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Hochablass
Der Hochablass ist ein Stauwehr im Süden der Stadt Augsburg. Hier werden werden 50 m³/s Lech -Wasser in den Hauptstadtbach? und in die Olympia-Kanustrecke Eiskanal ausgeleitet.

Hochablass Augsburg © Eva Stuhlmüller (www.augsburg-parrot.de)
Allgemeines
Der Hochablass liegt bei Flusskilometer 47 und ist eine querliegende Stahlbetonkonstruktion. Die elektromotorisch betriebenen Walzen- und Schütztafelwehre sind sowohl fest wie auch beweglich und regelbar. Es gibt eine Kiesschleuse, einen Fußgängersteg und ein Getriebehäuschen mit einem Glockenturm.
Der Hochablass liegt 484,5 Meter über NN und hat eine Stauhöhe von 6,3 Metern.
Am westlichen Brückenkopf stehen zwei Figuren: der "Flößer" und die "Spinnerin" mit den Attributen Spindel, Füllhorn und Turbinenrad. Sie sind Symbole für die Bedeutung des Wehrs und des Flusses für die Industrie, die Wasser braucht, und wurden von Josef Köpf? entworfen.
Nach dem Hochablass ist der Ablaßweg? im Spickel? benannt.
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Geschichte
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Bereits im 14. Jahrhundert besteht ein Lechanstich an der heutigen Lage des Hochablasses. Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1346. Man nimmt aber an, dass sich ein Lechablass wohl schon im Jahr 1000 an dieser Stelle befand.
Im Jahr 1647 errichtet man das erste hölzerne Hochablass-Wehr, das aber im Spanischen Erbfolgekrieg 1703 zerstört wird. Von 1707 bis 1710 baut man das Wehr wieder aus Holz auf. 1793 brennt das Hauptschleusenwerk wieder ab. Wieder baut man in den Jahren 1797 und 1798 das Werk auf. Dieses Wer war ein schrägliegendes Streichwehr mit einer Floßgasse, das aus Holz und Steinen errichtet war.
Am 16. Juni 1910 fiel dieses Streichwehr einem Hochwasser zum Opfer und wurde vollständig zerstört. Blickt man bis 1647 zurück, so hatte der Hochablass neun schwere Hochwasserschäden.
Nach dem Hochwasser von 1910 baute man den Hochablass in den Jahren 1911 und 1912 erneut auf, diesmal massiv Stahlbeton. So steht der Hochablass bis heute. Geplant hat ihn im Wesentlichen der damalige Stadtbaurat? Otto Holzer?
1921 benennt man im Spickel? den Ablaßweg? nach dem Hochablass.
1931 kam der Fußgängersteg dazu.
1968 bis 1972 hat man den Hochablass grundlegend saniert
Im April 1979 riss man die westlich gelegene Hochablass-Gaststätte wegen des Trinkwasserschutzes ab. Sie war seit der Jahrhundertwende ein beliebtes Ausflugsziel der Augsburger.
1995 wurde eine Bestandsaufnahme am Hochablass gemacht, weil der westliche Wehrteil noch keiner grundlegenden Sanierung unterzogen worden war.
Danach entwickelte man ein Sanierungskonzept entwickelt und führte 1999 einen ersten Sanierungsbauabschnitt durch. Im 2. Bauabschnitt, der im Herbst 2002 begonnen und im März 2003 abgeschlossen werden konnte, wurden folgende Arbeiten durchgeführt: Injektionen von Wehrpfeilern und der westlichen Wangenmauer zur Verbesserung der Betonqualität, Abbruch der Pfeilerschalen und Auftrag einer bewehrten Spritzbetonschale, Ausbruch und Neubau des Vorbodens, Neubau der Nachbodenplatte und Nachrüstung von Störkörpern.
Details
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Die Wehrbreite beträgt 145 Meter. Der Hochablass hat sechs Wehrfelder und bildet die Form eines Z nach. Der östliche Wehrteil ist mit drei Gegengewichtsklappen und zwei Überfallschwellen ausgestattet, der westliche Wehrteil mit einem Walzenwehr, einer Fischbauchklappe und einem Hakendoppelschütz. Die Fallhöhe beträgt 5,80 Meter.
Am Hochablass gibt es alte Wasserrechte, die den Bächen und an 200 Tagen der Kanuslalomstrecke Eiskanal genügend Wasser zusichern.
Man muss zwei Abschnitte des Hochablasses unterscheiden: einen westlichen und einen östlichen Teil.
Die Durchflussmenge des westlichen Teils lässt sich regeln und hat den vornehmlichen Sinn, Wasser in die Lechkanäle der Altstadt? einzuleiten. Daneben wird von hier aus seit 1971 auch der Eiskanal mit Wasser versorgt. 45 Kubikmeter pro Sekunde verlassen die Ausleitung im Normalfall.
Der Osten des Bauwerks ist ein festes Wehr, das den Wasserstand im nahe gelegenen Kuhsee regelt.
Eine Steintafel am Hochablass zählt Naturkatastrophen, Brände und Kriege auf, die sich am Hochablass abspielten.
Die 1931 gebaute Fußgängerbrücke ist eine wichtige Verbindung zwischen Hochzoll und dem Siebentischwald.
Beim Hochablass stehen zwei Wasserwerke: Das historische Wasserwerk am Hochablass und ein 2006 errichtetes Wasserwerk, das der Weiterleitung des Trinkwassers aus umliegenden Brunnen in das städtische Trinkwassernetz dient. Geplant wurde es von dem Augsburger architekturbüro reinhold streidl?. Die Konstruktion ist aus Stahlbeton, hat eine gestaltete Glasfassade, eine Fassadenverkleidung aus wetterfestem Baustahl und ein Deckentragwerk aus Stahl.
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Kraftwerk am Hochablass
Gegen ein von den Stadtwerken Augsburg neu geplantes Kraftwerk formierte sich von verschiedenen Gruppen in Hochzoll Ende 2011 Widerstand („Hochzoller Wasserkraftgegner“). Geplant wurde am Hochablass ein unterirdisches Wasserkraftwerk, das ohne zusätzliche Eingriffe in den Naturraum möglich sein sollte. Durch dieses Kraftwerk sollten ca. dreitausend Augsburger Haushalte mit regional gewonnenem Ökostrom versorgt werden.
Gegner der Kraftwerkspläne am Hochablass glaubten ökologische Belange in diesem sensiblen Gebiet nicht genügend berücksichtigt. Da das geplante Wasserkraftwerk an das Naturschutzgebiet Stadtwald Augsburg? und an das europäische Fauna-Flora-Habitatschutzgebiet Lechauen zwischen Königsbrunn und Augsburg?, angrenzt, müsse bei der Planung auf den Naturschutz besonders Rücksicht genommen werden. Denn der sensible Fluss- und Auenlebensraum weise eine herausragende Fauna und Flora auf, auch sehr selten gewordene Flussfischarten. So lebten hier u. a. die auf der Roten Liste stehenden Arten Nase, Äsche, Bachforelle, Barbe, Groppe und Huchen. Von besonderer Bedeutung sei dabei der mittlerweile weltweit stark gefährdete Huchen. Am Lech oberhalb des Hochablasses böte sich durch eine Lechrenaturierung die Möglichkeit, eine selbsterhaltende Population des Huchens aufzubauen und damit einen ganz entscheidenden Beitrag zum Erhalt dieser Art zu leisten. Voraussetzung dafür sei aber eine artgerechte Gestaltung des Kraftwerks am Hochablass. Mit den vorgesehenen Einlassrechen von 25 Millimetern käme es aber zu gravierenden Fischverlusten in den Turbinen. Dieser breite Einlassrechen würde von 20 Zentimeter langen Nasen oder großen Huchen problemlos passiert, was zu einer großen Zahl durch die Turbine verletzten oder getöteten Fischen führen würde. Stand der Technik seien Einlassrechen mit einer Weite von 10 Millimeter bei einer Anströmgeschwindigkeit unter 0,5 Meter pro Sekunde. Dies werde in Nordrhein- Westfalen mit dem Durchgängigkeitserlass für Wanderfische bei Vorkommen des Lachses rechtlich vorgeschrieben. Mit einer solchen Breite des Einlassrechens ließe sich auch eine Gefährdung der Junghuchen und der nicht weniger bedeutenden Begleitarten vermeiden bzw. signifikant verringern.
Andere – wie die Augsburger ödp begrüßten die Kraftwerkspläne im Rahmen der Umstellung auf natürliche Energiegewinnung ausdrücklich. Die Sorge um die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens sei nur vorgeschoben, denn ein Wasserkraftwerk rentiere sich für den Betreiber wegen der langen zu erwartenden Laufzeit eigentlich immer. Andere Befürworter des Kraftwerks meinten, einzig der nach Inbetriebnahme des Kraftwerks vielleicht nicht mehr so häufig zu bewundernde Wasservorhang sei eine negative Nebenwirkung, die man zwar beklagen könne, die man aber im Interesse der Versorgungssicherheit der Augsburger hinnehmen müsse.
Da es gegen das geplante Hochablass-Wasserkraftwerk also verschiedene Meinungen gab, wollten die Augsburger CSU und Pro Augsburg? im Januar 2012 ein Ratsbegehren in die Wege leiten, was nach Angaben der GRÜNEN etwa 170.000 Euro gekostet hätte und besser direkt in den Klimaschutz investiert werden sollte.
Im Januar 2012 schalteten die Stadtwerke Augsburg eine eigene Internetseite mit Informationen zum Hochablasskraftwerk auf. Ziel war es, allen interessierten Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich ausgiebig aus Sicht der Stadtwerke Augsburg über das Thema zu informieren.
Lage
Der Hochablass liegt an der Spickelstraße?.
Weblinks
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