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Eisenwerk Gebrüder Frisch KG

Ein Eisen und Metall verarbeitender Betrieb, der in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg zu den Pionieren der deutschen Baumaschinenindustrie gehörte.

Geschichte

Es war der Schlossermeister Heinrich Frisch?, der 1867 mitten in Augsburg eine Kunst- und Bauschlosserei eröffnete. Damit setzte er den Beginn eines der größten Augsburger Industriebetriebe in der Metallindustrie.

Mit Fleiß, Qualität und Endergie baute er die Grundlage des Betriebes auf. Im Jahr 1902 gründeten dann seine Söhne Nikodemus und Heinrich die Firma Eisenwerk Gebrüder Frisch KG. Sie widmeten sich hauptsächlich dem Stahlhoch- und Brückenbau. Weil die Industrialisierung des Deutschen Reiches und damit der Ausbau des Verkehrsnetzes damals auf Hochtouren liefen, entwickelte sich die Firma bestens. Insbesondere die Bahn und die Post sorgten für große Aufträge, so dass eine Betriebserweiterung schon 1904 nötig war. Die Firma zog an den damaligen Stadtrand in die Böheimstraße?.

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Hier entstand ein dreigeschossiger Blankziegelbau für die Verwaltung nach der Planung von Thormann & Stiefel. Der Bau war mit seinen Treppengiebeln und Fenstergestaltungen Augsburger Altstadthäusern nachempfunden. An das Verwaltungsgebäude baute man eine dreischiffige Montagehalle mit Galerie-Emporen, die Stützen aus U-Profileisen hatte.

1907 gliederte man dem Werk eine Weichenbauabteilung an.

1909 baut man an das Verwaltungsgebäude noch einen ziegelsichtigen Werkstättenbau an und erweiterte die Montagehalle um eine Eisenfachwerkhalle. Letztere diente auch als Verkaufsmodell.

L. E. Kalbitz entwarf 1916 ein biedermeierliches Wohn- und Portiershaus. Die geschmiedeten Einfriedungen und der Altanen-Vorbau am Verwaltungsgebäude verweisen auf die Anfänge der Firma als Kunstschlosserei.

1926 kam eine Maschinenbauabteilung hinzu, die vor allem Straßenbaumaschinen herstellte. Ein Jahr später übernahm Nikodemus Frisch? als alleiniger Komplementär das Werk und die Werksleitung. Im nächsten Jahrzehnt wuchs die Firma so gewaltig, dass man 1936 den Grundstein für ein neues Werk in Kissing legte. 1938 ging die Firmenleitung an die Söhne von Nikodemus Frisch? über, die Ernst Nikodemus und Fritz hießen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden in dieser Firma Zwangsarbeiter ausgebeutet.

Auch das Eisenwerk Gebrüder Frisch KG hatte Kriegsschäden zu überwinden, die man aber aus eigener Kraft schnell behob. In den Jahren nach dem Krieg trug die Stahlbauabteilung der Firma viel zum Wiederaufbau Augsburgs und anderer süddeutscher Städte bei.

Als zweites Standbein der Firma entwickelte sich die Maschinenbaufertigung überproportional gut: Die Maschinen von Frisch für Straßenbau, Straßenunterhaltung und Erdbewegung wurden zum Markenbegriff nicht nur in Deutschland. Im Jahr 1962 beschäftigte die Firma etwa 1.300 Menschen und gehörte zu den großen deutschen Baumaschinenherstellern.

1977 wurde das Eisenwerk Gebrüder Frisch KG von den Faun-Werken übernommen, die so ihr Programm durch Radlader und Raddozer ergänzten.

1986 übernahm die O&K Orenstein & Koppel AG die Mehrheit der Aktien von Faun. 1999 wurde die O&K Orenstein & Koppel AG von New Holland übernommen. Und ging später in der Terex Corporation auf, die die Produktion bei Frisch in Kissing einstellte.

Ausgewählte Produkte

Zunächst stellte das Eisenwerk Gebrüder Frisch KG auf dem Baumaschinensektor keine eigenständigen Baumaschinenentwicklungen, sondern Anbauausrüstungen vor. Z. B. konstruierte man für Traktoren von MAN Front-Lader oder für Raupenschlepper von Deutz und Hanomag Lade- und Planier-Einrichtungen.

Allein bei den Motor-Gradern hatte man lange eigene Erfahrungen. Schon 1934 hatte man den ersten deutschen Motor-Grader entwickelt, der allerdings keine große Verbreitung fand, weil er mehr für die Straßenunterhaltung als für Bauarbeiten ausgelegt war.

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg baute man weitere "Wege- und Straßenhobel", etwa den zweiachsigen M 75 H4. Er hatte einen 75-PS-Motor von Deutz und wog 8 Tonnen. Aus diesem Gerät entwickelte die Firma eine ganze Baureihe von Gradern mit zwei und drei Achsen, die noch in den 70er Jahren auf vielen Baustellen anzutreffen waren.

In den 50er Jahren wurden Radlader immer beliebter. Das veranlasste die Firma 1960 den Rad-Frontlader 50 PS vorzustellen, der bald als Typ 600 bezeichnet wurde und 6,5 Tonnen wog. Seine Kinematik war eigenartig, war doch der Hubarm, der von hinten gelenkt wurde, am Heck angelenkt. Bis in die 70er Jahre blieben hinterradgelenkte Lader im Programm. Knickgelenkte Radlader wurden erst ab 1968 angeboten. Meist verwendete die Firma luftgekühlte Deutz-Dieselmotoren für ihre Grader und Radlader.

Ausgewählte Bilder

Die folgenden Bilder - es sind alles Werksfotos der Eisenwerke Gebr. Frisch K. G. Augsburg - wurden mir freundlicherweise von der Interessengemeinschaft historische Baumaschinen e. V., Herrn Stefan Materna, zur Verfügung gestellt. Die Interessengemeinschaft historische Baumaschinen e. V. widmet sich der Aufarbeitung der deutschen Baumaschinengeschichte in der Erhaltung von Original-Maschinen und Dokumenten. Auf ihrer Homepage ighb.de stellt sie verschiedene, teils ehemalige deutsche Baumaschinenhersteller durch entsprechende Bilder aus einem umfangreichen Archiv vor. Die IghB arbeitet ehrenamtlich und gemeinnützig.

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Frisch Grader F 185

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Frisch Kranraupe

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Frisch Lader 600

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Frisch Lader F 800

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Frisch Lader F 1300

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Frisch Motorgrader 90 H

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Frisch Motorgrader 90 H

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Frisch Planiergerät D60H2

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Frisch Seitenelevator

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Frisch Seitenlader H 75 LS

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Frisch Tiger-Traktor mit Schürfkübel

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Frisch Überkopflader D 60 K

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