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Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg

eine ehemalige Augsburger Ausbildungsstätte bzw. Fachakademie für Musik; 2008 ersetzt durch das Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg (Teil der philosophisch-sozialwissenschaftlichen Fakultät); heute "Hochschule für Musik Nürnberg" mit Einrichtungssitz in Nürnberg

Allgemeines

Die staatliche Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg wurde durch Zusammenlegung des Meistersinger-Konservatoriums in Nürnberg und des Leopold-Mozart-Konservatoriums? in Augsburg gegründet.

Die Musikhochschule war als Ausbildungsstätte eine Werkstatt für Musik und wirkte gleichzeitig als regionales Kulturzentrum. Die Hochschule, die Dozenten und Studierenden leisteten mit öffentlichen Auftritten einen wesentlichen Beitrag zur Pflege der Musikkultur in Augsburg.

Die Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg hatte das Ziel, die Studierenden optimal auf den harten musikalischen Wettbewerb vorzubereiten. Dafür wollte man hier nicht nur die technische Leistungsfähigkeit, sondern auch die Persönlichkeit des Musikers fördern - durch instrumentale Kompetenz und Praxisbezug. Die Hochschule war deswegen bestrebt ihren Studierenden neben einer fundierten Ausbildung einen guten Übergang in den künstlerischen oder künstlerisch-pädagogischen Beruf zu bieten. Außerdem versuchte sie die Wettbewerbsfähigkeit auch im internationalen Vergleich zu steigern. Deshalb wurden die Studierenden der künstlerischen Ausbildung auf die Bühnen- und Konzertreife sowie die Ensemblearbeit in unterschiedlichen Stilrichtungen vorbereitet. Im künstlerisch-pädagogischen Bereich wurde besonderer Wert darauf gelegt, die Fähigkeit zur Musikvermittlung zu schulen.

Geschichte

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Musikalische Berufsausbildung hat in Augsburg eine mehr als 100 Jahre lange Tradition. Schon 1873 gründete Hans Michael Schletterer? in der Stadtmetzg eine private "Augsburger Musikschule", die später in die heutige Jesuitengasse 14 (damals Litera F 409) umzog. Unterrichtet wurden Musiktheorie, Instrumentalspiel, Ensemblespiel und Chorleitung.

1922 übernahm die Stadt Augsburg die Musikschule vorläufig, 1924 endgültig. 1926 änderte man den Namen in "Städtisches Konservatorium" und zog um in das Franzosenschlösschen? in der Heilig-Kreuz-Straße 26 (damals Litera F 371). Da dieses Franzosenschlösschen? 1944 zerstört wurde, konnte die Musikschule erst 1945 den Unterricht wieder aufnehmen - mit Genehmigung der Militärregierung. In den ersten Nachkriegsjahren zog die Schule immer wieder in verschiedene städtische Gebäude um. Dieses Provisorium endete 1955, als man das Städtische Konservatorium im Schaezlerpalais unterbrachte, nachdem man 1948 den Titel in "Leopold-Mozart-Konservatorium der Stadt Augsburg" erweitert hatte.

1956 brachte man dieses Institution zusammen mit der Albert-Greiner-Sing- und Musikschule? und dem Deutschen Singschullehrer- und Chorleiterseminar? in der Maximilianstraße 59 unter.

1973 ernannte man die Einrichtung in der Maximilianstraße 59 zur Fachakademie für Musik mit dem Namen Leopold-Mozart-Konservatorium. Das bedeutete, die Einrichtung wurde zu einem ausschließlich berufsbildenden Institut. 1986 gründete man den Verein des Leopold-Mozart-Kuratoriums e.V.?, um das Institut auf kulturellem, künstlerischen und pädagogischen Gebiet zu unterstützen. Die Einrichtung gedieh und so musste man 1976 und 1991 die Musikausbildungsstätte durch Räumlichkeiten im benachbarten Limbächerhaus? (Maximilianstraße 57) und in der Wintergasse 9 erweitern.

1993 richtete man die Möglichkeit zum Erwerb des pädagogischen Musiklehrerdiploms unter Hochschulprüfungsvorsitz durch einen 1990 geschlossenen Kooperationsvertrag zwischen der Hochschule für Musik, München, und der Stadt Augsburg ein. Im gleichen Jahr richtete man die Studiengänge Blasorchesterleitung und Elementare Musikerziehung ein. 1994 kam der Studiengang Musik und Computer hinzu.

Die Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg wurde im Jahre 1998 gegründet. Dazu wurden das Meistersinger-Konservatorium in Nürnberg und das Leopold-Mozart-Konservatorium? Augsburg zur kommunalen Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg mit Hauptsitz in Nürnberg zusammengeschlossen. Ihren neuen Namen trug die Einrichtung seit dem 1. August 1999. Der Standort Augsburg bekam aber nie eine Chance sich wirklich zu entwickeln. So wurden die Studentenzahlen von politischer Seite aus gedeckelt, das Konzept der "reisenden" Professoren wurde nie realisiert, die Raum-Situation blieb immer unbefriedigend und die Bibliothek konnte wegen mangelnder Mittel nie so ausgestattet werden, wie es notwendig gewesen wäre.

Trotzdem bekamen die meisten der Augsburger Abgänger der Hochschule eine Stelle. Die Quote war höher als in Nürnberg, in Kirchenmusik und Blasorchesterleitung betrug sie sogar 100 Prozent. Auch beteiligten sich Augsburger Studenten mit herausragenden Ergebnissen an internationalen Wettbewerben.

Auflösung

Aufgrund der allgemein angespannten Haushaltssituation des Freistaates Bayern? plante die Staatsregierung in Person von Kunstminister Goppel 2006 den Standort Augsburg der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg auflösen - obwohl sich in der Zwischenzeit etwa 30.000 Augsburger für den Erhalt des Standortes stark gemacht haben.

Kunstminister Goppel plante für Augsburg stattdessen eine Meisterkurs-Akademie für Kammermusik und Lied. Sein Konzept vom 23. Mai 2006 sah so aus (Pressemitteilung der Staatskanzlei):

Die Eckpunkte des Konzepts für die Zukunft der Musikausbildung auf Hochschulniveau in Augsburg hat Kunstminister Thomas Goppel am Dienstag im Bayerischen Kabinett vorgestellt. Danach soll das musikpädagogische Profil an der Universität Augsburg geschärft und mit der „Internationalen Leopold-Mozart-Akademie für Kammermusik und Lied" eine künstlerische Spitzeneinrichtung geschaffen werden. Goppel: „Mit dem Neubeginn auf diesen zwei Säulen soll ein musikalisches Spitzenangebot für Augsburg und ganz Bayern entstehen. Augsburg wird qualitativ gewinnen und sich mit der Leopold-Mozart-Akademie, die in ihrer Ausgestaltung einmalig ist, über Bayern hinaus großes Renommee erwerben. Mit der Umsetzung des Neukonzeptes bleibt Augsburg auch Sitz von bedeutenden Hochschuleinrichtungen im musikpädagogischen und musikalisch-künstlerischen Bereich. In Augsburg soll mit der neuen Akademie die künstlerische Exzellenz mit einem Alleinstellungsmerkmal in Bayern und Deutschland auf den Weg gebracht werden. Dabei soll auch die Bläserausbildung in die Konzeption einbezogen werden."

Diese Planungen führten am 1. Januar 2008 zur Gründung der dritten staatlichen Musikhochschule Bayerns in Nürnberg, wo etwa 400 Studierende in den grundlegenden Studienbereichen der künstlerischen und künstlerisch-pädagogischen Ausbildung unterrichtet werden sollten. Damals wechselte die Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg mit ihren zwei Standorten von der städtischen in die staatliche Trägerschaft. Der verbliebene Augsburger Teil wurde zum größten Teil als Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg zugeschlagen. Vor allem die Bläserausbildung sollte in Augsburg erhalten bleiben. Das hatte der Freistaat Bayern? mit den Trägern des Zweckverbandes, der bis bis 31. Dezember 2007 bestand, den Bezirken Mittelfranken? sowie Schwaben und den Städten Nürnberg sowie Augsburg, ausgehandelt.

Details

Die Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg hatte weder ein Promotions- noch ein Habilitationsrecht. Im Schnitt wurden etwas über 500 Studierende von der Hochschule betreut. Es gab fünf Studienfächer bzw. Studiengänge, die alle mit dem Diplom abgeschlossen werden konnten:

  • Musikpädagogik, elementare
  • Blasorchesterleitung
  • Kirchenmusik B, katholische
  • Kirchenmusik A, katholische
  • Zusatzstudium Elementare Musikpädagogik

Das Studentensekretariat der Hochschule befand sich in Augsburg, während die Studienberatung in Nürnberg angesiedelt war.

Direktoren des Leopold-Mozart-Konservatoriums

Bekannte Absolventen und Dozenten des Leopold-Mozart-Konservatoriums

  • Anja Augustin (Sängerin)
  • Annette Beck (Sängerin)
  • Eva Bernard (Sängerin)
  • Measha Brueggergosman (Sängerin)
  • Dorothea Chryst (Sängerin)
  • Werner Egk (Komponist, Dirigent)
  • Julia Fischer (Geigerin)
  • Jon Geoffry Goldsworthy (Sänger)
  • Christoph Hartmann (Oboist)
  • Gregor Heuser (Komponist)
  • Wilfried Hiller (Komponist)
  • Georg Hörtnagel (Kontrabassist)
  • Thomas Königs (Gitarrist)
  • Harald Lillmeyer (Gitarrist)
  • Monika Rebholz (Sängerin)
  • Ulrich Reß? (Sänger)
  • Magda Schneider? (Schauspielerin, Sängerin)
  • Anja Schütz (Sängerin)
  • Ernő Sebestyén (Geiger)
  • Irmgard Seefried (Sängerin)
  • Gerhard Siegel (Sänger)
  • Georg Thauern (Sänger)
  • Edith Wiens (Sängerin)
  • Robert Wörle (Sänger)

Weblinks


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