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Fronleichnam
Ein römisch-katholisches Fest im Kirchenjahr.
Allgemeines
Auch Fronleichnamsfest, Prangertag, Blutstag. Fronleichnam lässt sich vom Althochdeutschen "fron" = Herr und "Liknam" = Leib herleiten und heißt offiziell "Hochfest des Leibes und Blutes Christi". Es ist ein römisch-katholisches Fest, an dem der leiblichen Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gedacht wird.
In Bayern ist Fronleichnam ein gesetzlicher Feiertag.
Der Festtermin ist Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest, also zwei Wochen nach Pfingsten, frühestens am 21. Mai, spätestens am 24. Juni. Der Donnerstag als Festtermin erinnert an den Gründonnerstag der Karwoche.
Zur Liturgie an Fronleichnam gehört die Heilige Messe, deren Lesungen und Gebete sich der Eucharistie widmen. Oft wird die Heilige Messe im Freien auf einem öffentlichen Platz gefeiert. Entweder vor oder nach der Heiligen Messe folgt die Fronleichnamsprozession. Während dieser Prozession trägt ein Priester die Monstranz mit dem Allerheiligsten (Hostie = nach katholischem Glauben der verwandelte Leib Jesu Christi) durch die Straßen. Dabei wird gesungen und gebetet. Die Prozession macht an verschiedenen Freialtären Halt, wo eine "Statio" mit Evangelienlesung und sakramentaler Segnung der Gläubigen und des Ortes stattfindet.
Geschichte
Fronleichnam wurde 1246 im Bistum Lüttich zum ersten Mal gefeiert. 1264 machte Papst Urban IV. Fronleichnam zu einem gesamtkirchlichen Fest. Vorausgegangen war das IV. Laterankonzil, das die so genannte Transsubstantationslehre zum Dogma erklärt hatte, wonach Katholiken glauben, dass während der Eucharistiefeier Brot und Wein in Leib und Blut Christi verwandelt werden und er unter den Gestalten von Wein und Brot greifbar gegenwärtig ist. Nach diesem Konzil wurde von vielen Hostienwundern berichtet, nach denen Menschen in der Hostie Jesus Christus erschien.
Schon im Jahr 1209 hatte die Augustinernonne Juliana von Lüttich folgende Vision: Sie sah beim Beten den Mond an einer bestimmten Stelle verdunkelt und Christus, der ihr erklärte, der Mond bedeute das Kirchenjahr und der dunkle Fleck wolle ausdrücken, dass noch ein Fest zur Feier des Allerheiligsten Sakraments fehle. Das war später der Anstoß für die Feier des Festes in Lüttich.
Nach Deutschland breitete sich das Fest schnell aus: 1273 feierte man es zum ersten Mal in Bayern (Benediktbeuern?).
Im Konzil von Trient (1545 bis 1563) wurde das Fronleichnamsfest aus gegenreformatorischen Impulsen heraus bestätigt und aufgewertet.
Fronleichnam in Augsburg
Die Überlieferung zum Fronleichnamsfest in Augsburg beginnt im Jahr 1305. Damals stiftete Katharina Ilsung? ihr Vermögen der Augsburger Dompfarrei. Mit diesem Geld sollte der Bestand dieses jungen katholischen Festes gesichert werden. In der frühen Zeit dieses Festes in Augsburg soll deshalb vor dem Haus der Stifterin das erste Evangelium gelesen worden sein.
Weitere Quellen bezeugen den Bestand eines Fronleichnamsfestes in Augsburg im frühen 15. Jahrhundert. Der Geschichtsschreiber und Benediktiner Clemens Sender? berichtet zu Anfang des 16. Jahrhunderts, dass die Prozession vom Dom? zum Fronhof und schließlich zum Perlach verlief, wo sich der Zug teilte. Man las dort das letzte Evangelium und anschließend gingen die Prozessionsteilnehmer in ihre jeweilige Pfarrgemeinde.
Während des Reichstages? 1500 ging Kaiser Maximilian I.?, während des Reichstages? 1530 ging Kaiser Karl V.? mit der Fronleichnamsprozession.
Der Stadtrat? verbot per Dekret das Augsburger Fronleichnamsfest in den Jahren von 1533 bis 1548. In späterer Zeit, als die Stadt paritätisch regiert wurde, kam es zur Glaubensdemonstration durch Feste. Höhepunkt der katholischen Glaubensdemonstration wurde das Fronleichnamsfest. Ganz im Sinn der Gegenreformation sollte der katholische Glaube kämpferisch zur Schau gestellt werden. In der Zeit der Aufklärung allerdings führte diese Prachtentfaltung auch innerkirchlich zu Widerspruch.
1806 wurde Augsburg Bayern inkorporiert. Der Staat Bayern stützte das Fest, seine Beamtenschaft musste es mittragen und so wurde es zu einem zentralen Ereignis in der Schwabenmetropole.
Heutige Feierlichkeiten in Augsburg
Auch heute noch werden von Augsburger Pfarreien Fronleichnamsprozessionen durchgeführt. Wichtige Augsburger Fronleichnamsprozessionen finden statt:
- in der Dompfarrei: Der Prozessionsweg verläuft zwischen Dom? und Herkulesbrunnen über Hoher Weg, Karolinenstraße und Maximilianstraße;
- in den Pfarreien Sankt Pankratius? und Unsere Liebe Frau?, beide Lechhausen?: Diese Fronleichnamsprozession beginnt bei der Pfarrei Unsere Liebe Frau? und führt über die Blücherstraße?, Gumppenbergerstraße?, Schackstraße?, Kulturstraße?, Katzbachstraße?, Wartenburger Straße?, Stätzlinger Straße?, Feuerhausstraße? zur Pfarrei Sankt Pankratius?.
- in der Pfarrei Sankt Martin in Oberhausen: Diese Prozession führt von der Pfarrkirche Sankt Martin über Zirbelstraße?, Öttinger Straße?, Eschenhofstraße?, Augustastraße?, Donauwörther Straße?, Tauscherstraße?, Schönbachstraße?, Drei-Auen-Platz?, Weidachstraße?, Donauwörther Straße?, Bleicherbreite?, Eschenhofstraße?, Bürgermeister-Bunk-Straße? zur Pfarrkirche zurück.
- Pfarrei Sankt Elisabeth? in Lechhausen?: Diese Prozession führt von der Griesle-Anlage? über die Schillstraße?, entlang der Kolbergstraße? bis zum Kirchplatz bei der Elisabethstraße?.
- Pfarrei Sankt Maximilian in der Jakobervorstadt: Diese Prozession führt über Gänsbühl, Oblatterwall-Allee?, Bleichstraße?, Brückenstraße?, Klauckestraße? zur Franziskanergasse?.
Auch andere katholische Pfarrgemeinden im Stadtgebiet führen Fronleichnamsprozessionen durch. Während der Fronleichnamsprozessionen ist in den betroffenen Straßen mit Sperrungen und Behinderungen des Verkehrs zu rechnen. Auch öffentliche Verkehrmittel sind davon betroffen und werden während der Prozessionen umgeleitet.
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