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KUKA AG

Ein Roboter- und Anlagenbauer mit Weltgeltung in Augsburg.

Allgemeines

Die KUKA AG hieß früher IWKA. Sie ist im SDAX gelistet, hat ihren Sitz in Augsburg und ist die Holding für zwei Bereiche:

  • Robotics (KUKA Roboter GmbH & Niederlassungen)
  • Systems (KUKA Systems GmbH & Niederlassungen)

Geschichte

1872 wurde die Patronenhülsenfabrik Henri Ehrmann & Cie.? gegründet, 1898 von Johann Josef Keller? und Jakob Knappich? ein Acetylenwerk, um kostengünstige Haus- und Stadtbeleuchtungen herzustellen. Diese beiden Fabriken verschmolzen in den nächsten Jahren und aus den Anfangsbuchstaben von "Keller und Knappich Augsburg" bildete man die Bezeichnung "KUKA" für das neue Unternehmen, das 1889 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde.

1928 kam die KUKA in den Besitz der Familie Quandt.

Während der Zeit des Dritten Reiches wurde das Werk von Keller und Knappich zu einem Zulieferer für die Luftwaffe, insbesondere für Junkers, Dornier und Messerschmitt. Eine Übersicht des Rüstungskommandos Augsburg über die Belegung der Baracken- und Firmenlager im Raum Augsburg belegt, dass Keller und Knappich allein im Jahr 1944 etwa 1.400 Zwangsarbeiter ausbeutete. Diese Ausbeutung hatte aber schon früher angefangen. So forderte die Firma etwa am 14. Februar 1942 beim Oberbürgermeister? der so genannten „Gauhauptstadt“ 150 russische Kriegsgefangene, 300 nichtrussische Kriegsgefangene und 250 andere ausländische Arbeitskräfte an.

Nach dem Krieg musste die Firma ihre Produktion natürlich umstellen. Man spezialisierte sich zunächst auf die Themen Schweißen und Schweißanlagen, kommunale Fahrzeuge und Umwelttechnik. Aber auch die Wehrtechnik holte sich Kuka im Lauf der Jahre zurück. Man spezialisierte sich auf die Panzerproduktion und lieferte Panzerteile.

Noch im letzten Jahrhundert ging die Wehrtechnik-Sparte von Kuka im Rheinmetall-Konzern auf, in dem sie als Kompetenzzentrum für Lafetten, Munitionsflusssysteme für Panzer und Artillerie sowie für Waffentürme weiterbestand. Spezialisten bauten hier die Prototypen und es wurde der Vertrieb von Augsburg aus organisiert. Nach Angaben der Augsburger Friedensinitiative? arbeiteten im Jahr 1984 knapp 90 Beschäftigte in der Augsburger Wehrtechnik des Rheinmetall-Konzerns.

Derweil entwickelte Kuka die Produktpalette weiter und wurde zu einem weltweit anerkannten Spezialisten für Industrieroboter und Automation.

1970 gehörten sowohl die Industrie-Werke Karlsruhe AG als auch die KUKA GmbH zur Quandt-Gruppe. Beide Unternehmen verschmolz man in diesem Jahr zur Industrie-Werke Karlsruhe Augsburg Aktiengesellschaft (IWKA AG), deren Sitz in Karlsruhe lag.

1979 wandelte man die verschiedenen Aktivitäten der IWKA AG in rechtlich selbstständige Gesellschaften. Die AG war fortan eine reine Holdinggesellschaft.

Im Jahr 1980 verkaufte die Familie Quandt alle ihre Anteile an der Firma, die weitgehend in Streubesitz geriet.

Seit 1997 befindet sich in den ehemaligen Gebäuden der IWKA in Karlsruhe das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM).

In den ersten Jahren des 3. Jahrtausends bewegte sich Kuka nach Jahren rüstungstechnischer Abstinenz wieder auf die Rüstungsindustrie zu und zwar über den Geschäftsbereich „Systems“. Hier werden Fertigungsprozesse automatisiert und Fabriken betrieben. Für die Oberstufendüse der Trägerrakete Ariane 5 liefert Kuka z. B. die WIG-Schweißzelle.

Ab 2005 kam das Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Immer wieder wurden Teile der Firma verkauft. So etwa im 2. Quartal 2007 für 255 Mio. Euro die Verpackungssparte. Die Firma geriet nach und nach in den Fokus der Medien, die sie in den Diskussionen um den so genannten "Heuschreckenkapitalismus" zitierten. Fakt war, dass sich die Firma wieder mehr auf ihre Kernbereiche zu konzentrieren versuchte. In diesem Zug beschloss die Hauptversammlung im Mai 2007 die Umbenennung der IWKA in KUKA und die Verlegung des Sitzes nach Augsburg.

2008 hatte das Unternehmen 6171 Mitarbeiter bei einem Umsatz von 1.266 Mio. €.

2009 zeigten sich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Firma immer deutlicher. Z. B. gingen die Aufträge von Autoherstellern um etwa 20 % zurück. Darauf reagierte die Kuka AG z. B. mit der Entlassung von Leiharbeitern, dem Auslaufenlassen befristeter Verträge und dem Abbau von Überstunden. Für das Jahr 2009 plante Kuka mehr als 50 Mio. € Kosten zu senken. Bis 2009 machte Kuka rund drei Viertel seines Umsatzes mit Autoherstellern. Planungen sahen vor, das Geschäft mit anderen Industriezweigen auszubauen und sich breiter aufzustellen. Das erste Halbjahr 2009 brachte Kuka knapp 23 Mio. € Verlust, was auf die Abhängigkeit von der Autoindustrie zurückzuführen war. Allein im ersten Halbjahr 2009 gingen die Auftragseingänge laut Handelsblatt um etwa 37 Prozent zurück, das Betriebsergebnis sei von plus 32 Mio. € auf minus 23 Mio. € gesunken, dafür die Nettoverschuldung um 51 auf 94 Mio. € gestiegen.

Im Jahr Juni 2010 stellte KUKA Youbot vor, einen mobilen Roboter mit Greifarm, der mit einer Linux-basierten Steuerungssoftware läuft. Statt in der Industrie soll dieser Roboter in Forschung und Lehre eingesetzt werden. Das Chassis des Roboters war 53 Zentimeter lang, 36 Zentimeter breit und etwa 11 Zentimeter hoch und fuhr auf vier so genannten Mecanumrädern, also Allseitenrädern, die Bewegungen in jede Richtung erlauben. Die Laufzeit des Roboters mit zwei Bleiakkus wurde mit 90 Minuten angegeben. Der Greifer des Roboters konnte Gegenstände mit einem Gewicht von 500 Gramm bewegen.

Details

Das erste Halbjahr 2009 brachte Kuka knapp 23 Mio. € Verlust, was auf die Abhängigkeit von der Autoindustrie zurückzuführen war.

Adresse

Hausanschrift

KUKA Aktiengesellschaft
Zugspitzstraße? 140
86165 Augsburg

Tel. 0821/79750
Fax. 0821/7975252
E-Mail: kontakt(@)kuka.com

Postanschrift

KUKA Aktiengesellschaft
Postfach 43 12 69
86072 Augsburg

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