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Holbein, Hans der Ältere

Deutscher Maler der Spätgotik und frühen Renaissance und Oberhaupt einer berühmten Malerfamilie, zu der auch sein Bruder Sigmund Holbein? sowie seine Söhne Ambrosius Holbein? und Hans Holbein der Jüngere? gehörten.

Leben

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Geboren wurde Hans Holbein der Ältere um das Jahr 1465 in Augsburg. Sein Vater war der Gerber Michael Holbein?, der spätestens 1464 von Basel? nach Augsburg gekommen war. Über die Jugend von Hans Holbein dem Älteren ist nicht allzu viel gesichert. Wahrscheinlich erlernte er das Malerhandwerk in Augsburg und vertiefte sein Können bei Meistern im Ulmer Raum, vielleicht bei Bartholomäus Zeitblom?. Auch ein Einfluss von Martin Schongauer? ist in seinem Werk erkennbar. Er wanderte nach Köln, vielleicht auch in die Niederlande, jedenfalls orientierte er sich an den Werken Rogier van der Weydens (1400 - 1464).

Um 1493 ließ sich Hans Holbein der Ältere in Augsburg nieder, behielt hier seinen Hauptwohnsitz bis 1517, wobei ihn aber Ulmer Urkunden von 1493 und 1499 als Bürger dieser Stadt erwähnen. Von 1494 bis 1515 unterhielt er eine große Meisterwerkstatt in Augsburg. Hier wurde er von seinem Bruder Sigmund Holbein? unterstützt. Auch seine Söhne kamen hier zur Welt und wurden hier von ihm ausgebildet. Er wohnte am Vorderer Lech 22 (nach anderen Quellen 20). In diesem so genannten Holbein-Haus in der Altstadt ist heute die Holbein-Gedenkstätte untergebracht.

Verschiedene Aufträge führten Hans Holbein den Älteren nach Ulm?, Frankfurt am Main? und in das Elsass?. Wegen seiner miserablen Vermögensverhältnisse und verschiedener Pfändungen durch seinen Bruder Sigmund? verließ er schließlich 1517 Augsburg und ließ sich wohl in Isenheim?, heute Colmar?, nieder, wo er wahrscheinlich im Jahr 1524 gestorben ist. Manche Quellen sprechen auch von einem Tod in Basel?.

Bis zu seinem Tod blieb Hans Holbein der Ältere Mitglied der Augsburger Malerzunft?.

Wirken Hans Holbeins des Älteren

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Hans Holbein der Ältere gehörte zu den geschätztesten Malern seiner Zeit. Neben Hans Burgkmair dem Älteren? ist er der führende Augsburger Künstler der Spätgotik. Er hat Altargemälde gefertigt, Einzeltafeln mit religiösen Themen oder Porträts. Vor allem durch seine Altargemälde wurde er bekannt.

Auch zeichnerisch war er herausragend, wie seine mit Silberstift angefertigten Bilder beweisen. Als Portraitzeichner markiert er den Übergang von der Spätgotik zur Renaissance. Daneben aber lieferte er auch Entwürfe für Goldschmiedearbeiten und Glasgemälde. Ein weiteres Tätigkeitsfeld waren Risse für Einzelholzschnitte. Er hat etwa 150 Bildniszeichnungen hinterlassen, was auf ein großes physiognomisches Interesse schließen lässt. Seine bildnerischen Werke standen allesamt noch in spätgotischen Traditionen, in seinen Schmuckformen und architektonischen Formen macht sich ab 1508 die Renaissance spürbar.

Schon früh zeigen seine Werke große künstlerische Eigenständigkeit. In jungen Jahren setzte er kräftige Farben ein. Mit der Zeit aber wechselte er zu nuancenreicheren Farbkompositionen und schuf die Bildwirkung mehr durch die Staffelung von Licht und Farben. Manchmal verzichtete er im Alter ganz auf Farbigkeit, um eine möglichst große Übereinstimmung von Bildaussage und Bildwirkung zu erreichen, z. B. in der Passion Christi "Graue Passion").

Auch als er den Übergang von der Spätgotik zur Renaissance in Deutschland einleitete, blieb er seinem übersichtlich geordneten Kompositionsstil treu, der Harmonie und Ruhe ausstrahlt.

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In seinen Bildnissen bedient er sich Physiognomien seiner Umgebung, wenn er Schalkhaft-Anmutiges, Derbes und Humoristisches darstellt. In Basel?, Berlin? und Kopenhagen finden sich Skizzenbücher von ihm, von denen das Berliner als das wertvollste betrachtet werden muss. Weil seine Bildnisse in späten Jahren oft denen seines Sohnes Hans? gleichen, werden sie manchmal falsch zugeschrieben.

1485 erschafft er die Wandfresken in der Peterskirche?, heute Kriegsopfer-Gedenkstätte, in Lindau?, das früheste bekannte Werk von ihm. Ebenfalls aus seiner frühen Zeit stammt das 1493 entstandene Gemälde "Madonna mit Kind" in der Kirche "Unserer lieben Frau" im Ostrachtal in Bad Hindelang? - Bad Oberdorf? im Landkreis Oberallgäu.

Zu seinen bedeutendsten Arbeiten zählt ein Altarretabel (Altaraufsatz), den das Augsburger Kloster Sankt Ulrich? 1490 bei ihm in Auftrag gab, als er noch in Ulm? lebte. Für das Kloster Weingarten? schuf er zusammen mit Michael Erhart? einen Altar, der heute in Augsburg steht. 1495 malt er die "Krönung Mariä" in der fürstbischöflichen Residenz in Eichstätt? sowie den "Tod Mariae", heute in der Kunstsammlung Basel?.

1997 kommt im Holbein-Haus sein noch berühmter gewordener Sohn Hans Holbein der Jüngere? zur Welt, dessen steiler Aufstieg in Basel begann und in seiner Stellung als Hofmaler des englischen Königs Heinrich VIII. kulminierte, in der er die Großen der damaligen Welt portraitierte und damit ein Bild der Renaissance überlieferte.

1499 ist das Gemälde "Maria mit dem Kind" entstanden. Man sieht, wie das Jesuskind die Mutter umhalst. Das Bild entspricht dem byzantinischen Marien-Typus. Ein Engel kommt herbei und reicht dem Kind zum Zeichen seiner Weltherrschaft den Reichsapfel. Ein anderer Engel lockt einen Vogel mit einem Futtersäckchen. Die weißen Lilien sind Symbol für die Jungfräulichkeit Mariä. Auftraggeber des privaten Andachtsbildes waren, glaubt man den Wappen, Georg Gossenbrot? und seine Frau Radegundis Eggenberger? aus Augsburg. Das Gemälde ist auf Lindenholz aufgetragen und gehört dem Wittelsbacher Ausgleichfond der Bayerischen Staatsgemäldesammlung?. Heute befindet es sich im Germanischen Nationalmuseum? in Nürnberg.

Die Glasmalereien in der Heilig-Kreuz-Kirche? zu Landsberg am Lech entstanden im Jahr 1500, genauso wie die Glasmalereien im Kreuzgang des Willibald-Doms? in Eichstätt?, die noch erhalten sind. Sie stellen das Jüngste Gericht und eine Schutzmantelmadonna dar. Auch die ebenfalls 1500 entstandenen Glasmalereien in der Sakristei von Sankt Ulrich und Afra in Augsburg, die eine Madonna mit Heiligen und die Anbetung der Heiligen drei Könige zeigen, sind noch erhalten.

Eine der größten Arbeiten von Hans Holbein dem Älteren ist der Altar der Dominikanerkirche? in Frankfurt am Main?, den er 1501 vollendete. Die Sonntagsseite des Altars zeigt die Passion Christi, die Außenseite schmückt ein Dominikaner-Stammbaum. An hohen Festtagen öffnete man den Altar so, dass Szenen aus dem Marienleben zu sehen waren. Etwa, wie Maria ihren Sohn nach jüdischen Brauch im Tempel darbringt und der greise Simeon dabei das Kind als Messias erkennt. Die Frauen im Gefolge Mariens, die mit blauem Mantel und Schleier dargestellt ist, tragen die aktuelle Mode des Spätmittelalters.

Zwischen 1502 und 1504 bediente sich Hans Holbein der Ältere der Hilfe der Kunstschreiner Adolph Dauchert? und Gregor Erhart? um für das Zisterzienserkloster Kaisheim? bei Donauwörth einen Hochaltar zu fertigen. Im Jahr 1502 fertigt er in der Stadtpfarrkirche St. Jakob? in Straubing? in der Schusterkapelle? das Altarbild und die Entwürfe für die Hochfenster im Chor mit Szenen aus dem Leben des heiligen Ulrich und der heiligen Afra.

Später arbeitete er hauptsächlich im Auftrag der Stadt Augsburg. Im Jahr 1506 portraitieren Hans Holbein der Ältere und Albrecht Dürer Kaufmannsfamilie der Fugger in Augsburg. Zwischen 1506 und 1508 lieferte Hans Holbein der Ältere für die Augsburger Moritzkirche zwei Altäre, die aber leider verschollen sind. 1508 erteilte Hans Holbein dem Älteren das Augsburger Domkapitel? den Auftrag, die Hochaltartafeln für den Dom? zu malen. Dieses "Augsburger Dombild" wurde leider von den reformatorischen Bilderstürmern zerstört und musste durch ein Werk von Christoph Amberger ersetzt werden. Im Jahr 1509 reiste Hans Holbein der Ältere ins Elsass?, wo "etlich arbeit" auf ihn wartete. Im gleichen Jahr nahm er den Auftrag an, die Außenflügel des Silberaltars im Augsburger Dom? zu liefern. Sie stellten die Anbetung des Kindes dar, doch auch dieses Werk ist nicht mehr vorhanden. Ebenso wie die 1510 entstandenen Gemälde für die Flügel eines Altares der "Himmelfahrt Mariae" mit einer Geburt-Christi-Darstellung und einer Anbetung der Könige.

Ab 1517 sind Arbeiten des Künstlers in Isenheim?, heute Colmar? im Elsass?, in Basel? und am Oberrhein? feststellbar. Es scheint, dass er auch oft mit seinen Söhnen zusammengearbeitet hat.

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Wenigstens noch erwähnt werden sollten aus seiner ersten Schaffensperiode (1490 bis 1497) der St. Afra-Altar sowie die Donaueschinger Passionsfolge (1495), die ein eindringliches Mitleiden ausdrückt. Aus der zweiten Schaffensperiode (bis 1509) sollten noch die Basilika Santa Maria Maggiore (1499) und St. Paul vor den Mauern (um 1504) für die Augsburger Dominikanerinnen genannt werden. Auch das Porträt von Ulrich Schwarz mit seiner Familie (um 1503) besticht durch seine Kunst. In der letzten Schaffensperiode noch erwähnenswert: die Altarflügel von Sainte-Odile in Hohenburg?/Elsass?, der Sebastianaltar (1516) und der Lebensbrunnen (1519), das letzte von ihm bekannte Bild und eines der bedeutendsten altdeutschen Madonnenbilder.

Obwohl er zu seinen Lebzeiten sehr berühmt war, wurde er in der Folge vergessen, weil er den Wandel zur Renaissance nicht so prägend mitmachte wie etwa Albrecht Dürer. Doch kann die Wirkung auf seinen Sohn Hans? nicht hoch genug veranschlagt werden.

Werke von Hans Holbein dem Älteren in Augsburg

Originalwerke von Hans Holbein dem Älteren befinden sich in der Katharinenkirche?, heute eine Zweiggalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen?. Man gelangt über das Schaezlerpalais in die Katharinenkirche?, so sich auch der 1512 geschaffene Katharinenaltar? befindet.

Im Jahr 1493 schuf Hans Holbein der Ältere vier Bildtafeln, die heute im Augsburger Dom? an zwei Säulen in der Nähe des Altars hängen. Sie stellen Szenen aus dem Marienleben dar: ihre Geburt, den Tempelgang, Joachims Opfer und die Darbringung im Tempel. Ursprünglich gehörten diese Werke dem Kloster Weingarten?; sie wurden jedoch im 19. Jahrhundert von der Diözese Augsburg? gekauft.

Sonstiges

In Augsburg ist Hans Holbein der Ältere der Namensgeber des Holbein-Gymnasiums? und der Holbeinstraße?. Seine Werke sind neben Augsburg ausgestellt in der Alten Pinakothek?, München, dem Städel?, Frankfurt, der Kunsthalle Bremen?, dem Kunstmuseum Basel?, dem Musée d´Unterlinden?, Colmar, dem Museu Nacional de Arte Antiga, Lissabon, der National Gallery, Prag, der Staatsgalerie Stuttgart?.

Weblinks


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