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Filme über Bertolt Brecht
Abschied - Brechts letzter Sommer
Abschied - Brechts letzter Sommer (2000), PL/DE
Laufzeit 91 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 14. September 2000
Regie: Jan Schütte
Drehbuch: Klaus Pohl
Produktion: Jan Schütte, Henryk Romanowski
Schauspieler: Jeanette Hain, Ulrich Matthes, Josef Bierbichler, Monica Bleibtreu, Elfriede Irrall u. a.
Der Film ist ein Portrait des Dichters, der von Josef Bierbichler gespielt wird, in seinen letzten Tagen. Ruhige, melancholische Bilder erzählen von der Zeit in seinem Ferienhaus in Buckow am See, zusammen mit Frauen seines Lebens. Einer seiner letzten Lebenstage 1956 beginnt mit einem anonymen Telefonanruf am Morgen und endet mit Nasenbluten am Abend. Dazwischen begegnet er heimlich seinen Geliebten und wehrt sich gegen Zumutungen seiner Ex-Geliebten. Inmitten dieser Lebenswelt Ehefrau Helene Weigel und die gemeinsame Tochter. Trotz kleiner Fluchten und warmem Spätsommer prägt sich die Aussichtslosigkeit der letzten Lebenstage Brechts ein.
Brecht fühlt sich krank und erschöpft, bereitet sich aber doch auf die nächste Theatersaison vor und schreibt Gedichte. Damit er arbeiten kann, schirmt ihn seine Frau Helene Weigel von Störungen ab, was aber nicht einfach ist, den der Egomane wird von der Tochter Barbara, seiner Assistentin Elisabeth Hauptmann, seiner früheren Geliebten Ruth Berlau, seiner momentanen Geliebten Käthe Reichel, dem Philosphen Wolfgang Harich und dessen Frau, die auch schon mit Brecht liiert war, umkreist, was natürlich Eifersucht und Rivalitäten ausbrechen lässt. Darüber hinaus sorgen zwei Stasi-Offiziere für dunkle Wolken über dem Ferien-Idyll, denn sie sollen Harich festnehmen, der politische Reformen gefordert hat und Walter Ulbricht kritisierte.
Gedreht wurde im Sommer 1999 in der polnischen Stadt Szczecinek. Die Uraufführung fand am 14. Mai 2000 auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes innerhalb der Sektion Un Certain Regard statt.
Jan Schütte wollte mit dem Film weniger ein historisch korrektes Porträt über Brecht abliefern, sondern legte mehr Wert auf die Psyche des eigenwilligen Schriftstellers, die wenig schmeichelhaft gezeichnet wird. Deutlich kommen Brechts Widersprüche, seine Hilflosigkeit, Egozentrik und Ratlosigkeit zum Ausdruck.
Kritik
"Jan Schütte hatte bei der Besetzung die geradezu geniale Idee, Sepp Bierbichler den Brecht spielen zu lassen. Auf den ersten Blick sieht er zu massiv aus, seine körperliche Präsenz wirkt stärker als die intellektuelle: Aber gerade damit wird die Widersprüchlichkeit dieses Mannes noch gravierender, lässt seine Krankheit ihn stets etwas eingebildet und allürenhaft aussehen – und macht es der Umgebung leichter, Brechts Gesundheitszustand zu ignorieren. Bierbichlers optische Unähnlichkeit bewahrt den Film zudem vor jenem Imitations-Effekt, der so viele `biopics´ unterschwellig immer ein wenig zum Kuriosum macht." (Süddeutsche Zeitung, 15. September 2000)
"Eine von einem hervorragenden Hauptdarsteller getragene Zustandsbeschreibung mit theatralischen Dialogen, die letztlich weder als Dichterporträt noch als Studie über lebenslange Liebe überzeugt." (Lexikon des internationalen Films)
Brecht - Die Kunst zu leben
Brecht - Die Kunst zu leben (2005), DE
Laufzeit 121 Minuten, FSK 12, Dokumentation
Regie: Joachim Lang
Wissenschaftliche Beratung: Jan Knopf, Leiter der "Arbeitsstelle Bertolt Brecht" am Institut für Literaturwissenschaft der Universität Karlsruhe
Die Besonderheit der Dokumentation ist die Fülle des nocht nicht veröffentlichten Materials zu Bertolt Brecht und die Offenheit der zu Wort kommenden Zeitzeugen. Spannend werden bisher wenig bekannte Seiten von Brechts Leben und Werk dargestellt. Joachim Lang zeigt den Augsburger Schriftsteller als Menschen, dem seine geistige Unabhängigkeit sehr wichtig war, der schon früh ein festes Ziel hatte: ein neues, radikal anderes Theater, und der nicht davor zurückschreckte, von seinen Mitarbeitern das Äußerste zu verlangen. U. a. kommen die Schauspielerinnen Regine Lutz und Käthe Reichel, Brechts ehemalige Assistenten Manfred Wekwerth und Bernhard K. Tragelehn sowie seine Töchter Hanne Hiob und Barbara Brecht-Schall zu Wort und erzählen über ihr Leben und Arbeiten mit der Dichterikone.
Die Dokumentation geht ins Detail und will beweisen: Brecht wird auch heute noch als Sündenbock gesehen, immer noch nicht richtig gewürdigt. Damit will sie Schluss machen, wird aber zu einem Dokument der Brecht-Verehrung und schießt damit einiges über das Ziel hinaus.
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