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Geschichte des Königsplatzes

Der Königsplatz im 19. Jahrhundert

Den Königsplatz gibt es noch nicht ewig. Erst im Jahre 1862 riss man an seiner Stelle das Gögginger Tor? ab. Ein Wall markierte an dieser Stelle das Ende des damaligen Stadtgebietes. Der Grund, warum man begann den Wall an dieser Stelle abzutragen, war die Eisenbahn, denn der neu entstandene Hauptbahnhof lag vor der Stadt. Den 1843 errichteten Bahnhof konnte man zunächst nur durch das Gögginger Tor? erreichen, eine mit der Zeit unhaltbare Situation, weil sich der Hauptbahnhof von Augsburg mehr und mehr zu einem der bedeutendsten bayerischen Bahnhöfe entwickelte.

König Ludwig II. hob die Festungseigenschaft Augsburgs auf. Das ermöglichte der Stadt Augsburg den Rückkauf des Gögginger Tors?, das 1806 an Bayern übergegangen war. Und das machte an dieser Stelle auch den Abriss der Stadtmauer und eine Ost-West-Achse in Richtung Hauptbahnhof möglich. Zunächst aber ließ die Stadt 1860 bis 1862 das Gögginger Tor? abreißen. Bis Juli 1869 hieß der neu entstandene Platz Gögginger-Tor-Platz. Doch dann benannte man ihn nach König Ludwig II. der den Platz überhaupt erst möglich gemacht hatte.

Dann legte man die Stadtmauer? vom jetzigen Theodor-Heuss-Platz? bis zum Theater Augsburg nieder. Damit war die Grundlage für eine Nord-Süd-Achse geschaffen und in den Folgejahren baute man auf Teilen der entstandenen freien Flächen das Bahnhofsviertel?. Die Architektur sah großzügige Planungen vor. Es ging beim Bau der Straßen und Plätze darum, die gestiegene Bedeutung Augsburgs zu verdeutlichen, was ganz dem gründerzeitlichen Impetus damals entsprach.

Im Jahr 1881 wurde am Königsplatz eine Haltestelle für die Augsburger Straßenbahn eingerichtet. 1906 ordnete man das Straßenbahnnetz neu, was dazu führte, dass der Königsplatz zum zentralen Umsteigepunkt wurde. Das führte zum Ausbau der Haltestelle im Jahr 1914. Man errichtete einen Pavillon, der Warteplätze bot und einen Fahrkartenverkauf hatte. Die Augsburger nannten den Pavillon aufgrund seiner Form "Pilz".

Die damaligen Stadtplaner sahen den Königsplatz als zentralen Teil und Knotenpunkt eines Ringkonzeptes, nach dem auf der Linie der niedergeworfenen Stadtmauer ein Straßenring um Augsburg führen sollte. Dieses Konzept wurde aber nie verwirklicht.

Die Nord-Südachse bot - vom Stadttheater ausgehend - den Platz für einen breiten Boulevard. Dabei orientierte man sich am Vorbild anderer europäischer Städte und errichtete rechts und links Stadthäuser von reichen Bürgern und Kaufhäuser. Das südliche Ende dieses Boulevards bildete der Königsplatz, auf dem man eine kleine Parkanlage anlegte, um den gestressten Großstädtern eine "grüne Ruhezone" anzubieten. 1880 baute man in der Mitte des kleinen Parks zusätzlich einen Springbrunnen, dessen rundes Becken einen Durchmesser von 12 Metern hat. Entworfen und geplant wurde er von Alfred Thormann?. Wahrscheinlich ist dieser Brunnen das erste Bauwerk Augsburgs, das in Beton gebaut wurde. 1985 hat man diesen Brunnen renoviert.

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Der Königsplatz im 20. Jahrhundert

Die geplante Ost-West-Straßenachse wurde erst im Jahr 1905 Wirklichkeit, als man einen Durchbruch in Richtung Moritzplatz schuf und die heutige Bürgermeister-Fischer-Straße? entstand, die den Kö, wie die Augsburger ihren Königsplatz nennen, mit der Maximilianstraße verband. Durch den Abbruch des Tores und die Niederlegung des Walls an dieser Stelle konnte der Königsplatz Raum finden.

Die Nationalsozialisten hatten dann mit dem Königsplatz viel vor. Er sollte die Größe und Macht des neuen Deutschland widerspiegeln und so planten sie die Umgestaltung des Platzes in ein riesiges Gauforum. Es sollte eine Versammlungshalle für 20.000 Menschen, ein 116 Meter hoher Turm und eine mehr als ein Kilometer lange Aufmarschstraße vom Theodor-Heuss-Platz? (damals Mussolini-Platz) bis zum Stadttheater gebaut werden. Wegen des Zweiten Weltkriegs konnten diese gigantomanischen Pläne nie verwirklicht werden. Nur erste Maßnahmen konnten umgesetzt werden und sind bis heute erhalten, so die Verbreiterung der Fuggerstraße? auf 48 Meter und die Renovierung des Stadttheaters?, eines 1876 bis 1877 im Neo-Renaissancestil erbauten Schauspielhauses. Wie es heißt soll der Führer selbst bei den Umbauplanungen mitgewirkt haben.

Klar, dass in den Jahren 1933 bis 1945 der Königsplatz den Namen Adolf-Hitler-Platz trug. Das war bei den zentralen Plätzen der meisten deutschen Städte während der nationalsozialistischen Herrschaft der Fall. Und ebenso klar, dass die Augsburger ihrem Kö nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges seinen ursprünglichen Namen zurückgaben.

Baulich änderte sich am Königsplatz in den ersten beiden Jahrzehnten nach dem Krieg so gut wie nichts. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde aber schnell klar, dass der Platz nicht so bleiben konnte, wie er war, und den neuen Verkehrserfordernissen mit seinem zugenommenen Individualverkehr angepasst werden musste. Der Umgestaltung des Platzes gingen Jahre dauernde erregte Diskussionen voraus. Erst in den Jahren 1976 und 1977 wurde das Haltestellendreieck? gebaut, indem man die bisherige Haltestelle am "Pilz" an das südliche Ende des Königsplatzes verlegte. Dazu musste ein Teil der Königsplatz-Grünflächen weichen. Ein Ausgleich entstand dadurch, dass man den Park wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzte und neue Bäume pflanzte. Trotz großer Proteste der Augsburger riss man den liebgewordenen "Pilz" ab, der ein wichtiger Treffpunkt geworden war. Um den Protesten der Augsburger entgegenzukommen, plante man an seiner Stelle ein Café-Rondell. Es sollte rund sein und so die Form des "Pilzes" aufgreifen. Diese Planungen wurden jedoch nie verwirklicht. Stattdessen baute man Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts den Manzu-Brunnen.

Übrigens: Um den Königsplatz vom PKW-Verkehr frei zu machen gab es in den 1970er Jahren auch den Plan, einen Tunnel vom Klinkertor? bis zum Roten Tor zu graben, ein Projekt, das am Widerstand der Augsburger und den Kosten scheiterte.

Der Königsplatz im 21. Jahrhundert

Im Februar 2011 wurden als vorbereitende Maßnahme etwa 70 Bäume am Königsplatz gefällt. Im Zuge der Umgestaltung der Innenstadt? Augsburgs sollten bis 2013 weitere 100 Bäume gefällt werden. Dafür wollte die Stadt als Ausgleich 280 neue Bäume pflanzen, fast 180 davon wieder am Königsplatz. Gefällt wurden die Bäume, um in der kurzen Bahnhofstraße? einen keilförmigen Platz zu gestalten und die Schätzlerstraße zu verbreitern. Kritik an der Baumfällaktion kam von den Freien Wähler?, die sich auch gegen eine Verlegung des Manzu-Brunnens aussprachen.

Im April 2011 begannen die Umbauarbeiten des Königsplatzes im Rahmen der Mobilitätsdrehscheibe, allerdings nicht am Haltestellendreieck, sondern in der Holbein-? und Schaezlerstraße. Im Mai 2011 begann man den unterirdischen Technikbereich der Stadtwerke Augsburg unter dem Königsplatz auszubauen und zu vergrößern.

Beitrag augsburg.tv über die Situation im September 2011

Im November 2011 erklärte ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshof? den Bebauungsplan für den Königsplatz und den Augsburg-Boulevard für ungültig, denn die Stadt Augsburg hätte den nach dem Bürgerentscheid? vom 21. November 2010 geänderten Bebauungsplan-Entwurf aus dem Mai 2010 noch einmal auslegen müssen. Der Grund: Der Stadtrat hatte gegenüber dem Plan-Entwurf die Lage von zehn Bäumen geringfügig geändert, um die im Bürgerentscheid? vom 21. November 2010 geforderte vorsorgliche Entlastungsstraße (auch „Bypass“ genannt) zu ermöglichen. Die Auslegung wurde nachträglich vorgenommen, ohne dass es zu Bauverzögerungen kam.

Am 20. März 2012 begann der Umbau des Umsteigedreiecks? am Königsplatz. Damit ging der Kö für einige Zeit für den ÖPNV außer Betrieb und Augsburg musste mit Ersatzfahrplänen für Busse und Straßenbahnen leben. Die Schritte des Umbaus sahen in den Planungen im März 2012 so aus: Noch im Jahr 2012 sollten die Kaiserhofkreuzung? und die Schießgrabenstraße? umgebaut werden. Dazu sollte der Verkehr via "Kurze Bahnhofstraße?" und Konrad-Adenauer-Allee im Gegenrichtungsverkehr umgeleitet werden. Im Sommer 2012 sollte am Hauptbahnhof mit dem Umbau begonnen werden - am Tunnelmund in der Halderstraße. Der Bau des Gleisdreiecks? und eines neuen Pavillon-Hochbaus sowie der Gleis- und Straßenbau in der Eserwallstraße? sollte ebenfalls 2012 begonnen und 2013 abgeschlossen werden. Ab dem Frühjahr 2013 plante man das abschnittsweise Anlegen der Platzfläche und der neuen Fußgängerzone am Königsplatz. Ende 2012 bis Ende 2013 sollten in der Konrad-Adenauer-Allee die Gleise saniert werden und gleichzeitig in der Eserwallstraße? die Gleise von der Süd- in die Nordlage verlegt werden. Außerdem sollte in dieser Zeit der Theodor-Heuss-Platz? umgebaut werden. Den Abschluss der Bauarbeiten plante man für Ende 2013.

Beitrag augsburg.tv über die Situation Anfang April 2011

Mit dem Start des Ersatzplans am 20. März 2012 fuhr erstmals die neue Buslinie 42?. Sie verbindet im 30-Minuten-Takt Pfersee und Göggingen über die B 17, um die Innenstadt? zu entlasten. Die neue Linie 42 ist dabei eine Verlängerung der bestehenden Buslinie 41? ab der Endhaltestelle Maria Stern in Göggingen: Jeder zweite Bus der Omnibuslinie 41 fährt ab der Haltestelle Maria Stern weiter als Linie 42 über die Bergstraße?, Gabelsbergerstraße?, B 17, Leitershofer Straße? und Brunnenbachstraße? nach Pfersee. Dabei werden die neuen Haltestellen Bergstraße? und Gabelsbergerstraße? sowie die bekannten Haltestellen der Buslinie 35? Pfersee Süd, Chemnitzer Straße? und Pfersee bedient. Die Haltestellen Bergstraße? wurden in der Bergstraße auf Höhe der Hausnummer 1 bzw. Hausnummer 6 eingerichtet. Die Haltestellen Gabelsbergerstraße? wurden in der Bergstraße? auf Höhe der Hausnummer 24 bzw. Hausnummer 23 eingerichtet. Jeder in Pfersee startende Bus fährt ab der Haltestelle Maria Stern als Linie 41 weiter bis zur Haltestelle Rotes Tor.

Im Mai 2012 begannen nach dem Abbruch des Hochbaus am Königsplatz die Arbeiten für die Neugestaltung des wichtigen Augsburger Nahverkehrsknotenpunkts. Dazu wurde zunächst das Fundament gelegt. Man trieb 63 Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern bis zu 14 Meter tief ins Erdreich, um das neue Gebäude des Umsteige-Bahnhofs und seine Dachkonstruktion zu sichern. Nötig war dies, weil früher hier bis 1860 der Stadtgraben verlief, den man nur sehr ungleichmäßig mit den verschiedensten Materialien aufschüttete. Nur für einen Teil des Neubaus war eine Unterkellerung vorgesehen, da hier der Hauptstrang der Telekommunikationsleitungen der Deutschen Telekom? zwischen München und Stuttgart verläuft. Für das Gebäude waren 5,3 Mio. € eingeplant. Ende 2012 sah man die Fertigstelltung von Rohbau und Fassade vor, endgültig fertig sollte der Bau im Dezember 2013 sein.

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