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Fuggerhäuser
Ein Ensemble von prunkvollen Häusern in der heutigen Maximilianstraße, die Jakob Fugger als prachtvollen Stadtpalast und Firmenzentrale erbauen ließ.

Fuggerhäuser Augsburg © Eva Stuhlmüller (www.augsburg-parrot.de)
Allgemeines
In den Räumen der Fuggerhäuser sind heute die Fürst Fugger Privatbank?, Arztpraxen, Kanzleien und Geschäfte untergebracht. Gebaut wurden sie, um Kaiser, Könige, Kurfürsten und Kardinäle zu beeindrucken. Hier verhörte man Martin Luther? und Wolfgang Amadeus Mozart? gab hier ein Konzert, das sehr gelobt wurde. Der Damenhof auf dem Gelände der Fuggerhäuser ist der erste Prunkhof der Renaissance in Deutschland. Neben dem Damenhof gibt es im Arreal noch den Zofenhof?, den Serenadenhof und den Reiterhof?.
Geschichte
Die Fuggerhäuser wurden in den Jahren 1512 bis 1515 erbaut. Gleichzeitig mit ihnen entstand der berühmte Damenhof, einer der ersten Profanbauten in Deutschland, der Stilvorgaben der italienischen Renaissance übernahm. Baumeister des Komplexes war Jakob Zwitzel?, der ihn für Jakob Fugger errichtete. 1530 (nach anderen Quellen 1532) begann man die verschiedenen Gebäudeteile unter einem gemeinsamen Satteldach zusammenzufassen und ihnen so ein einheitliches Gepräge zu geben. Das geschau auf Veranlassung der Fugger und dauererte bis 1551. 1563 baute man zum ersten Mal etwas um.
Es war Hans Fugger?, der die Fuggerhäuser in den Jahren zwischen 1568 und 1573 zu einem Stadtpalast ausbaute. Dazu berief er 1570/71 eigens den italienischen Architekten und Maler Friedrich Sustris, der für die Gestaltung der Innen- und Außendekoration engagiert wurde. Z. T. führte Sustris selbst die Ausstattung und Möblierung durch, zum Teil kamen Antonio Ponzano als Freskant, Carlo di Cesare del Palagio als Stukkator und Tonmaler sowie Wendel Dietrich als Kunstschreiner zum Zug. Später dienten Ausstattung und Möblierung dem herzoglichen Hof als Vorbild.
Die Fuggerhäuser bildeten in der Frühen Neuzeit die Schaltzentrale des weltweiten Firmenimperiums der Fugger. In dieser Zeit gingen Kaiser, Könige, Kirchenmänner und Künstler in den Fuggerhäusern ein und aus. So z. B. Kaiser Karl V.?, in dessen Reich die Sonne niemals unterging. Er residierte hier sogar und hatte Gemächer hinter dem Erker im Serenadenhof.
Nicht alle Herrscher wurden hier gern willkommen geheißen. Im Dreißigjährigen Krieg? ließ sich z. B. Gustav Adolf II.? gerade vor den Fuggerhäusern ehren.
Zunächst schmückten Fresken von Hans Burgkmair? den Prachtbau. 1860 wurden die Fuggerhäuser von dem international bekannten Historienmaler Ferdinand Wagner? neu bemalt. Jetzt zeigte das Gebäude Szenen aus der Geschichte Augsburgs.
Bis 1944 waren die Fuggerhäuser Sitz des Augsburger Fuggermuseums?, das in den so genannten "Badstuben" untergebracht war, in der Gefahr von Luftangriffen aber nach dem Fuggerschloss Babenhausen? ausgelagert wurde. Die Fuggerhäuser selbst erlitten in der Bombennacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 schwere Schäden. In ihnen verbrannte damals die wertvolle Musikaliensammlung der Fugger und auch der Großteil der damals noch vorhandenen Innenausstattung ging verloren.
Friedrich Carl Fürst Fugger-Babenhausen? initiierte ab 1949 einen vereinfachten Wiederaufbau des Hauskomplexes, will heißen: Man hat die Fuggerhäuser nur im Äußeren wiederhergestellt.
Details
Die Fassade des fuggerschen Gebäudekomplexes ist fast 70 Meter lang. Sie schließt nördlich des Hotels "Drei Mohren" im Bereich der mittleren Maximilianstraße an, wo sich früher der Weinmarkt? befand. Es handelt sich um einen Traufseitbau, der Elemente oberdeutscher und italienischer Formensprache in sich vereint. Das Ergebnis ist der charakteristische Stil der augsburgischen Renaissance.
Musensaal: Der Musensaal liegt im westlichen Gebäudeteil des Erdgeschoßes am Zeugplatz? 7. Das Ausstattungs- und Bildprogramm stammte von Friedrich Sustris. Die Bezeichnung "Musensaal" rührt von den kranförmig den Raum umlaufenden Gewälbekappen, in denen Musen mit Groteskenverzierungen dargestellt waren. An den Wänden des Raumes waren illusionistische Architekturmalereien mit antikisierenden Figuren und Ornamenten zu sehen. Die Themen der Deckenmalereien reichten in die Antike. Dazu kamen allegorische Figuren, die von ornamentalem Stuck umrahmt wurden. Zur Erschaffenszeit befanden sich in den Lünetten italienische Marmorbüsten, die später jedoch verloren gingen und im 19. Jahrhundert durch Gipsabgüsse antiker Vorbilder ersetzt wurden. Das Bodeniveau des Raumes liegt wie beim benachbarten "Zodiakussaal" aus architektonischen Gründen tiefer als das der übrigen Räume, so dass diese beiden Räume bassinartig wirken. Deshalb hat sich für diese Räume irrtümlich der Begriff "Badstuben" eingebürgert, obwohl diese Säle für die Unterbringung einer Bibliothek und einer Kunstsammlung gedacht waren und später als Repräsentationsräume genutzt wurden. In den Jahren 1895 bis 1940 befanden sich hier und in der angeschlossenen Arkade der Treffpunkt des Kunstvereins und das Fuggermuseum?. Wie der Musensaal vor seiner Zerstörung ausgesehen hat, ist auf Reproduktionen älterer Fotos aus dem Jahr 1941 zu sehen. Die Gelatinetrockenplatten eines unbekannten Fotografen sind im Bildarchiv des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege erhalten.
Lage
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