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Fronhof

Ein mit Grünanlagen ausgestatteter Hof vor der ehemaligen Fürstbischöflichen Residenz?.

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Allgemeines

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Es mag etwas übertrieben sein, den Fronhof als Park zu bezeichnen, aber eine schöne Grünfläche in der Innenstadt von Augsburg, die sich mit ihren Rasen- und Blumenflächen sowie ihren Bänken zu einem erholsamen Innehalten anbietet, ist er allemal. Dazu kommt, dass der Hofgarten, ein weiteres Idyll im Domviertel?, nur um die Ecke liegt.

Benannt ist der Fronhof nach dem früheren bischöflichen Fronhof. Als Fronhof bezeichnete man einen herrschaftlichen Gutshof im Mittelpunkt einer einheitlichen mittelalterlichen Grundherrschaft (Villikation). Lateinische Quellen sprechen von einer villa dominica oder einer curtis dominica. Der Begriff kommt vom althochdeutschen Wort "fro", was "Herr" bedeutet, also der Gutshof eines Herren. Dabei kann mit "Herr" nicht nur ein weltlicher Herr gemeint sein, wie das Wort Fronleichnam zeigt, sondern auch Gott als Herr. Im kirchlichen Zusammenhang meint also Fronhof den Hof Gottes, der im Dom?, der in Augsburg gleich neben dem Fronhof steht, sein Haus hat, wo der Herr wohnt.

Die Bauern, die einem Fronhof, ob kirchlich oder weltlich, unterstellt waren, mussten zum einen einen Grundzins und sonstige Abgaben entrichten und andererseits Frondienste leisten, meist auf den Ländereien, die zu dem Fronhof gehörten.

Zu einem Fronhof gehörten die Wohngebäude des Grundherrn oder Meiers und der Tagelöhner bzw. des Gesindes, das fest am Hof lebte. Dazu kamen Wirtschaftgebäude wie Scheunen oder Vorratsspeicher. Meist war ein solcher Fronhof das Zentrum der Herrschaftgewalt, vor allem befand sich hier nicht selten ein Hofgericht, dem alle Angehörigen des Fronhofs unterstanden. Als im 12. und 13. Jahrhundert die Grundherren mehr und mehr die Eigenbewirtschaftung ihrer Ländereien aufgaben und zur Rentengrundherrschaft übergingen, sank auch die Bedeutung der Fronhöfe.

Details

Der Augsburger Fronhof wird eingerahmt von dem Bischöflichen Ordinariat, dem Dom?, der Peutingerstraße?, dem Hohen Weg?, dem ehemaligen Hofzahlamt und Marstall?, der ehemaligen fürstbischöflichen Residenz?, dem ehemaligen Konsistorialgebäude? und dem Hofgarten.

Daneben sind erwähnenswert:

Fronhof 9: Hierbei handelt es sich um ein Bürgerhaus, das vier Geschosse mit einem Aufzuggiebel hat. Der Traufseitbau ist mit seinen Bauteilen auf das 16. bis 18. Jahrhundert datierbar. Das Rückgebäude liegt in der Peutingerstraße? 18.

Fronhof 11: Auch dieses Gebäude ist ein Bürgerhaus, ebenfalls ein Trauseitbau mit vier Geschossen. Das Haus stammt im Kern aus dem 16. Jahrhundert und wurde Ende des 18. Jahrhunderts erneuert.

Gitterzaun: Eigentlich gehört der schmiedeeiserne Gitterzaun am Südrand des Fronhofes nicht hierher. Er wurde erst 1956 hier aufgestellt und stammt von der Schüleschen Kattunfabrik?. Geschmiedet wurde er im Jahr 1775. Der frühklassizistische Gitterzaun ersetzt die südliche Grenzmauer zwischen Burggrafenturm? und Lambertikapelle?. Man positionierte ihn als Abschlussgitter zwischen modernen Betonpfeilern. Im Mitteljoch des Gitters erkennt man das Wappen des geadelten Fabrikanten Johann Heinrich Ritter von Schüle?. Schon im Jahr 1890 geriet dieser Wappenaufsatz durch eine Schenkung an das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe und musste 1954 von der Stadt Augsburg zurückgekauft werden.

Mozartstele

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Die Mozartstele steht ebenfalls am Südrand des Fronhofes, direkt an dem beschriebenen Gitterzaun.

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Friedensdenkmal: Das so genannte Friedensdenkmal ist weniger ein Denkmal des Friedens als eines des deutschen Patriotismus, wenn nicht gar des deutschen Nationalismus.

Gegossen wurde es 1876 nach den Vorstellungen von Kaspar von Zumbusch? von der Nürnberger Firma Lenz.

Es erinnert in seiner heroischen Art an den Frankreichfeldzug 1870/1871 und an die Gründung des zweiten Kaiserreichs in Deutschland.

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Die Bronzefigur stellt einen überlebensgroßen trojanischen Helden dar, der auf einem wuchtigen schwarzen Syenit-Pfeiler steht und an den Würzburger Freund Zumbuschs, Martin von Wagner, erinnert. Der Held auf dem Sockel steckt das Schwert in die Scheide und illustriert damit den Spruch, der in ehernen Buchstaben unter der Plinthe steht: "Aus Kampfes Nacht stieg auf mit Macht der Sonne gleich das Deutsche Reich."

Auf den Konsolen des Sockels dieser heroischen Heldenfigur sitzen Putten mit Attributen für Wehrkraft (Schwert und Schild), Versorgung (Wassermuschel), Gewerbe (Flügelrad und Hammer) und Geschichte (Buch). Kaspar von Zumbusch? hat das Werk ein Jahr nach seinem Münchener Denkmal für den Bayernkönig Max II.? geschaffen.

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Fundamente der Kirche Sankt Johann: Die Tauf- und Seelsorgskirche Sankt Johann wurde in der Zeit des Bischofs Ulrich? zwischen 956 und 960 erbaut. 1689 hat man die Dompfarrkirche in der Art des Frühbarock überarbeitet. Abgebrochen wurde die Kirche im Jahr 1808, dann aber legte man von 1928 bis 1930 ihre Fundamente wieder frei. Dabei stieß man auf Reste des Vorgängerbaus, der im 6./7. Jahrhundert errichtet wurde und im Westteil einen Taufbrunnen aus dem 4./5. Jahrhundert beherbergte. Neben der Kirche legte man sogar Reste eines römischen Profanbaus frei. Als man 1808 die Kirche Sankt Johann abbrach, riss man auch die Hl.-Dreikönigskirche nördlich ab. Sie war 1357 erbaut und 1576 umgebaut worden. Auch die Friedhofsmauer mit der "finstern" und der "lichtenGräbd" im Westen musste weichen. Sie umfasste die Begräbnisstätte von vornehmen Augsburger Bürger. Mit der "Gräbd" mussten auch die Schneider- bzw. Langenmantelsche Kapelle sowie die Veitskapelle weichen und an der Südseite des Domes? riss man die dort angebaute Nepomukkapelle weg.

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Römermauer: Das ist eine Backsteinbau von 1954 mit einer Betonüberdachung, die auf schlanken Stahlstützen steht. Unter dieser Überdachung sind römische Spolien aufgestellt. Die Römermauer steht dort, wo man 1808 den alten Domfriedhof planierte, um einen Paradeplatz zu gewinnen. Diesen Platz wollte man neu einfrieden, doch daraus wurde nichts. Nur die Römermauer bezeichnet einen Teil der geplanten Neueinfriedung. Der Plan von Jahann J. H. Kein aus dem Jahr 1806 konnte deshalb nur teilweise ausgeführt werden, weil eine Zeile alter Kanonikerhäuser und das Burggrafenamt nicht abgerissen wurden. Die römischen Spolien, die in der Römermauer eingemauert sind, wurden zum Teil aus konservatorischen Gründen durch Nachbildungen ersetzt.

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Geschichte

Der Fronhof Augsburg ist ein geschichtsträchtiger Ort.

Noch im späten Mittelalter diente der Fronhof als Schaubühne für Ritterturniere.

Der älteste Teil, der heute noch steht, ist der Burggrafenturm im südlichen Fronhof. Er wurde 1507 gebaut. In einem Raum dieses Turms "hoch oben auf der Pfalz" hat Albrecht Dürer? im Jahr 1518 Kaiser Maximilian I.? gezeichnet, als er zum letzten Mal in Augsburg war.

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Im Kapitelsaal des Vorgängerbaus der fürstbischöflichen Residenz? wurde am 25. Juni 1530 die Confessio Augustana verlesen. Der kursächsische Kanzler Dr. Christian Baier brachte das "Augsburgische Bekenntnis" vor Kaiser Karl V.? und den Reichstagsmitgliedern vor. Zu diesem Ereignis ist am 30 Meter hohen so genannten "Pfalzturm", wo der West- und der Nordflügel der fürstbischöflichen Residenz? zusammenstoßen, eine Erinnerungstafel angebracht. Philipp Melanchthon hatte in der Confessio Augustana die wesentlichen Grundzüge der Lehrer Martin Luthers? zusammengefasst. Es war niederschmetternd für den Kaiser, dass sich auch die namengebende Reichsstadt Augsburg dieser Confessio anschloss; schon seit 1525 feierte man in Augsburg das Abendmahl in beiderlei Gestalt.

Zwischen 1740 und 1752 wurde die Residenz barockisiert.

Zwischen dem 2. und 6. Mai 1782 hielt sich Papst Pius VI.? hier auf und erteilte der Bevölkerung auf dem Platz seinen Segen.

Die Dompfarrkirche Sankt Johann wurde im Jahr 1805 als Gefangenenlager benutzt, nach 1808 diente der plattgemachte und eingekieste Domfriedhof als Exerzierplatz für bayerische Soldaten.

Seit 1817 hat hier die Regierung von Schwaben ihren Sitz.

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Zwischen 1878 und 1889 legte man den heutigen Park im Fronhof an.

Die Nazis missbrauchten den Fronhof als Aufmarschplatz für die SA und SS. 1933 verbrannten sie am so genannten "Friedensdenkmal" die Fahnen ihrer politischen Gegner.

Auf dem Domvorplatz erinnert die Büste von Dr. Max Josef Metzger? an die zwölfjährige Terrorherrschaft der Nazis. Dr. Max Josef Metzger? hatte 1919 die "Missionsgesellschaft vom Weißen Kreuz", später "Christkönigs-Institut" gegründet. Weil er Pazifist war und sich gegen die Nazis wandte, wurde er am 17. April 1944 mit 57 Jahren in Brandenburg-Görden mit dem Fallbeil zum Schweigen gebracht.

Besonderheiten

Der Fronhof ist zu Tag und Nacht zu jeder Jahreszeit zugänglich.

Seit 1999 finden hier jedes Jahr die Konzerte im Fronhof statt.

Lage

Lage des Fronhofs

Weblinks


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