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Glaspalast
Allgemeines
Der Glaspalast ist ein fünfgeschoßiger Stahlskelettbau, der in etwa die Fläche eines Fußballfeldes einnimmt. Um das Tageslicht gut auszunutzen, hat der Architekt dem Bau großflächige Fenster gegeben. Als noch im Glaspalast gearbeitet wurde, schien das Licht während der Nachtschicht von Innen nach Außen. So wirkte der Bau wie ein gläserner Palast und die Augsburger bezeichneten den ungewöhnlichen Bau schon bald als "Glaspalast".
Geschichte
Der Glaspalast wurde 1908/09 als "Werk IV - Aumühle" für die Spinnerei und Weberei Augsburg? (SWA) errichtet. Architekt war der Stuttgarter Pilipp Jakob Manz. In Betrieb genommen wurde der Glaspalast im Jahr 1910.
Die Textilkrise während der 1980er Jahre in Mitteleuropa führte zur Insolvenz der Spinnerei und Weberei Augsburg? und damit auch zur Still-Legung des Glaspalasts, in dem lange Leerstand herrschte.
1999 kaufte Ignaz Walter? das Gebäude in dem Wollen, aus ihm ein Zentrum für Kultur und Kunst zu schaffen.
Im Jahr 2010 stimmte die Mehrheit von Pro Augsburg? und CSU im Stadtrat für den Abriss des Kamins am Glaspalast, weil er ja nicht mehr gebraucht werde. Dagegen wandten sich die Augsburger GRÜNEN: Der Kamin sei ein stadtbildprägendes Denkmal der für Augsburg so wichtigen Textilindustrie?. Sie bekamen in der Folge die Unterstützung des Heimatpflegers?.
Im September 2011 wurde bekannt, dass die Abbruchpläne für den Kamin begraben wurden und er stattdessen saniert werden sollte.
Details
Beim Glaspalast Augsburg handelt es sich um einen frühen deutschen Stahlskelett-Großbau. Jedes Geschoß hat 13 Fensterachsen und ist allseitig durchfenstert. Die Idee dahinter war das Prinzip einer Tageslichtfabrik im Geschoßbau. Um die 45 Meter Raumtiefe eines Stockwerks auszuleuchten, brauchte es detaillierte Berechnungen zu Lichteinfall und -streuung.
Besonders auffällig sind die zwei Türme des Baus. Der eine Turm beinhaltet einen Aufzug und das Treppenhaus, der andere Turm dient als Wasserturm. Über die Fassade ragt ein dreigeschoßiger Aufbau hinaus. Er wird durch eine glockenförmige Haube abgeschlossen.
Die Nordseite des Glaspalasts ist asymmetrisch, denn das Treppenhaus teilt den Bau nicht mittig und rechts fehlt ein Turmabschluss. Die Westfront ist praktisch fensterlos. Hier wollte man das Werk später baulich erweitern; das sah schon der erste Entwurf des Gebäudes vor. Zu dieser Erweiterung kam es jedoch wegen der wirtschaftlichen Entwicklung der Spinnerei und Weberei Augsburg? nie.
Lagen die Werke I bis III der Spinnerei und Weberei Augsburg? noch an einem Kanal, um die Wasserkraft zu nutzen, gilt dies nicht für den Glaspalast. Ihn betrieb man mit einer von der MAN erbauten Dampfmaschine von zunächst etwa 2.500 PS. Später stockte man die Leistung auf 5.000 PS auf. Durch einen Seilgang wurden von der Maschine die Stockwerkstransmissionen angetrieben, bis man in den 1950er Jahren auf elektrischen Einzelantrieb umstellte.
Weblinks
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