Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie an stoebener@augsburg-wiki.de


Hauptseite | Unterkunft und Sehenswürdigkeiten | Verschiedenes | Friedhöfe


Friedhöfe

Es gibt in Augsburg 15 Friedhöfe, wovon einige wegen ihres Alters einen Besuch lohnen.

http://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th128---ffffff--friedhoefe-augsburg_2013_1.jpg.jpg http://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th128---ffffff--friedhoefe-augsburg_2013_2.jpg.jpg http://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th128---ffffff--friedhoefe-augsburg_2013_3.jpg.jpg http://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th128---ffffff--friedhoefe-augsburg_2013_4.jpg.jpg

Allgemeines

Augsburg mit seiner 2000-jährigen Geschichte ist eine Nekropole, denn die Toten dieser Stadt sind unzählbar und die paar Hunderttausend Lebenden machen nur eine verschwindend kleine Zahl gegenüber der Zahl der Toten aus. Die meisten Augsburger wohnen in den Grüften dieser Stadt, unter schweren Grabplatten, unter dem Friedhofsrasen und dem Pflaster der Kirchplätze. Wir Lebenden gehen über die Leichen von Menschen und Tieren. Das beweist die Tatsache, dass die Stadtarchäologen? immer wieder Knochenfunde machen, auf alte Gräber stoßen, Gebeine bergen. Wir sollten die Augsburger Toten achten, denn nur so erwächst in uns die Achtung vor dem Leben.

Das Wort Friedhof kommt von „eingefriedeter Platz“. Solche eingefriedeten Plätze für Tote gibt es seit vielen Jahrtausenden. Meist lagen sie in der Antike vor den Städten oder Dörfern. Bei uns in Mitteleuropa gehen Friedhöfe auf die Jungsteinzeit zurück, in der sie meist etwas erhöht in der Nähe der Siedlungen lagen. Nur ganz selten hat man Tote innerhalb von Siedlungen begraben. Als das Christentum nach Mitteleuropa kam, wurden Tote oft in Kirchen und Kapellen oder unterirdischen Katakomben beerdigt, im Mittelalter beschränkte man das auf Herrscher oder Geistliche. Die Toten begrub das europäische Mittelalter meist auf einem Platz um die Pfarrkirche herum. Bestrebungen, die Friedhöfe außerhalb von Siedlungen anzulegen, kamen im 15. Jahrhundert auf. Aus hygienischen Gründen löste man im 18. Jahrhundert die meisten innerörtlichen Friedhöfe, besonders in Städten, auf.

Friedhöfe, wie wir sie kennen, kamen im 19. Jahrhundert auf. Damit sind die großen durchgrünten, oft parkähnlichen Anlagen gemeint. Auf diesen Friedhöfen können Trauernde ihrer Trauer ihren Lauf lassen, die Friedhöfe schaffen eine Verbindung zwischen Lebenden und Toten. Gegenüber früher scheint es heute immer mehr zu einem Verfall der Friedhofskultur zu kommen, denn oft herrschen Fantasielosigkeit, Monokultur und Sterilität über den neuen Gräbern. Dazu kommt, dass in unserer Singlekultur immer mehr Menschen kaum mehr Bindungen haben und es immer mehr zu einsamen Beerdigungen kommt, bei denen kaum jemand einem Sarg auf dem letzten Weg folgt.

West-, Nord- und Ostfriedhof, Neuer und Alter Friedhof, Neuer und Alter Haunstetter Friedhof, Inninger Friedhof, Bergheimer und Gögginger Friedhof sind unter städtischer Verwaltung. Andere Träger haben der Protestantische Friedhof, der Herman-Friedhof, der Katholische Friedhof Kriegshaber und die beiden israelitischen Friedhöfe (einer in der Haunstetter Straße, einer in der Hooverstraße, der aber nicht mehr in Betrieb ist).

Diese 15 Friedhöfe in Augsburg verfügen über etwa 70.000 Grabplätze. Die Ruhefrist nach jeder Bestattung beträgt in Augsburg normalerweise zehn Jahre, ist aber von der Bodenbeschaffenheit abhängig. Wer will kann das Grabrecht für 10 und 25 Jahre erwerben; es kann aber auch darüber hinaus verlängert werden. Kosten: zwischen 22 und 40 € im Jahr, abhängig vom Friedhof und von der Lage. Darüber hinaus können auch Grabpatenschaften auf einzelnen Friedhöfen übernommen werden.

2011 unterhielt allein die Stadt Augsburg neun Friedhöfe mit etwa 42.000 Grabstellen. Alle städtischen Friedhöfe in Augsburg sind auch nachts geöffnet. Vandalismus und Zerstörungen sind eine nicht zu berücksichtigende Randerscheinung. Wenn Verstorbene keine Angehörigen mehr haben oder den Angehörigen das Geld für eine Bestattung fehlt, muss sich die Stadt von Amts wegen um die Beisetzung kümmern und bezahlen. Das sind ein paar Hundert Fälle im Jahr.

Geschichte

Zum 1. Januar 2013 erhöhten die städtischen Friedhöfe ihre Gebühren für Urnenbeisetzungen und erniedrigten sie für Erdbestattungen. Auch die Grabgebühren stiegen – für Urnengräber mehr als 60 Prozent, für Erdgräber nur leicht.

http://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th128---ffffff--totenkopfsymbol_protestantischer-friedhof-augsburg_tor_2013.jpg.jpg

Einzelne Friedhöfe

Kirchliche Friedhöfe

Details

Jedes Jahr werden Standfestigkeitskontrollen der Grabmale auf den städtischen Friedhöfen durchgeführt. Die Grabmale und die sonstigen baulichen Anlagen sind dauernd in verkehrssicherem Zustand zu erhalten. Verantwortlich dafür ist bei Familiengräbern und Familienaschenstätten der jeweilige Nutzungsberechtigte. Durchgeführt werden die Standfestigkeitsprüfungen vom Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen?.

Leichenhallen

Ursprünglich war das eigene Haus auch „Leichenhaus“, denn hier bahrte man den Verstorbenen bis zu seiner Beerdigung auf, damit Verwandte und Freunde von ihm Abschied nehmen konnten. Gleich nach dem Tod kam früher der Leichen- oder Totenbeschauer, heute der Arzt, um den Tod festzustellen. Weil in der Zeit der Aufklärung die Angst vor einem Scheintod stark anwuchs, errichtete man seit dieser Zeit eigene Leichenaufbewahrungshäuser, die man Leichenhaus oder Leichenhalle nannte. Sie sind öffentliche Gebäude, die eine Leiche bis zu ihrem Begräbnis aufbewahren. Zwar ging später die Angst vor dem Scheintod wieder zurück, doch setzte sich im 19. Jahrhundert die Erkenntnis durch, dass es aus hygienischen Gründen gut war, Leichen in Leichenhäusern aufzubewahren, um Krankheiten zu verhindern.

Eine Leichenhalle hat meist Leichenausstellungsräume, die für die Öffentlichkeit zugänglich und in einzelne Abteile unterteilt sind. Oft sind die Leichen hinter Glas abgestellt und die Räume werden gekühlt.

Bestattungskalender

Auf der Homepage der Stadt Augsburg wurde Anfang des Jahres 2012 der Bestattungskalender eingerichtet. Darin sind die Termine für Trauerfeiern und Beisetzungen auf allen städtischen und kirchlichen Friedhöfen in der Stadt Augsburg abzufragen - soweit die Angehörigen einer Veröffentlichung zugestimmt haben. Die Stadt versteht diesen Service als Ergänzung zu der in der Augsburger Allgemeinen veröffentlichten Totentafel. Zu finden ist der städtische Bestattungskalender auf der Homepage der Stadt Augsburg unter „Bürgerservice -> Ämter und Behörden -> städtische Dienststellen -> Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen -> Friedhöfe“.

Weblinks


Hauptseite | Unterkunft und Sehenswürdigkeiten | Verschiedenes | Friedhöfe


Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie an stoebener@augsburg-wiki.de




FacebookTwitThis
Pin ItMister Wong