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Kitty Kat
eigentlich Katharina Löwel. Eine deutsche Rapperin, die lange in Augsburg gelebt hat.
Leben und Wirken
Erste Lebensjahre
Kitty Kat wurde 1982 in Ost-Berlin geboren, doch noch 1986 flüchteten ihre Eltern "bei Nacht und Nebel" nach Westdeutschland, wo sie sich in Augsburg mit Katharina und ihrer Schwester niederließen. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte Katharina Löwel in Augsburg, wo ihre Mutter am Klinikum Augsburg als Ärztin in der Herzinfarkt-Forschung arbeitete. Weil sich ihre Eltern nach einigen Jahren scheiden ließen, wächst Kitty Kat bei ihrer Mutter auf. Zunächst besuchte sie in Augsburg das Peutinger-Gymnasium?, wo sie ihren Spitznamen "Kat" erhält. Weil sie die sechste Klasse nicht schafft, kommt sie in ein Internat nahe München, wo sie zwei Schuljahre verbringt und Toleranz lernt. Zurück in Augsburg ging sie an die Agnes-Bernauer-Schule?, wo sie ihren Realschulabschluss machte. Anschließend absolvierte sie in München eine Bankkaufmannslehre.
Der Weg zum Rap
Schon als Zwölfjährige träumte sie davon, später eine Rapperin zu werden. Sie hörte Salt-N-Pepa, Lil´Kim oder Jay-Z. Mit 14 steht ihr Berufswunsch endgültig fest und sie legt sich den Kunstnamen Kitty Kat zu. Später war sie Gast in Augsburger Discos wie dem Palazzo?, Karat?, Soundfactory? und ähnlichen. Ganz ehrlich sagt sie über diese Zeit: "Als ich klein war, wollte ich zwar immer Sängerin werden, konnte aber ehrlich gesagt nicht so toll singen. Durch Hiphop und Salt N Peppa habe ich dann gemerkt, dass man nicht unbedingt singen können muss, um die Musik zu machen, die mir gefällt."
Obwohl sie laut eigener Aussage Augsburg liebt, ging sie 2003 nach Berlin und wohnt seitdem dort. Als Grund für den Umzug gibt sie an, dass es in Augsburg keine musikalischen Karrieremöglichkeiten und keine Plattenfirmen für sie gab. In Berlin hat ihr die amerikanische Rap-Legende Tim Fuck Compton Dog ausgeredet auf Englisch zu rappen. Sie erkennt, obwohl das für sie nicht einfach ist, dass die deutsche Sprache ihr Weg ist. Durch den befreundeten KC Da Rockee kommt KITTY KAT in Berlin erstmals mit dem damals noch relativ unbekannten Paul NZA zusammen. In dessen Studio lernt sie schliesslich FLER, SIDO und all die anderen AGGRO-Jungs kennen. Es kommt, wie es bei so einem Talent kommen muss.
Künstlerische Stationen
Von 2006 bis 2009 war sie beim Label Aggro Berlin unter Vertrag und auf mehreren Veröffentlichungen der Firma bis zum Ende von Aggro. Dort wurde sie durch den befreundeten KC Da Rockee mit dem Produzenten Paul NZA bekannt, der sie sozusagen entdeckt. Auch mit dem umstrittenen Sido sang sie bei Aggro im Duett. Danach ging sie zu einer Tochtergesellschaft der Universal Music Group, Urban. In diesen Jahren hat sie nebenbei in einer Berliner Werbeagentur gearbeitet, war zwischenzeitlich auch arbeitslos. Zunächst hielt man ihr Äußeres geheim. Es wurden keine Fotos noch Interviews von ihr veröffentlicht, doch seit der Veröffentlichung des Samplers Aggro Anti Ansage Nr. 8 tritt Kitty Kat auch in der Öffentlichkeit auf.
Einzelne Stationen ihres künstlerischen Werdegangs waren z. B. die CD Juice, auf der auch eines ihrer Lieder veröffentlicht wurde ("Meine Zeit"). Auf Sidos 2008 erschienenem Album "Ich und meine Maske" war sie an fünf Liedern beteiligt. Davon wurde "Beweg dein Arsch" als Single ausgekoppelt. Sie erreichte Platz 17 der deutschen Singlecharts. Auch auf Soloalben von Tony D und B-Tight war Kitty Kat vertreten. Und als "Brooke Skillz" war sie mehrfach auf Tonträgern von VS Mafia zu hören. Insgesamt hat Kitty Kat zwischen 2005 und 2008 etwa 50 Veröffentlichungen auf den Weg gebracht: Features, Solotracks, Compilation- und Mixtape-Beiträge.
Ende Ende Juli 2009 kam ihre Online-Single Bitchfresse (L.M.S) heraus und am 4. September erschien ihr Soloalbum "Miyo" bei Universal Music (14 Lieder mit einer Spielzeit von etwa 50 Minuten) mit Gastauftritten von Sido und Cassandra Steen. Produziert hat Kitty Kat ihr Album selbst.
2010 trat sie im Februar während des Brechtfestivals in Augsburg auf.
Bedeutung im Rap
Kitty Kat kämpfte im nicht gerade frauenfreundlichen Umfeld von Sido, beim Plattenlabel Aggro (Berlin), mit ihrem Hip-Hop gegen das dort angesagte Frauenbild der "Bitch", die Männern zu Diensten ist und setzte diesem Bild der Frau ein selbstbewusstes Ego entgegen:
"ich hab sie alle in der Hand
borg mir seine knarre und die karte für die bank
will er mich sehn sag ich dass ich grad nich kann
behandel ihn wie dreck und er frisst mir aus der hand"
Ihre Lieder behandeln Themen wie Partys, Sex oder Durchboxen aus weiblicher Sicht, wobei sie mit Superlativen kokettiert, die im Hip Hop typisch sind. In der Kurzbeschreibung ihres ersten Albums auf Amazon heißt es, sie habe ein Debüt veröffentlicht, "welches die Geschlechterrollen im deutschen Hip Hop neu definiert und damit einer kommenden Generation als Vorbild dienen wird. An diesem Album müssen sich alle künftigen Rap-Queens messen und messen lassen. Aber auch die Mehrheit der Boys sollte sich besser ein Beispiel an der Berlinerin nehmen. Denn mit KITTY KAT kehrt das zurück, was Rap in unseren Breiten so lange gefehlt hat: Eine Stimme der Leidenschaft und Freiheit." Auf jeden Fall dienen ihre Songs großen Teilen der weiblichen Hörerschaft zur Identifikation und Motivation. In einem Interview mit rap.de sprach die Rapperin über Männer, die nicht zugeben können, dass sie ihre Songs gut finden: "Es kann schon sein, dass das so Jungs sind, die sich einfach nicht trauen zu sagen, dass sie das geil finden. Du weißt doch, wie Jungs sind, in einem gewissen Alter. Ich habe zum Beispiel gerade Olli Banjo getroffen und der meinte auch: `Hey, cooles Video.´ Das ist einfach ein Typ, der Eier hat. Aber es gibt natürlich auch Jungs, die nicht damit umgehen können. Ich mach das ja auch nicht für die kleinen Jungs, sondern für meine Fans." Kitty Kat selbst ist ein Fan von Mary J. Blige.
Sie will Frauen zeigen, dass sie nicht wie ein Mann rappen müssen, dass sie sie selbst sein können. Frauen brauchen sich nicht anzuziehen wie ein Mann, wenn sie rappen. Kitty Kat will jungen Frauen Mut machen, sich nicht unterzuordnen, in der sie umgebenden Männerwelt ihren eigenen Weg zu gehen. Frauen sollen ihrer Meinung nach selbstbewusst sein und sich nicht so leicht hergeben, wie sie es ausdrückt. Damit setzt sie sich deutlich von hiesigen Kolleginnen wie Sabrina Setlur und Lady Bitch Ray ab.
Diskografie
Alben
2009 Miyo!
Singles
2009 Beweg dein Arsch (Sido's Hands On Scooter feat. Kitty Kat & Tony D.)
2009 Bitchfresse (L.M.S)
2009 Braves Mädchen
EPs
2008 Aggro im Club 001 (EP von Sido, B-Tight und Kitty Kat)
Sonstige
2008 Meine Zeit (Juice Exclusive! auf Juice-CD #84)
2008 Ich und meine Katze (mit Sido)
2009 Früher wart ihr Fans (Disstitel von Fler, Kitty Kat und Godsilla gegen Kollegah und Favorite)
2009 Ich leb mein Traum (Juice Exclusive! auf Juice-CD #101)
Auszeichnungen
2009 Comet für "Beweg dein Arsch"
Weblinks
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