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Holbein-Haus

Wohnhaus und Werkstätte von Hans Holbein dem Älteren.

Allgemeines

Vor dem II. Weltkrieg war das Holbein-Haus Treffpunkt und Besuchsstätte von Holbein-Freunden aus aller Welt. Heute hat hier der Augsburger Kunstverein? seine Ausstellungsräume.

Geschichte

Hans Holbein der Ältere ist in Augsburger Steuerbüchern schon im Jahr 1494 genannt. Damals wohnte er am "Schwalbeneck" (Mauerberg 1), wo auch Thoman Burgkmair?, der Lehrer Hans Holbein des Älteren gelebt hatte. Dort im Lechviertel hatte schon der Vater Hans Holbein des Älteren als Gerber gelebt und gearbeitet.

Hans Holbein der Ältere erwarb das Haus 1496 und benutzte es als Wohnhaus und Werkstätte. Hier wurde auch Hans Holbein der Jüngere? entweder 1497 oder 1498 geboren. Auch die Mutter von Hans Holbein dem Älteren wohnte hier, hatte er sie doch als ältester Sohn zu versorgen. Ein weiterer Bewohner war Jakob Zwitzel?, seines Zeichens Steinmetz, aus der Ulmer Gegend eingewandert und später Nachfolger von Burkhard Engelber? im Stadtmeisteramt von Augsburg.

Und noch ein Künstler wohnte in der Nähe, im nördlich angrenzenden Haus Vorderer Lech Nr. 20, gegenüber der Findelgässchen-Mündung: Gregor Ehrhard?, ein Bildhauer, der im Jahr 1494 nach Augsburg gekommen war. Seit 1510 ist er im Vorderen Lech Nr. 20 verzeichnet; er arbeitete eng mit Hans Holbein dem Älteren zusammen.

In der Zeit Hans Holbein des Älteren sah sich ein Künstler als einfacher Bürger und als Zunftmitglied. Das zeigt sich auch an der Wohnung. Denn früher war das Holbein-Haus wie die angrenzenden Häuser ein schlichter zweigeschossiger Bau, der getünchtes Holzwerk aufwies und sich in die Gruppe der umgebenden Häuser einfügte. Es lag in der Augsburger Unterstadt?, dem ärmeren Stadtteil, und Hans Holbein der Ältere musste in die reichere Augsburger Oberstadt?, wenn er Aufträge wollte. Etwa von den Kirchen oder von vornehmen Patriziern, von Stiftsherren oder den wohlhabenden Fuggern.

Das Holbein-Haus war von Kirchen umgeben und sie prägten den Ablauf der Zeiten. So läuteten zu festen Zeiten die verschiedensten Kirchenglocken ringsum. Etwa das Glöckchen der Antoniuskapelle?, die Glocken des Dachreiters der Dominikanerkirche oder die von Sankt Ursula?, auch die Glocken von Sankt Moritz waren nicht zu überhören. So schreibt Norbert Lieb: "Als ob Holbein diese Töne immerdar in seinem Ohr gehabt, so ließ er diese auch in der Tafel der `Marienbasilika´ von 1494 golden klingen."

Im II. Weltkrieg wurde das Gebäude total zerstört. In den Jahren 1964 und 1965 baute man das Haus als Gedenkstätte wieder auf und richtete Künstlerateliers ein. 1967 dann errichtete man Ausstellungsräume, die dem Kunstverein? zur Verfügung gestellt wurden, der sie ab 1996 für Veranstaltungen nutzte.

Adresse

Vorderer Lech 22

Lage des Holbeinhauses

Weblinks


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