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Friedensstadt
Selbstbezeichnung der Stadt Augsburg im Stadtmarketing?.
Allgemeines
Geschichte
Am 30. Mai 2010 kam der „Engel der Kulturen“ mit einer Karawane in die Friedensstadt Augsburg. Die war auf dem Weg von einer Kulturhauptstadt in die nächste. Die Karawane wollte in den besuchten Städten eine Friedensspur legen und zum Miteinander der großen monotheistischen Religionen beitragen.
Laut Forum Augsburg? sagte der damalige Oberbürgermeister? Dr. Kurt Gribl anlässlich eines öffentlichen Rekrutengelöbnisses der Bundeswehr? im Februar 2011 auf dem Rathausplatz in Augsburg: „Die Idee der Friedensstadt stimmt überein mit dem, was die Bundeswehr leistet.“ Bei vielen Augsburgern stieß diese Äußerung angesichts des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan auf Kritik.
Im Herbst 2011 fand die Ausstellung "Tolerabilis" im Rahmen des Augsburger Hohen Friedensfestes in der Toskanische Säulenhalle? statt. Es stellten die Künstler Azra Akšamija, Nilbar Güres, Pravdoliub Ivanov, Helmut & Johanna Kandl, Roi Kfir, Olaf Nicolai, Ahmet Ögüt, Luise Schröder & Anna Baranowski, Nedko Solakov aus. Bei der Auseinandersetzung mit den vielfältigen Aspekten und Dimensionen von Religionsfreiheit wurden im Kontext gesellschaftlichen Zusammenlebens Antipoden wie Toleranz und Intoleranz, Frieden und Konfrontation, Integration und Ausgrenzung berührt, die weit über rein religiöse und konfessionelle Fragen hinausgehen. Die Bereitschaft moderner hochkomplexer Gesellschaften, vermeintliches oder tatsächliches "Anderssein", in diesem Fall eine andere Religion und Weltanschauungen, zu tolerieren und zu akzeptieren, wird neben juristischen wesentlich durch politischökonomische und gesellschaftspolitische Bedingungen beeinflusst und determiniert. Insbesondere diese sind es, die von den künstlerischen Positionen der Ausstellung reflektiert wurden. In ihr wurden elf zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Kulturkreisen und unterschiedlichen religiösen Hintergründen vorgestellt. Sie äußerten sich zu der Bedeutung von Ritualen und dem Einfluss der Religionen auf das alltägliche Leben und auf das menschliche Werteverständnis in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten. Darüber hinaus beschäftigte sich die Ausstellung mit den Fragen der identitätsstiftenden Funktion von Religion, thematisierte die Dichotomie von materiellen und spirituellen Werten und zeigte, wie zerbrechlich das Miteinander verschiedener Kulturen und Weltanschauungen sein kann. Der Titel "Tolerabilis" wurde der lateinischen Sprache entnommen. Ursprünglich bedeutete das Adverb erträglich, ähnlich wie das Substantiv Tolerantia, das mit geduldiges Ertragen übersetzt werden kann. Im Laufe der Jahrhunderte kamen weitere Konnotationen dazu, wie etwa etwas, aber auch jemanden zu akzeptieren, der anders (einem fremd) ist. Dabei bleibt die ursprüngliche Bedeutung noch immer hoch aktuell, sich Mühe zu geben, um das Fremde zu verstehen und ggf. zu akzeptieren.
Details
Auf Anregung des Forums Interkulturelles Leben und Lernen (FILL) sowie weiterer Initiativen gedenkt die Friedensstadt jedes Jahr der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte", die von der Vollversammlung der UNO am 10. Dezember 1948 verabschiedet wurde. In dieser Veranstaltung wird an die Bedeutung der Menschenrechte erinnert, um die Menschenrechte tiefer im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern.
Weblinks
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