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Eigenkompostierung
Ein kostengünstiger und umweltverträglicher Weg Bioabfälle selbst zu entsorgen.
Allgemeines
Natürlich kann man in Augsburg Bioabfälle in der braunen Tonne oder bei der AVA entsorgen, doch sollten Gartenbesitzerinnen und -besitzer die Vorteile der Eigenkompostierung nutzen, ist sie doch kostengünstig und kommt der Natur zugute.
Zum Kompostieren im Garten eigenen sich Gartenabfälle wie Rasenschnitt, faules oder grünes Obst, Pflanzenreste, Unkraut etc., aber auch Küchenabfälle wie rohes Obst oder Gemüseabfälle, Eierschalen, Kaffeesatz, Teebeutel und vieles mehr. Styroporteilchen verrotten nicht, schaden aber auch nicht. Blumenerde aus Blumenkästen eignet sich auch bei Durchwurzelung für die Kompostierung. Zusätze zum Kompost sind Holzhäcksel, Reisig, Stroh, Rinde, Falllaub: Man sollte sie zur Belüftung in dünnen Schichten zwischenstreuen. Auch verhindern diese Zusätze üble Geruchsentwicklungen. Auch Haare und Federn sind kompostierfähig.
Nicht kompostierfähig sind Fisch-, Fleisch- und Wurstreste, Knochen, gekochte Nahrungsmittel, Hygienepapier, Plastiktüten, Kehricht, Haustierstreu, etc., kranke Pflanzen/-teile. All diese Materialien sollte man in Augsburg über die braune Tonne entsorgen.
Anlage von Kompost
Bevor man den Komposthaufen aufsetzt oder das Kompostsilo befüllt, sollte man die verschiedenen Materialien gut vermischen, um so die besten Rottevoraussetzungen zu schaffen. Unter dem Kompost sollte man grobes Material wie Häckselgut, Baum- oder Strauchschnitt aufschütten, damit überflüssiges Wasser ablaufen kann und nicht die Fäulnis behindert. Danach sollte man dann die Bioabfälle aus Garten und Küche aufschichten. Übrigens ist der schattige Platz unter einem Laubbaum oder neben Sträuchern im Sommer ideal.
Bevor man sich für ein Kompostierungssystem entscheidet, sollte man bedenken, welche Standmöglichkeiten man im Garten hat und wie viel Kompost anfällt. In Augsburg kann für den Kauf eines Komposters sogar ein Zuschuss beantragt werden. Der Kaufpreis wird mit 60 Prozent bezuschusst, wobei es aber eine Obergrenze gibt. Ist das Grundstück mehr als 500 Quadratmeter groß, gibt es Zuschuss für zwei Komposter.
Den Zuschussantrag muss man mit der Rechnung zusammen beim aws einreichen. Es genügt sich zu verpflichten, den Komposter auf dem eigenen Grundstück einzusetzen und mit einer gelegentlichen Überprüfung einverstanden zu sein. Weitere Auskünfte unter 0821/3244806.
Details
Um den Boden zu verbessern bzw. zu düngen, ist Kompost ideal. Regelmäßig angewendet erhöht er die Bodenfruchtbarkeit und fördert das Pflanzenwachstum - ganz ohne Chemie.
Damit man alles richtig macht, sollte man größere Mengen Grasschnitt nur vermischt mit anderen Materialien kompostieren. Größere Mengen trockener Stoffe (Stroh, Rinde) sollte man wässern. Im Sommer sollte man den Kompost regelmäßig Übergießen, denn das ist für einen ungestörten Rotteverlauf sehr förderlich. Die richtige Feuchtigkeit ist erreicht, wenn sich der Kompost anfühlt wie ein ausgedrückter Schwamm. Vielleicht deckt man den Kompost ab, denn mit Folie verhindert man sein Austrocknen und den Verlust von Nährstoffen.
Oft sieht man, dass Kompostieranfänger den Kompost mit Kalk und anderen Düngern "verbessern". Das ist jedoch nachteilig, weil es zu erhöhten pH-Werten (Kalkgehalt) führt, was dem Boden und den Pflanzen nicht gut tut.
Nach 3 bis 4 Monaten kann man den Frischkompost als Mulch ausbringen. Durch die Abdeckung des Bodens mit Mulch bleibt er im Sommer feuchter, werden die nützlichen Bodenlebewesen gefördert und wird der Unkrautwuchs unterdrückt.
Wenn die Kulturpflanzen etwa fünf bis zehn Zentimeter hoch gewachsen sind, kann man Kompost zwischen ihren Reihen ausstreuen, um so das Unkraut zu unterdrücken. Allerdings sollte der Kompost nur in der Wachstumszeit (Mai bis August), verteilt auf 2 - 3 kleine Gaben, ausgebracht werden, denn wenn man ihn im Herbst oder Winter ausbringt, gehen die Nährstoffe verloren.
Um eine Mengeneinschätzung zu geben: Hat man ein 5 Meter langes Gemüsebeet, so sind 30 Liter (etwa 3 Eimer) Kompost jährlich ausreichend. Für einen Gemüsegarten, der 50 Quadratmeter hat, reichen jährlich ca. 300 Liter (3-4 Schubkarren) Kompost. Übrigen Kompost verteilt man am besten auf Blumenbeeten und unter Obst- und Ziergehölzen.
Besonderheit Komposthügel: Sie sparen Arbeit und Platz. Zum Kompostieren kann man im Herbst auch ein Hügelbeet anlegen. Man schaufelt an einem leeren Beet den Oberboden zur Seite und füllt die entstandene Furche mit Ästen und anderen schwer verrottbaren Pflanzenabfällen auf. Darüber schüttet man leicht verrottbare Bioabfälle wie Grasschnitt, Laub oder Küchenabfälle auf und und schichtet sie. Darüber bringt man den vorher zur Seite geschaufelten Oberboden auf. Hier werden nächstes Jahr die Kulturpflanzen besonders gut wachsen.
Vorteile der Eigenkompostierung
Durch die Eigenkompostierung wird die Umwelt weniger mit Abfällen belastet, man schont Natur und Landschaft, verringert den Düngemittel- oder Torfverbrauch und fördert die Bodenfruchtbarkeit und das Pflanzenwachstum ohne Chemie.
Genügend Gründe es selbst zu probieren!
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