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Fischmarkt
Ein zwischen Sankt Peter am Perlach und dem Rathaus gelegener Augsburger Marktplatz für den Fischhandel.
Allgemeines
Heute ist der alte Fischmarkt kaum wiederzuerkennen. Früher plätscherte hier der Neptunbrunnen vor sich hin, die Fischverkäufer wuselten hier durcheinander, Fischreste wurden aufs Pflaster geworfen. In der Nähe stand ab 1745 das Narrenhäusle?, wo etwa Betrunkene ausgenüchtert wurden oder andere nicht ganz geheuere Personen kurzfristig festgehalten wurden. Heute ist daraus ein freier Platz neben dem Rathaus geworden, wo hin und wieder das Auto eines VIP oder ein Einsatzfahrzeug der Polizei? parkt.
Geschichte
1260 erstmals urkundlich erwähnt. Er lag zwischen der Kirche Sankt Peter am Perlach und dem Rathaus und man benutzte ihn auch als Richt- und Schandplatz (bis ins 17. Jahrhundert). Wir wissen, dass 1248 an der Kirche Sankt Peter am Perlach vom damaligen Probst ein Brotladen verpachtet wurde. Später besaßen die Stiftskanoniker selbst vier Brottische auf dem Fischmarkt, wofür sie die Errichtung einer Treppe zum Rathaus auf ihrem Gelände erlauben mussten.
Im Augsburger Stadtrecht? wurde 1276 festgelegt, dass der Platz dem Fischverkauf zu dienen hat. Dabei wurde der Verkauf Fische auch reglementiert.
Bepflastert wurde der Platz um das Jahr 1420. Ebenfalls in dieser Zeit errichtete man dort einen öffentlichen Brunnen.
Wilhelm Rehm? erwähnt den Platz in seiner Augsburger Chronik von 1515.
Diesen Brunnen überragte bis 1537 eine Statue des heiligen Ulrich, die schon 1511 geschaffen worden war. Die vergoldete Ulrichsfigur musste 1537 aber einer Neptunsfigur weichen, wodurch der Brunnen zu dem Namen Neptunsbrunnen? kam. Im Jahre 1888 wurde er auf den Jakobsplatz? verlegt.
1533 wurde der Fischmarkt samt den Brottischen von den Kanonikern an den Rat der Stadt Augsburg verkauft.
Als man 1900 den Schlacht- und Viehhof? neben der Stadtmetzg umgestaltete, wurde neben anderen Gewerben auch der Fischverkauf dorthin verlegt, bis man den Stadtmarkt errichtete und der Fischverkauf dorthin wanderte.
Der Augsburger Architekt und Stadtbaurat Otto Holzer? gestaltete eine so genannte "Wehrsäule", die von 1916 bis 1945 auf dem Fischmarkt stand und zu den Kriegerdenkmalen? gehört.
Details
Bemerkenswert ist vor allem die Loggia des Rathaus-Erweiterungsbaus, auf die man vom Rathausplatz aus blickt.
Auf der linken Seite des Fischmarkts liegt der Eingang zur Kirche St. Peter am Perlach, von der rechten Seite aus gelangt man in den Rathauskeller?.
Im 16. Jahrhundert stand hier ein hölzerner Esel. Auf ihm mussten Soldaten der Stadtgarde? sitzen, wenn sie für kleinere Vergehen bestraft werden sollten.
Lage
Lage des Augsburger Fischmarkts
Weblinks
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