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Ganghofer, Ludwig

Ein Heimatroman-Schriftsteller, der lange in Welden bei Augsburg lebte.

Leben und Wirken

Wenig bekannt ist, dass Ludwig Ganghofer ein wichtiger literarischer Kriegstreiber im Ersten Weltkrieg war. Ja, Jürgen Hillesheim, der bekannte Brechtforscher, nennt ihn sogar einen "Vertreter proto-nationalsozialistischer Literatur". Hintergrund dazu ist, dass Ludwig Ganghofer in der München-Augsburger Abendzeitung? während des ersten Weltkrieges Gedichte veröffentlichte, die später in seiner Anthologie "Eiserne Zither" verlegt wurden. In ihnen werden antisemitische Tendenzen offensichtlich. Darüber hinaus hetzt er darin gegen den Feind, meistens die Franzosen, die er so schlecht wie möglich zeichnet, etwa in "Der Rote-Hosenzauber", ein Gedicht, das im August 1914 erscheint und sich in Auszügen so liest:

Welch ein Rennen, welch ein Rasen?
"Die Gefangnen kommen an!"
Anämie und Modehasen
Drängen balgend sich heran.
Wunder wirkt die rote Hose -
Ist es Mitleid? Ist´s Gemüt?
Oder Sexualhypnose?
Kurz und gut, die Hose zieht ...

Eine Horde feiler Schächer
Die mit Ränken uns umschloss
Feuer warf in deutsch Dächer
Und nach deutschen Herzen schoss ...

Millionen deutscher Frauen,
Die sich sorgen um ihr Blut
Und mit Sehnsuchtsaugen schauen
In der Schlachten Graus und Glut;
Deutsche Mädchen, Millionen,
Streng getreu der ernsten Zeit,
Weigern sich, mit euch zu wohnen
Tür´ an Türe, Kleid an Kleid,
Weisen schamrot euch von hinnen,
Zürnen heiß in Stolz und Leid
Eurem schmählichen Beginnen,
Ihr Franzosenschäkerinnen ...

Fort, ihr Weiblichkeitslemuren,
Hüllt euch in Pariser Tand,
Zeiht nach Frankreich, werdet Huren,
Unfruchtbar wie trockner Sand!
Heldinnen der Escapade,
Flink, vermehrt am Seinestrand
Mit Bonbons und Chocolade
Die Geburtenretirade!

Klar, was Ludwig Ganghofer sagen will. Er zeichnet hier ein fast schon nationalsozialistisches Frauenbild, das Frauen entsexualisiert und jede Art erotischer Regung verdammt, weil sie volksschädlich ist. Der "Erbfeind" Frankreich erscheint hier als Vertreter einer solchen undeutschen Lebensart.

In der Wilhelminischen Ära erreichten seine Romane schwindelerregend hohe Auflagen. In dieser Zeit war er nach Karl May der meistgelesene deutsche Autor. Man nannte ihn auch "Alpenkönig", weil er eine Vorliebe für die Berge hatte.

In Welden erinnert die Ganghofer-Stätte an ihn.

Sonstiges

Beim "Rollewirt" in Welden auf dem Dachboden soll der kleine Ludwig Eier gestohlen haben. Heute heißt das Lokal "Landgasthof zum Hirsch". Hier ist die 2005 eröffnete Ganghofer-Stätte untergebracht.

In seinem Werk "Lebenslauf eines Optimisten" beschreibt Ludwig Ganghofer seine Kindheit in Welden.

Weblinks


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