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Jakoberstraße
Eine wichtige Straße in der Augsburger Jakobervorstadt Süd?.
Allgemeines
Die Strasse ist die Hauptdurchgangsstraße durch die Jakobervorstadt und damit durch die älteste Augsburger Vorstadt. Sie verläuft genau dort, wo früher die Ausfallstraße aus der Stadt Richtung Osten verlief, also durch das Barfüßertor und an der Kirche Sankt Jakob vorbei. Die Fassaden der Jakoberstraße sind vielfältig. Meist sind die Häuser giebelständig gebaut.
Geschichte
Unter den Vorstädten Augsburgs ist die Jakobervorstadt die älteste. Im Mittelalter lag sie vor den Toren der Stadt und war Sammelplatz für Pilger, die nach Santiago de Compostella aufbrachen. Ab dem 13. Jahrhundert entwickelte sie sich zu einem Viertel der Handwerker, so dass sie 1340 in den städtischen Mauerring? einbezogen wurde.
Lange war der Stadtteil dünn besiedelt und bot Platz für Märkte, die viel Raum einnahmen, z. B. den Rossmarkt?, den Saumarkt?, den Rindermarkt? und den Holzmarkt?. Auf dem Holzmarkt? wurden die Hölzer verkauft, die über die Lechkanäle in die Stadt gebracht worden waren. Bis ins 16. Jahrhundert war eigentlich nur die angerartig aufgeweitete Jakoberstraße bebaut.
Von 1883 bis in die 1930er Jahre hielt man hier die Dult? ab.
Bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein war der östliche Teil der Straße durch bürgerliche Baukultur mit verschiedenen Stilformen geprägt, wovon heute nur noch Rest zeugen. Bis 1900 prägte ein Färberturm bzw. Färberhaus die Straße; 1944 wurde das Gebäude kriegszerstört. Unten hatte es gemauerte Wohngeschosse, darüber erhob sich ein mehrstöckiger Trockenspeicher aus Holz. Ganz oben hatte der Turm ein auskragendes Dach, von dem frisch gefärbte Tuchbahnen zum Trocknen herabgelassen wurden.
Details
In der Jakoberstraße kann man trotz Kriegszerstörungen auch heute noch einige interessante Häuser studieren.
So ist z. B. in der Jakoberstraße 12 ein dreigeschossiges Bürgerhaus mit Volutengiebel erhalten, das auf das 16. Jahrhundert zurückgeht und im 19. Jahrhundert an der Fassade verändert wurde. Die Jakoberstraße 22 stellt das Verwaltungsgebäude der Fuggerei dar. Früher bezeichnete man den Traufseitbau mit seinem barocken Portal als „Holeisenhof“. 1953 hat man das zerstörte Gebäude wieder aufgebaut. Das nächste Gebäude der Fuggerei trägt die Nummerierung Jakoberstraße 24 und beinhaltet das Eingangstor zur Fuggerei. Darüber hat man 1954 das Senioratsgebäude mit den Resten des ehemaligen Fuggerhauses in der Annastraße 19, das um 1490/95 errichtet worden war, wiederaufgebaut. Weitere alte Bauteile des Senioratsgebäudes sind die Leonhardskapelle? des früheren Welserhauses? sowie der gotische Erker des Höchstätterhauses? von 1507. Jakoberstraße 26 ist die Markuskirche der Fuggerei, während Jakoberstraße 27 wieder ein dreigeschossiges Bürgerhaus ist, diesmal mit einem Flacherker und einem leicht geschweiften Giebel. Auch dieses Haus geht auf das 16. Jahrhundert zurück, während seine Fassadendekoration aus dem 19. Jahrhundert stammt. Besonders erwähnenswert bei diesem Haus ist der liegende Dachstuhl mit seiner dreizonigen Kehlbalkenkonstruktion, dem Windverband, der die Form eines Andreaskreuzes hat, und den verblatteten Kopfbändern. Das Dachwerk geht auf das mittlere 16. Jahrhundert zurück. Erwähnt werden soll auch das Haus Jakoberstraße 29, wieder ein dreigeschossiges Bürgerhaus mit Flacherker, das auf das 16. Jahrhundert zurückgeht. Sein Volutengiebel stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Jakoberstraße 41 bezeichnet den früheren Gasthof Jakoberhof, einen viergeschossigen Neubarockbau mit turmartigem Eckerker und einer dekorativen Dachzone aus der Zeit um 1900. Aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts stammt das dreigeschossige Bürgerhaus Jakoberstraße 49 mit seinem Volutengiebel. Es hat im Erdgeschoß Pfeilerarkaden, die beiden Obergeschosse sind mit Flacherker und Halbsäulen ausgestattet. Fachleute werten die Fassade als die aufwendigste eines noch erhaltenen Bürgerhauses aus der Zeit von Elias Holl?. Auch Jakoberstraße 49a ist ein Bürgerhaus. Es stammt aus dem 16./17. Jahrhundert und glänzt mit einem zweiläufigen äußeren Treppenaufgang. Das Gebäude ist ein freistehender Satteldachbau.
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Jakoberstraße 55: Das dreigeschossige Bürgerhaus mit geschweiftem Giebel und einem Flacherker auf einer profilierten Konsole weist eine schöne Sterntür aus der Barockzeit auf. So wie das Haus heute aussieht, geht es auf das 18. Jahrhundert zurück, ist im Kern jedoch wohl älter. Das Haus überstand etwa 20 Bombardierungen Augsburgs in der Zeit zwischen 1942 und 1945, in der die Jakobervorstadt zu einem der bevorzugten Bombenziele der Alliierten in Augsburg gehörte, weil sie nahe an den Industriegebieten am östlichen Stadtrand lag. Damit ist es eines der wenigen Objekte der Jakoberstraße, die nahezu unbeschadet durch das Inferno des Zweiten Weltkrieges kamen. Allerdings hat man es nach 1945 mehrmals baulichen Veränderungen unterzogen. So hat man die Wandvorlagen vereinfacht und die Fenster im Erdgeschoß vergrößert. Auch die ursprünglichen Parapetts (Brustwehren, Zinnen) sind verschwunden.
Jakoberstraße 79: Jakobertor
Lage
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