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Geologie und Topographie

Allgemeines

Für Norddeutsche liegt Augsburg praktisch schon in den Alpen - ähnlich wie München. Korrekt ist das nicht, denn Augsburg liegt zwar mitten im nördlichen Alpenvorland?, aber noch lange nicht in den Alpen. Dennoch haben die Alpen starke Auswirkungen auf Augsburg - und zwar im Klima? und im geologischen Untergrund der Stadt. Und diese natürlichen Gegebenheiten haben natürlich die historische und geographische Entwicklung Augsburgs und seiner Umgebung geprägt, wenn auch die Menschen dieser Stadt die Umgebung, den Boden, die Vegetation, die Gewässer etc. für ihre Zwecke genutzt haben.

Regierungsbezirk Schwaben

Betrachten wir zunächst den Regierungsbezirk Schwaben, in den Augsburg eingebettet ist, und seine Geologie. Was die Agrargebiete betrifft, gliedert er sich in die Agrargebiete des schwäbischen Jura (ums Ries? und nördlich des Donautals?), der Gäugebiete? (Ries?, nördlich von Lauingen), des Tertiärhügellands? Nord mit dem Donautal?, des Tertiärhügellands? Süd, des voralpinen Hügellands?, des Alpenvorlands? und der Alpen.

Die Höhenlagen schwanken zwischen 395 Meter (Donau? bei Marxheim?) bis 2649 Meter auf der Hochfrottspitze? im Oberallgäu? und im Ostallgäu? bis 2082 Meter (Hochplatte?).

Details

Landkreis Donau-Ries

Hier ist zwischen dem Ries? und dem Riesrand einerseits und dem Donau? - Lech -Tal andererseits zu unterscheiden.

Ries und Riesrand

Der Jura in Nordschwaben gehört zum fränkisch-schwäbischen Schichtstufenland und besteht aus Malm (weißer Jura). Er ist bis zu 800 Meter mächtig. Weil er sehr witterungsbeständig ist, führe er in ebenen Lagen meist zu flachgründigen Böden (Schafhutungen am Riesrand), während sich tiefgründigere Böden nur in Mulden und Talbereichen finden. Eine Sonderstellung hat das Ries?. Hier kam es nach dem Meteoriteneinschlag am Rand zu Überdeckungen des Malm, wobei die Auswurfmassen stark wechselten. Im Krater selbst bildete sich zunächst der Riessee, der aber auslief, wonach sich Seeton, Löss und im Osten bei Wemding? und Monheim? auch Sand ablagerte. Deshalb sind die Böden im Ries? meist tiefgründig.

Donau-Lechtal

Hier sieht es anders aus. Es gibt alluviale Schotterauffüllungen, die durch Überschwemmungen immer wieder mit feinem fluvialen Material angereichert wurden, weshalb die Böden reich an Nährstoffen und organischen Substanzen sind. Die Böden sind also tiefgründig und fruchtbar. Wo die hydrologische Situation entsprechend war, bildeten sich auch Niedermoore wie etwa die Mertinger Höll?.

Landkreis Dillingen

Das Donautal? weist hier alluviale Schotterauffüllungen auf, die durch Überschwemmungen mit feinem fluvialen Material überdeckt wurden, was die Böden reich an Nährstoffen, organischen Substanzen, tiefgründig und fruchtbar machte. Die vorherrschende Auwaldvegetation beförderte dies zusätzlich. Hier sind Niedermoore wie das Gundelfinger Moos? und anmoorige Böden zu finden. Reiche Kiesvorkommen bilden den Untergrund. Nördlich der Donau? und der B 16? liegt eine Hochterrasse, die mächtige diluviale Lössüberdeckungen aufweist und sehr wertvolle landwirtschaftliche Böden hat. Im Süden der Donau? sind die Bodenarten wechselhaft, im Westen liegen tonige Lehmböden, die nur schwer zu bearbeiten sind. Bei Kicklingen? und Fristingen? gibt es leicht sandige Lehme oder gar pure Sandböden. Im Süden der Abbruchkante ins Donau? tal steigt das tertiäre Hügelland an. Sein Relief ist stark bewegt und auch die diluvialen Böden wechseln sehr stark. Flussseitentäler der Donau? verlaufen nord-südlich und bieten alluviale Schwemmlandböden. Auf den dortigen Hochebenen liegen wieder Lössschichten.

Landkreise Günzburg und Neu-Ulm

Den größten Teil dieser beiden Landkreise kann man der Iller-Lech-Schotterplatte zuzurechnen.

Donauraum

Im Donautal liegt alluvialer Schotter, der immer wieder mit feinem Material bei Überschwemmungen überdeckt wurde. Daher sind die Böden oft sehr nährstoffreiche stickstoffhaltige Braunerden. Ihr Gehalt an organischer Substanz ist überdurchschnittlich, sie sind tiefgründig und fruchtbar. Auch hier trug die Auwaldvegetation zu diesem Befund bei. Allerdings kann man im Auwald die letzten Relikte von sogen. „Brennen“, also Schotterflächen mit sehr geringer Bodenauflage und einer fast baumlosen, hutungsartigen Vegetation, entdecken. Sowohl im Donauraum als auch in den Tälern der Iller?, Roth?, Biber, Günz?, Kammel? und Mindel? können sich - abhängig von der hydrologischen Situation - anmoorige Böden und Niedermoore wie z. B. das Oberhausener Ried?, das Mindelrieder Paradies? und andere finden. Die nördlich angrenzenden Jurahänge speisen mit ihrem gespannten Druckwasser das Niedermoor des Donaurieds?.

Südlich der Donau im Tertiär

Hier wechseln die Bodenarten sehr häufig. Lehmböden und sandige Lehme sind jedoch vorherrschend. An einige Stellen wird die Bodenbildung aber auch durch tertiäre Ablagerungen wie Sande und Molasse verantwortet. Sehr oft überdecken diluvialer Löss (z. B. im Westen und Osten von Günzburg oder von Pfaffenhofen? bis Weißenhorn?) und alluviales Schwemmland diese Ablagerungen. Braunerden finden wir auf den Hochflächen der Riedel?. Man nutzt pseudovergleyte Gebiete dieser Hochflächen oft als Grünland oder Wald. Zwischen den Flusstälern liegen im Süden der Donau? tertiäre Höhenrücken. Man spricht hier von der "Schwäbischen Riedellandschaft", deren Täler asymetrisch in Süd-Nord-Ausrichtung liegen.

Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg

Die westliche Hügellandschaft

Diese Gegend ist von tertiären Schichten wie Sand und Mergel geprägt, die von alteiszeitlichen Deckenschottern überzogen sind. An vielen Stellen haben sich durch Verwitterung tiefgründige Lehmböden gebildet. Im Laufe der Erdgeschichte hat sich Löss darüber ausgebreitet, was zu starken Lehmböden, vor allem Braunerden (affaltener Schotterplatte) führt. Die Gewässer Zusam? und Schmutter? haben das Gelände zum Teil so eingetieft, dass ehemalige tertiäre Höhen zu Becken geworden sind, weshalb man hier von Reliefumkehr spricht. Beispiele sind das Dinkelscherbener Becken, das Rommelsrieder- und das Horgauer Becken. Die Täler dieses Gebietes verlaufen von Süd nach Nord; ihre Böden sind meist aus Hangschutt und Schwemmland entstanden. Zum Teil sind auch Moore aufgrund hoher Grundwasserstände und früher Seenbildungen (Reischenau?) entstanden. Interessant ist, dass die östlichen Flanken der Täler meist steiler sind als die Westhänge, die mit Solifluktionslehm bedeckt und abgeflacht sind. Auf den Höhenrücken zwischen den Tälern stößt man auf Parabraunerden, die mittel- bis tiefgründig und an manchen Stellen pseudovergleyt sind. Geht man weiter nach Südwesten, so nimmt die Bewegtheit des Reliefs zu. Zwischen Augsburg, Thannhausen und Türkheim? breiten sich die so genannten Stauden aus, die ein autochthones Gewässernetz und einen hohen Grünland- und Waldanteil haben.

Das Lech-Wertach-Tal

Die zweite geologisch festlegbare Gegend ist das Lech-Wertach-Tal, das eine starke Eintiefung in den tertiären Schichten bildet. Das Lech-Wertach-Tal wird auf beiden Seiten durch 20 bis 50 Meter hohe Hänge, so genannte "Leiten", begrenzt. In den Talbereichen dieses Gebietes gibt es drei Hochterrassen: die Augsburger Hochterrasse zwischen dem Lech und der Wertach, die Langweider Hochterrasse zwischen Lech und Schmutter? und die Meringer Hochterrasse zwischen Lech und Paar?. Alle drei Hochterrassen sind in der Risseiszeit entstanden und mit fast drei Meter Löss bedeckt, was zu kalkhaltigen Braunerden geführt hat. Die Augsburger Hochterrasse erhebt sich im Osten bis zu einer Höhe von zehn Metern. Dort grenzt die Haunstetter Niederterrasse an, die in der letzten Eiszeit, der Würm-Eiszeit, entstanden ist. Sie grenzt auch am Ostrand der Langweider Hochterrasse bei Gersthofen an. Die Haunstetter Niederterrasse ist nicht mit Löss bedeckt, aber bis in eine Tiefe von 60 Zentimeter verwittert. Bei Gablingen / Achsheim? finden wir eine sandige Niederterrasse. In den Talbereichen des Lechs und der Wertach, die ihr heutiges Aussehen erst nacheiszeitlich erhalten haben, gibt es sehr junge alluviale Auenbraunerden und Rendzinen auf Kalkschotter, was z. B. auf dem Lechfeld zur Gefährdung durch Trockenheit führt, weil die Böden sehr flachgründig sind. Kommt man ins Gebiet der Paar? oder der Schmutter?, so stößt man vor allem auf Sand- und Mergelböden.

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