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Justizvollzugsanstalt Augsburg
Allgemeines
Auch bei einfachsten Naturvölkern gibt es Regeln des Zusammenlebens. Wer gegen diese Regeln verstößt, muss mit Strafe rechnen. Ursprünglich wurden solche Menschen aus der Gemeinschaft verstoßen und für vogelfrei erklärt. Später hat man Prügel, Verkauf und Gefängnis erfunden. Das Gefängnis diente zunächst nur dazu, Verbrecher so lange „aufzubewahren“, bis man an ihnen die Leibes- oder Todesstrafe vollstreckte. Erst 1555 wurde in England ein erstes Gefängnis, wie wir es heute kennen, eingerichtet. Damals verwahrte man Bettler und Diebe, Räuber und Vagabunden in solchen Gefängnissen, um sie an Arbeit und Ordnung zu gewöhnen. Aber schon bald gab man diesen Gedanken auf, weil die Gefängnisse überbelegt waren und katastrophale Zustände in ihnen herrschten – bis Anfang des 19. Jahrhunderts Ordnung und militärischer Drill in den Gefängnissen einzogen. Seit damals hat es viele gesellschaftliche Wandlungen gegeben, die sich auch in den Gefängnissen Platz schufen.
Die Augsburger Justizvollzugsanstalt hat drei Standorte.
Geschichte
Die Teilanstalt I in der Karmelitengasse wurde auf dem östlichen Teil der alten Augsburger Römersiedlung errichtet. Zunächst gehörte das Gebäude zum Kloster der Unbeschuhten Karmeliten?, das hier von 1605 bis 1807 bestand. Nach der Mediatisierung? der Reichsstadt? Augsburg wurde ein Gebäude, das seit 1521 als Kornspeicher bezeichnet wurde, vom Bayerischen Staat im Jahre 1814 für den Strafvollzug gekauft und 1817 zur so genannten "Eisenfronfeste" ausgebaut. In der Nazizeit wurden hier Regimegegner eingesperrt und mundtot gemacht. Erst 1968 kam ein Neubau hinzu, in dem u. a. die Zugangs- und Transportabteilung sowie die Kammer und der Einkaufsraum untergebracht sind.
Details
Anstalt I in der Karmelitengasse
Die Teilanstalt schließt sich südlich an den Klostergarten der Benediktinerabtei Sankt Stephan an und ist mit einer hohen Mauer umschlossen. Auf dem Gelände der Anstalt befindet sich die historische Severins-Kapelle?, die Ludwig der Strenge? 1276 stiftete. Sie wurde 1578 durch Markus Walser? umgebaut und seit 1636 durch die Karmeliten benutzt. Die Severins-Kapelle? zählt zu den ältesten Gotteshäusern in Augsburg (neben dem nur etwa 200 Meter entfernten Galluskirchlein?). Sie besitzt ein romanisches Portal mit Säulenvorbau und ein spätgotisches Netzgewölbe. Lange Zeit war sie zweckentfremdet und diente als Bade- und Waschhaus, einige Jahre sogar als Küche für die Anstalt. 1969/70 wurde sie restauriert und neu geweiht. Sie dient seither als Anstaltskirche.
Besuchszeiten
Adresse
Weblinks
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