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Gaswerk

Ein neoklassizistisch-neubarockes Ensemble von Betriebs-, Verwaltungs- und Wohngebäuden im Augsburger Stadtviertel Oberhausen, das früher als städtisches Gaswerk diente und heute ein wichtiges Denkmal der Industriegeschichte ist. Es dokumentiert wie kein anderes Werk in Europa die wesentlichen Funktionen einer Stadtgas-Produktionsstätte. Noch hat die Augsburger Politik die Aufgabe nicht gelöst, das historisch einmalige Ensemble durch eine Umwidmung für die Zukunft zu erhalten.

Gaskessel Augsburg © Eva Stuhlmüller (www.augsburg-parrot.de)

Mitarbeiter

Man kann sich vorstellen, dass das Augsburger Gaswerk kein Arbeiterparadies war. Zu Glanzzeiten des Werkes arbeiteten hier 250 Menschen, kurz vor der Schließung noch 25. Die Beschäftigten mussten Lärm und Dreck aushalten, viele auch schwer arbeiten. In den Stadtwerken wurde das Gaswerk als "Strafanstalt" gesehen, wohin man unliebige Mitarbeiter versetzte. Kohlenstaub und Kohlenmahlturm-Lärm drückten nicht nur aufs Gemüt.

Vielleicht wegen der schweren Arbeitsbedingungen gab es das Fussballfeld, die Kantine, die Duschen, die Wohnhäuser mit Zentralheizung und schon 1915 mit Bädern, einem Garten und einem gemeinsamen Kinderspielplatz.

Das Betriebsklima soll anhaltend gut gewesen sein. Egal ob Direktor, Werksleitung, Betriebsmeister, Maschinisten, Schlosser, Hofarbeiter, Elektromeister, Elektriker, Gärtner, Ofenmeister, Ofenarbeiter, Behälterwart, Koch, Kantinenpersonal, Labormitarbeiter, Pförtner, Nachtwächter, Dreher, Schreiner, Schlossermeister, Büroangestellte, Mitarbeiter an der Lohn- und Kokskasse, Zeichner, Kraftfahrer, Kranfahrer, Putzfrau: Man duzte sich und unternahm viel gemeinsam, oft sogar im Privaten.

Sonstiges

Im Jahr 1884 wird eine so genannte "Fabrikkrankenkasse für die Augsburger Gasbeleuchtungs-Gesellschaft" (zuletzt "Betriebskrankenkasse der städtischen Gaswerke Augsburg" gegründet. Das ist die Vorläufer-Krankenkasse der heutigen BKK Augsburg? gewesen.

Im Gaswerk Oberhausen, aber auch schon im Gaswerk II, hat man bis 1966 hin und wieder Ballons mit Wassergas gefüllt, die dann hinter dem Reinigergebäude starteten.

Faszinierend ist die Tierwelt, die das ehemalige Gaswerk Augsburg für sich entdeckt. Hier hatten schon Wanderfalken und Turmfalken ihren Unterschlupf, selbst ein Rehbock lebte schon hier. Man hielt auch schon Schafe, die als "Rasenmäher" die Grünflächen kurz halten. Der Teich des Gaswerks beherbergt Enten und verschiedene Fische. Auch Hasen, Eichhörnchen, Schmetterlinge, Igel und verschiedene Vögel fühlen sich im ehemaligen Gaswerk zu Hause.

Das stillgelegte Gaswerke bietet vielfältige Möglichkeiten für Veranstaltungen, egal ob Firmenjubiläum, Sommerfest oder Tagung. Die Räumlichkeiten im Scheibengasbehälter, Ofen-, Kühler- oder Apparatehaus bieten für Veranstaltungen eine einzigartige Kulisse. Interessierte erleben bei einer Führung mit Aufstieg zur Aussichtsplattform die Faszination Gaswerk hautnah und werden mit einem imposanten Ausblick belohnt. Für Mutige gibt es den besonderen Kick: gesichertes Abseilen vom 80 Meter hohen oberen Umlauf des Kessels. Weitere Informationen und Mietanfragen an Wolfgang Riß von den Stadtwerken Augsburg, Tel. 0821/6500-5212, wolfgang.riss@stawa.de .

Führungen

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Leider ist das Gaswerk in Augsburg- Oberhausen nicht wie ein Museum zu bestimmten Zeiten für die Öffentlichkeit zugänglich. Nur Gruppen und Vereine haben die Möglichkeit über den Verein Gaswerksfreunde Augsburg e. V.? in Absprache mit den Stadtwerken Augsburg an eine geschichtliche Führung durch das Gaswerk zu kommen.

Das Engagement der Gaswerksfreunde Augsburg e. V.? ist natürlich zu begrüßen, doch kaschiert es nicht die Versäumnisse der Augsburger Kulturpolitik, was das in Europa einmalige Arbeitskultur- und Industriedenkmal in Augsburg angeht.

Die Termine öffentlicher Veranstaltungen im Gaswerk sind über die Lokalpresse zu erfahren.

Seit einigen Jahren wird jeden Sonntag ein Aufstieg auf den Gaskessel angeboten, der einen beeindruckenden Blick über die Stadt möglich macht. Über 392 Stufen führt der Weg auf 86,4 Meter und damit auf eines der höchsten Bauwerke der Stadt. Von April bis Ende Oktober finden jeden Sonntag von 13 bis 17 Uhr zu jeder vollen Stunde Führungen zur Aussichtsplattform des Gaskessels statt. Wer in den Genuss dieser Höhe kommen will, sollte gut zu Fuß sein. Die Besucher müssen außerdem schwindelfrei sein und festes Schuhwerk tragen. Führungen finden ausschließlich bei guter Witterung statt. Im Inneren des Gasbehälters können Besucher das von der Uni Augsburg installierte Foucault’sche Pendel besichtigen sowie die Klänge der Orgelinstallation von Jürgen Skriba? hören. Eine Anmeldung für den Aufstieg ist bis spätestens 15 Minuten vor Beginn am Einfahrtstor in der Augsust-Wessels-Straße 30 möglich. Der Eintritt und die Führungen kosten eine eine Gebühr. Der Verein der Gaswerksfreunde bietet zusätzlich in den Sommermonaten jeden Sonntag um 14 Uhr kostenlose Führungen durch das Gaswerksgelände an. Auf Anfrage gibt es Sonderführungen für Gruppen. Für Wagemutige werden immer mal wieder Termine zum Abseilen vom Gaskessel angeboten. Mehr dazu auf der Internetseite abseilen-fuer-alle.de.

Für alle Führungen und Aufenthalte im Augsburger Gaswerk gilt, dass man die Gasbehälter nicht allein besteigen kann und das Betreten des Geländes auf eigene Gefahr stattfindet.

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Lage

August-Wessels-Straße 30


Weblinks


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