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Globalart

die Augsburger Kunstgalerie von Reinhard Gammel.

Allgemeines

"Wen ein gelungener Hintern entzückt, was sind dem die frühesten Metten?" Mit einer Prise Ironie steht dieses Zitat von Bertolt Brecht als Motto über dem Programm von "Global Art Augsburg". Brechts "Glücksgott" setzt ironisch Physik gegen Metaphysik, das niedere Fleisch gegen hochtrabende Predigten.

"Es ist das alte und immer wieder neue Spiel mit Licht, Ironie, Farben und Formen", sagt Dr. Reinhard Gammel, der Betreiber der Galerie. Die Idee dahinter: Fotografie und Erotik, Pinsel und Pixel, open-source-web und traditionelle Techniken zu verbinden für eine Ästhetik des Menschlichen. Spürbar ist die ironisch erotische Komponente sowohl in der Körpersprache der Gemälde wie in den digitalen Arbeiten. Ein Blick, ein Gefühl, eine Andeutung, ein Lächeln - sie verleihen jedem Motiv Zärtlichkeit und Würde.

Durch das Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit und die Digitalisierung der Welt hat heute jeder Mensch dieser Welt die Möglichkeit, an einer globalen Ästhetik zu partizipieren und mit verschiedenen Erdteilen zu kommunizieren. Sie ist nicht plakativ politisch, sondern zielt auf Natürlichkeit und Allgemeingültigkeit, Sinnliches und Toleranz. Der universelle erotische und ästhetische Blick ist human und will keine ideologischen Ausgrenzungen.

Dabei wirkt Reinhard Gammel gerne mit Malern aus Afrika, Russland oder der Karibik zusammen, die seine Entwürfe grob auf die Leinwand übertragen, während er den Feinschliff vornimmt. Aber diese Programmatik ist nicht unproblematisch: In der islamischen Kultur besonders, aber auch in der jüdischen und christlichen gilt Erotik weithin als provokativ oder tabuisiert. Die malenden „Übersetzer“ müssen dabei ihre eigenen Begrenzungen übertreten und sich mit "Menschsein" an sich konfrontieren.

"Obwohl es für mich eigentlich nur ein technisches Problem ist, wie eine Vorlage oder ein Dia in Farbe auf die Leinwand kommt und ob die geleistete Arbeit meinen Anforderungen entspricht, muss ich sehr genau auswählen, wer was machen kann. Mit Geldverdienen allein ist das nicht lösbar. Meine Maler-Assistenten sind emotional beteiligt, müssen es sein, und meine Bilder sind für sie oft eine kulturelle Herausforderung, der sie sich vorher noch nie so gestellt haben", konstatiert Reinhard Gammel. Und: "Alle Bilder sind meine Bilder, Unikate sowieso, weil es meine Ideen sind. Aber der technische Produktionsprozess ist global und hat kulturelle Rückwirkungen. Ich globalisiere über die handwerkliche Produktion universelle ästhetische Ideen von Erotik, Sex und Menschlichkeit."

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Geschichte

Gegründet wurde die Galerie im Jahr 2005. Der erste Standort war in der Jakoberstraße 13, doch musste er am 30. September 2006 aus finanziellen Gründen aufgegeben werden. Seitdem befindet sich die Galerie Globalart am Jakobsplatz 15. Neben dem Bestand der dort gelagerten Werke, die besichtigt werden können, gibt es auch thematisch wechselnde Ausstellungen und gelegentlich Expositionen zusammen mit anderen Künstlern.

Die letzte Ausstellung dieser Art im März 2012, eine Koproduktion von Reinhard Gammel und Siegfried Stiller, trug den sinnreichen Titel LAST EXIT FUCKERSTADT. Zur Fortführung seiner künstlerischen Aktivitäten bezog Reinhard Gammel im April 2012 ein Atelier im Grandhotel Cosmopolis und trat der Galerie rahmenlos im Kulturpark West bei.

Details

Fiktives Eröffnungsinterview Global Art (GA) mit der Augsburger Presse (AP)

AP: Sie nennen Ihre Galerie „Global Art“ – ist das nicht ein bisschen hochgestochen?

GA: Wenn man global sein will, kann man nicht hoch genug stechen!

AP: Aber Sie sind in Augsburg, in der Jakoberstraße, das ist fast schon Lechhausen, wo der Abschaum wohnt!

GA: Der Abschaum ist immer global, das ist die Sahne auf dem Kaffee, die mal dahin, mal dorthin schwappt, wie beim Klima, nicht lokalisierbar.

AP: Schwappen ist ein gutes Stichwort. Glauben Sie, dass die Schwaben Ihre Kunst verstehen?

GA: Jeder Mensch versteht Kunst, nicht nur in Berlin, auch am Äquator.

AP: Sicher?

GA: Sicher nicht. Aber wenn es mulmig wird, staunig oder kribbelig, schwarz, rot oder gold vor den Augen – dann ist es Kunst.

AP: Versteh ich nicht.

GA: Kunst versteht man nicht, Kunst fühlt man. Höhepunkte und Götterfunken versteht man ja auch nicht, man fühlt sie.

AP: Sie zitieren und beerben gerne mal Brecht, wenn es Ihnen passt ...

GA: einen Vorgänger ...

AP: Aber hier, in der Vorstadt, einen Steinwurf von seinem Geburtshaus und ein paar Hupfer zu den Wohnorten - fürchten Sie nicht, die Stadt Augsburg könnte Sie auch einmal ehren?

GA: Ach du große Bleiche! Mein Vorfahre war der letzte Sohn der Stadt, der der Welt was zu sagen hatte, ohne hier Gehör zu finden – da glaube ich nicht, dass von dem bisschen globalen Wind, den ich mache, etwas bleibt.

AP: Also kein Eichel-Ober?

GA: Nur die Shell-Sau und ein toter Hund. Da kann man sticheln wie man will.

AP: Danke für die Zeit.

GA: Danke für den Raum.

Presse

Ohne Utopist sein zu wollen, wünscht sich Gammel in der Tat eine Welt, die mehr von Liebe, denn von Geld bestimmt ist. Die Motive in seinen Werken bringen dies deutlich zum Ausdruck: Frauenporträts, Akte und erotische Details. (Augsburger Allgemeine September 2006)

Adresse

GLOBAL ART AUGSBURG
Dr. Reinhard Gammel
Jakobsplatz 15
86152 Augsburg

Tel. 0162/7558385
E-Mail: gamrei(@)web.de

Weblinks


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