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Holbein-Haus

auch Holbeinhaus; Augsburger Wohnhaus und Werkstätte von Hans Holbein dem Älteren

Allgemeines

Das Holbeinhaus am Vorderen Lech 20 war das Wohnhaus der Künstlerfamilie Holbein. Die Bedeutung Hans Holbeins des Älteren liegt darin, dass mit ihm Augsburg zu einem europäischen Kunstzentrum wurde. Der Maler und Zeichner war im Übergang von der Spätgotik zur Renaissance eine bedeutende Künstlerpersönlichkeit, nicht nur für Augsburg.

Vor dem II. Weltkrieg war das Holbein-Haus Treffpunkt und Besuchsstätte von Holbein-Freunden aus aller Welt. Heute hat hier der Augsburger Kunstverein seine Ausstellungsräume. Meist sind hier Ausstellungen zeitgenössischer Künstler zu sehen.

Im Holbein-Haus finden sich keine Gemälde von Mitgliedern der Familie Holbein. Die in Augsburg erhaltenen Werke der Holbeins finden sich vornehmlich in der Staatsgalerie Alte Meister oder im Dom Unserer Lieben Frau.

Holbeinhaus Augsburg
Holbeinhaus in Augsburg am 2. August 2007. By JD (selbst fotografiert von JD) [CC BY-SA 2.0 de, GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Geschichte

Hans Holbein der Ältere ist in Augsburger Steuerbüchern schon im Jahr 1494 genannt. Damals wohnte er am "Schwalbeneck" (Mauerberg 1), wo auch Thoman Burgkmair?, der Lehrer Hans Holbein des Älteren lebte. Dort im Lechviertel hatte schon der Vater Hans Holbeins des Älteren als Gerber? gelebt und gearbeitet.

Hans Holbein der Ältere erwarb das Holbein-Haus 1496 für 70 Gulden und benutzte es als Wohnhaus und Werkstätte bis 1515. Hier wurde auch Hans Holbein der Jüngere? entweder 1497 oder 1498 geboren. Auch die Mutter von Hans Holbein dem Älteren wohnte hier, hatte er sie doch als ältester Sohn zu versorgen. Ein weiterer Bewohner war Jakob Zwitzel?, seines Zeichens Steinmetz, aus der Ulmer Gegend eingewandert und später Nachfolger von Burkhard Engelberg? im Stadtmeisteramt von Augsburg.

In seiner Augsburger Werkstatt arbeitete Hans Holbein der Ältere mit seinem jüngeren Bruder Sigismund zusammen. Während der jüngere Sohn Hans 1514/15 Augsburg verließ und über Basel nach London gelangte, wo er 1537 Hofmaler des Königs Heinrich VIII. vurde, arbeitete der ältere Sohn Ambrosius Holbein? anknüpfend an seinen Vater als Maler und Zeichner - ab 1517 in Basel, wo er Meister wurde.

Und noch ein Künstler wohnte in der Nähe, im nördlich angrenzenden Haus Vorderer Lech Nr. 18, gegenüber der Findelgässchen-Mündung: Gregor Ehrhard?, ein Bildhauer, der im Jahr 1494 nach Augsburg gekommen war. Seit 1510 ist er im Vorderen Lech Nr. 18 verzeichnet; er arbeitete eng mit Hans Holbein dem Älteren zusammen.

Im II. Weltkrieg wurde das Gebäude des Holbein-Hauses total zerstört. In den Jahren 1964 und 1965 baute man das Haus als Gedenkstätte wieder auf und richtete Künstlerateliers ein. Beim Holbein-Haus handelt es sich also um eine Rekonstruktion des historischen Gebäudes. 1967 errichtete man Ausstellungsräume, die dem Kunstverein zur Verfügung gestellt wurden, der sie ab 1996 für Veranstaltungen nutzte.

Details

In der Zeit Hans Holbein des Älteren sah sich ein Künstler als einfacher Bürger? und als Zunftmitglied. Das zeigt sich auch an der Wohnung. Denn früher war das Holbein-Haus wie die angrenzenden Häuser ein schlichter zweigeschossiger Bau, der getünchtes Holzwerk aufwies und sich in die Gruppe der umgebenden Häuser einfügte. Es lag in der Augsburger Unterstadt?, dem ärmeren Stadtteil, und Hans Holbein der Ältere musste in die reichere Augsburger Oberstadt?, wenn er Aufträge wollte. Etwa von den Kirchen oder von vornehmen Patriziern, von Stiftsherren oder den wohlhabenden Fuggern.

Das Holbein-Haus war von Kirchen umgeben und sie prägten den Ablauf der Zeiten. So läuteten zu festen Zeiten die verschiedensten Kirchenglocken ringsum. Etwa das Glöckchen der Antoniuskapelle?, die Glocken des Dachreiters der Dominikanerkirche? oder die von Sankt Ursula?, auch die Glocken von Sankt Moritz waren nicht zu überhören. So schreibt Norbert Lieb: "Als ob Holbein diese Töne immerdar in seinem Ohr gehabt, so ließ er diese auch in der Tafel der `Marienbasilika´ von 1494 golden klingen."

Die Städtische Galerie für Wechselausstellungen befindet sich im Erdgeschoss des Holbeinhauses.

Vor dem Holbein-Haus liegt der Holbeinplatz?. In einem der südlich des Platzes liegenden Gebäude schrieb der Nationalökonom Friedrich List? (1789 - 1846), der von 1814 bis 1844 Mitarbeiter Cottas Allgemeiner Zeitung war, sein bekanntes Hauptwerk "Das nationale System der politischen Ökonomie". Auf dem kleinen Holbeinplatz sprudelt auch ein kleiner Brunnen. Er hat keinen Namen und ist mit einem Rundbecken ausgestattet, das einem Mühlrad ähnelt.

Lage

Vorderer Lech 22


Weblinks


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