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Kittel, Ingo-Wolf

Ein Mediziner, der in Augsburg psychotherapeutisch arbeitet.

Leben


Ingo-Wolf Kittel
(c) by Ingo-Wolf Kittel

Von 1967 bis 1973 studierte Ingo-Wolf Kittel als Austauschstipendiat ein Jahr in Rennes (Bretagne) sowie in Erlangen Medizin. Daran schloß er ein vierjähriges Aufbaustudium in Psychologie und Philosophie bei Wilhelm Kamlah und Paul Lorenzen an, den Gründern der in der Philosophie als "Erlanger Schule" bekannten "Methodischen Philosophie", die von Peter Janich und Dirk Hartmann zum "Methodischen Kulturalismus" weiterentwickelt wurde.

Von 1978 bis 1986 absolvierte er seine Facharztausbildung am PLK Eichberg bei Wiesbaden, an der Neurochirurgischen sowie Neurologischen Universitätsklinik in Freiburg und an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Heidelberg. Hier machte er auch seine psychotherapeutische Zusatzausbildung.

Seit November 1986 ist Ingo-Wolf Kittel "Facharzt für Psychiatrie". Im Dezember 1987 erhielt er den Zusatztitel "Psychotherapie" zugesprochen. Seit Ende 1995 hat er das Recht, die beiden Facharztbezeichnungen "Facharzt für psychotherapeutische Medizin" und "Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie" zu führen.

Wirken

In seiner Heidelberger Zeit forschte Ingo-Wolf Kittel mehrere Jahre zur Psychiatriegeschichte und beschäftigte sich dabei besonders mit Leben und Werk des jüdischen Arztes und vermutlich wichtigsten Wissenschaftstheoretikers der psychischen Heilkunde Arthur Kronfeld (Berlin 1886 - 1941 Moskau).

Seit 1987 betreibt er eine eigene Praxis, die er 1996 von Mannheim nach Augsburg verlegte. 2008 hat er sie über das rein Medizinische hinaus zu einer Philosophischen Praxis erweitert, nachdem er zwei Jahre zuvor ein "Philosophisches Café" für den schwäbischen Raum initiiert hatte.

Einer seiner Schwerpunkte ist das Thema "Wissen" als persönliche und allgemeine Kulturleistung im Unterschied zum sinnlichen Wahrnehmen und daran gebundenen "Erinnern" als natürliche Form des "Vorstellens", einer für uns Menschen hochspezifischen Fähigkeit, deren Eigenheiten erst vor kurzem von dem Philosophen Colin McGinn in seinem Werk "''Das geistige Auge - Von der Macht der Vorstellungskraft" genauer bestimmt und charakterisiert wurde.

Darüber hinaus hat er vielfältige Interessen. So beschäftigt er sich mit der Geschichte und den wissenschaftstheoretischen Grundlagen von Medizin und Psychologie im allgemeinen und der historisch hochbedeutsamen Entwicklung der Psychotherapie um die Wende zum 20. Jahrhunderts bis in die Weimarer Zeit im speziellen. Besonders verfolgt er die wissenschaftliche Diskussion über das menschliche "Bewusstsein", zu der vor allem der verstorbene Princeton-Psychologe Julian Jaynes ein epochales Werk hinterlassen hat, das die traditionellen Bewusstseinslehren bis hin zum Buddhismus auf entscheidende Weise ergänzt und zusammen mit den Schriften von Charles Tart zur Vertiefung des Verständnisses "veränderter Bewußtseinszustände" beigetragen hat, die bisher vornehmlich in religiösen und esoterischen Traditionen thematisiert wurden.

Im Zentrum seiner Beschäftigung steht daher die moderne Meditationsforschung und die Nutzung von Techniken der Geistesschulung in Medizin und Psychologie, insbesondere ihre praktische Anwendung beispielsweise in der auf "Achtsamkeit (engl. Minfulness) basierten Stress-Reduktion" (MBSR), dies vor allem deswegen, weil MBSR als zentral auf die buddhistische Achtsamkeitsmeditation gestützes Vorgehen sich als ein Programm herausgestellt hat, das jeder zum Erhalt oder zur Optimierung psychischer Gesundheit nutzen kann. Herr Kittel möchte zur Verbreitung dieses über individuelle Psychotherapie weit hinausreichenden "transpersonalen" Wissens und Könnens beitragen.

Veröffentlichungen

Die Veröffentlichungen von Ingo-Wolf Kittel sind teilweise fachmedizinischer Art, betreffen neuerdings aber teilweise auch öffentlich zur Diskussion gestellte Stellungnahmen von Wissenschaftlern, vor allem Hirnforschern. Eine Auswahl:

  • Wissenschaftstheorie - die Selbstreflexion und Selbstrechtfertigung wissenschaftlichen Handelns. In: Peter Gottwald und Christoph Kraiker (Hrsg.): Zum Verhältnis von Theorie und Praxis in der Psychologie. Sonderheft I/1976 der "Mitteilungen der GVT e.V.". Beltz, Weinheim 1976, S. 73-84
  • Theorie - Mittel zur Planung unseres Handelns. In: Jarg Bergold und Eva Jaeggi (Hrsg.): Verhaltenstherapie - Theorie. Kongreßbericht Berlin 1976. Sonderheft I/1977 der "Mitteilungen der DGVT". Beltz, Weinheim 1977, S. 18-50
  • Auf dem Weg zu einem neuen Krankheitsverständnis? Diskurs. MMG 1978: 3, 177-179
  • Der Mensch in "Medizin - Mensch - Gesellschaft". Zur Diskussion der ersten MMG-Jahrgänge. MMG 1979: 4, 59-61 (a)
  • Zum Selbstverständnis von Psychologen. Fünf Thesen im Hinblick auf ihre bevorstehende Integration in die Medizin. Sozialpsychiatr Inform 1978: 8/46, 121-125
  • Zurück zur Sache. Sozialpsychiatr Inform 1978: 8/47-48, 157-162
  • Das (bisherige Miß)Verhältnis von Psychiatrie und Psychotherapie. In: [Vorstand der] DGVT e.V. (Hrsg.): Psychosoziale Versorgung - Organisation und psychotherapeutisches Handeln. Kongreßbericht I - Hamburg 1978. Sonderheft I/1979 der "Mitteilungen der DGVT". Beltz, Weinheim 1979, S. 181-190 (b)
  • Weiter wie bisher? oder: Psychiater in der Entscheidung. Psychiat. Prax. 1979: 6, 129-142 (c)
  • Einige Bemerkungen zu Art und Umfang der Aufgaben der Klinischen Psychologie aus wissenschaftshistorischer und wissenschaftssystematischer Sicht. In: Wolfgang Schulz und Martin Hauzinger (Hrsg.): "Klinische Psychologie und Psychotherapie" (Band) 5 Psychotherapie und Gesellschaft, Ausbildung, Sozial- und Drogentherapie, Gruppentherapie. Kongreßbericht Berlin 1980. Beltz, Weinheim 1980, S. 103-107
  • Systematische Überlegungen zum Begriff "krank" in der Medizin im allgemeinen und in der Seelenheilkunde im besonderen. In: Rudolf Degkwitz und Hans Siedow (Hrsg.): Standorte der Psychiatrie. Band 2: Zum umstrittenen psychiatrischen Krankheitsbegriff. Urban & Schwarzenberg, München 1981, S. 132-152 (online hier)
  • Suizidale Patienten - Was tun? Leitartikel. Ärtl. Praxis 1985: XXXVII Nr. 3 vom 8.Januar 1985, S. 21
  • Suizid. In: Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft für Beratung. Ingrid Post, Notker Klann und Franz Herzog (Hrsg.): Rat in ratloser Zeit. Kirchliche Beratung - Dienst am Menschen. Lambertus-Verlag, Freiburg 1986, S.132-140
  • Arthur Kronfeld - Leitender Arzt am Institut für Sexualwissenschaft in den Jahren 1919-1926. Mitt. MHG 6 (August 1985) 25-41; ern. in: Ralf Dose und Hans-Günter Klein (Hrsg.): Mitteilungen der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft Band I Heft 1(1983) - Heft 9(1986). von Bockel Verlag, Hamburg 1992 (2., durchges. und erweit. Aufl.; Schriftenreihe der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft: Band 7) S. 215-231 (s. dazu hier den Eintrag zu Person und Funktion Arthur Kronfelds in der Online-Ausstellung der MHG zum Institut für Sexualwissenschaft 1919-1933)
  • Arthur Kronfeld zum einhundertsten Geburtstag am 9. Januar 1986. Ausstellungsflyer. Archiv Bibliographia Judaica, Frankfurt 1986; übers.:
  • Arthur Kronfeld on the occasion of his hundredth birthday on January 9th 1986. Indiv. Psychol. News Letter 1986: 34, 6-28
  • Arthur Kronfeld zur Erinnerung - Schicksal und Werk eines jüdischen Psychiaters und Psychotherapeuten in drei deutschen Reichen. Referat zur Eröffnung der Gedächtnisausstellung zum 100. Geburtstag im Archiv Bliographia Judaica, Frankfurt am 9. Januar 1986. EXIL 1986: VI, 58-65; wieder abgedruckt in: Arthur Kronfeld 1886-1941 - Ein Pionier der Psychologie, Sexualwissenschaft und Psychotherapie. Ausstellungskatalog Nr.17. Bearb. von Ingo-Wolf Kittel und hrsgg. von der Bibliothek der Universität Konstanz, Konstanz 1988, S. 7-13 (online hier)
  • Arthur Kronfeld (1886-1941). Ein früher Wissenschaftstheoretiker der Psychologie und Psychiatrie. Psychol. Rundschau 1986: 37, 41
  • Arthur Kronfeld (1886-1941) zum Gedenken. Ein Kapitel vergessener Psychotherapiegeschichte. Prax Psychother Psychosom 1986: 31, 1-3
  • "Die Heidelberger Jahre waren von großer Bedeutung für Kronfeld..." Interview. In: Communale Heidelberg, 4.Jg., Nr. 28 vom 10.Juli 1986, S. 8 (zum Artikel Fast vergessen: Arthur Kronfeld ebd., S. 8-9)
  • Zum Exil von Arthur Kronfeld. extracta psychiatrica 1988: 2, 66
  • Arthur Kronfeld 1886-1941 - Ein Pionier der Psychologie, Sexualwissenschaft und Psychotherapie. Ausstellungskatalog Nr.17. Bearb. von Ingo-Wolf Kittel und hrsgg. von der Bibliothek der Universität Konstanz, Konstanz 1988
  • Zur historischen Rolle des Psychiaters und Psychotherapeuten Arthur Kronfeld in der frühen Sexualwissenschaft. In: Ralf Gindorf und Erwin J. Haeberle (Hrsg.): Sexualitäten in unserer Gesellschaft. Beiträge zur Geschichte, Theorie und Empirie. Schriftenreihe Sozialwissenschaftliche Sexualforschung 2. Walter de Gruyter, Berlin 1989, S. 33-44 (online hier)
  • Von den lexikalische Gesamtdarstellungen des Leben und Werks von Arthur Kronfeld sind online zu finden:
    • der Eintrag im Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikons des Bautz-Verlages von 2005 in Band XXV, 750-760 hier und
    • der mit zahlreichen Querverweisen versehene Wikipedia-Eintrag hier
  • Mundwerk – Psychotherapie vom Standpunkt des Praktikers. In: Martin Wollschläger (Hrsg.): "Hirn – Herz – Seele – Schmerz. Psychotherapie zwischen Neurowissenschaften und Geisteswissenschaften." dgvt-Verlag, Tübingen 2008, S. 25-40
  • Hintersinniges und Übersinnliches - Zum Wesen von Aufmerksamkeit und Achtsamkeit "Connection-Spirit" Juli/August 2008, S. 16-19 (Austausch mit der Schriftstellerin Vera Simon darüber hier)
  • Online-Publikationen:

Psychotherapeutische Praxis

In Augsburg betreibt Ingo-Wolf Kittel seit 1996 eine schulenunabhängige psychotherapeutisch-psychosomatische Praxis für "tiefenpsychologisch fundierte Einzelpsychotherapie" Erwachsener mit ressourcenbezogenem und lösungsorientierten Arbeitsschwerpunkt und Zulassung bei allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen. Neben den Gesprächsleistungen bietet er dabei auch an:

Seit Februar 2008 hat er seinen Tätigkeitsbereich erweitert und führt nunmehr auch eine

Philosophische Praxis

Hier bietet er an:

  • Sokratische Maieutik, Coaching, Bearbeitung von Sinn- und Lebenskrisen, Bewusstseinsklärung, Geistestraining bis hin zu meditativer Bewusstseinserweiterung.

Adresse

Ingo-Wolf Kittel
Facharzt für psychotherapeutische Medizin
Frauentorstraße? 49
86152 Augsburg

Tel. 0821/3494505
E-Mail: iw.kittel(@)gmx.de

Lage der Praxis von Ingo-Wolf Kittel

Sprechzeiten: nach telefonischer Vereinbarung.

Weblinks

Ingo-Wolf Kittel bei Docinsider


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