über die Schaezlerstraße und die Schießgrabenstraße? führen sollte. Die Durchfahrt von der Konrad-Adenauer-Allee zur Fuggerstraße? sollte nicht mehr möglich sein, beide Straßen sollten verkehrsberuhigt werden. Gegen diese Pläne gab es unter anderem vom Vorstand des IHK-Regionalgremiums Augsburg-Stadt Einwände. Ein neuralgischer Punkt der Planungen sei die Kaiserhof-Kreuzung, wo Autoverkehr und drei Straßenbahnen aufeinandertreffen, eine andere die Fuggerstraße?, über die weiterhin die Annahof-Garage? wie das Ernst-Reuter-Parkhaus? angefahren werden müsse. Die schon im Februar 2009 von der IHK? vorgeschlagene einspurige Verbindung von der Konrad-Adenauer-Allee zur Fuggerstraße? am Manzu-Brunnen lehnt die Stadtregierung ab, weil der autofreie Königsplatz städtebaulich mehr Möglichkeiten bietet und eine Fußgängerampel an dieser Stelle ein Gefahrenpotential böte.

Im September 2009 wurde ein Vorentwurf zum Umbau des Königsplatzes und des so genannten „Augsburg-Boulevards“ vorgestellt, der unter Augsburgern viel Kritik erregte, weil viele durch die Fahrspurenverringerung um den Königplatz mehr Lärm, mehr Abgase und Schleichverkehr durch anliegende Straßen befürchten. Außerdem hielten andere den Augsburg-Boulevard für eine Totgeburt, weil es dort zu wenig Geschäfte und Lokale gebe. Dass der Königsplatz autofrei und die Konrad-Adenauer-Allee sowie die Fuggerstraße? verkehrsberuhigt werden sollen, beunruhigte 2009 auch deshalb viele Augsburger, glaubten sie doch, dass andere Knotenpunkte des Verkehrs (die Kreuzung am Kaiserhof? oder beim Theater Augsburg zu Staufallen würden. Dass dafür in der Schießgrabenstraße? und in der Schaezlerstraße in beiden Richtungen gefahren werden dürfe, helfe nicht viel, glaubten viele Augsburger damals.

Lage

Lage des Königsplatzes

Weblinks


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