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Drogenpolitik
Hintergrund
Drogennutzer sondern sich ab und ziehen sich in geheime Schlupfwinkel zurück. Auch wenn der Drogenkonsum in manchen Umfeldern als schick gilt: Meist ist er nur trostlos und endet elend. Und das, obwohl sie genau das Gegenteil versprechen, nämlich Lust, besseres Leben, Erregung, Orgasmen, Exstase … Doch jeder Rausch ist geraubte Zeit, geraubt von unserer Zukunft. Und der Kater, das Gefühl der Leere folgt. Sucht ist nichts anderes als Abhängigkeit und Ausgeliefertsein. Der Süchtige ist wie eine Maschine Abläufen unterworfen, die ihn zwingen immer wieder das Gleiche zu tun.
Dass Augsburg weit oben in der Drogenstatistik bei der Quote je Einwohner steht, hat damit zu tun, dass lange Jahre nicht viel im Kampf gegen Drogen unternommen wurde. Erst 2005 verabschiedete die Stadt ein Konzept, das nach und nach umgesetzt wurde.
Die Säulen dieses Konzepts: Prävention, sozio-medizinische Versorgung der Drogensüchtigen und polizeiliche Maßnahmen. Noch allerdings sind keine sichtbaren Erfolge festzustellen. 2006 gab es 19 Drogentote, was das bekannte Niveau der Jahre zuvor ist - Schwankungen miteingerechnet. Thomas Schaller, der Augsburger Gesundheitsreferent, glaubt langfristig an die Wirkung des neuen Konzepts und führt den schwachen Rückgang der Drogentoten gegenüber Vorjahren darauf zurück, dass Langzeitkonsumenten mit den neuen Maßnahmen schwer erreichbar sind. 2005 gab es in der Fuggerstadt 22 Drogentote, 2004 insgesamt 30.
Hauptumschlagplatz von Drogen in Augsburg ist der Königsplatz, obwohl die Streifen verdoppelt wurden. Doch auch der organisierte Rauschgifthandel hat sich professionalisiert und die Drogen besitzen einen höheren Wirkstoffgehalt als früher. Hauptgrund für Sterbefälle in der Drogenszene sind Heroinkonsum und Mischintoxikationen, wenn also gleichzeitig mehrere Drogenstoffe eingenommen werden. Nicht alle Drogenabhängige sterben zu Hause in den vier Wänden. Schnappatmung wie bei einem Epileptiker kann der Hinweis sein, dass sich jemand in Todesgefahr befindet und man sofort einen Notarzt rufen sollte.
Ein Lichtblick ist der KiZ? (Kontaktladen im Zentrum). Er wird täglich von mehr als 20 Personen aufgesucht und scheint in der Szene akzeptiert zu werden. Man bietet dort allgemeine und rechtliche Beratung an und versucht Drogenabhängige in verschiedene Projekte einzubinden. Außerdem sitzen in Augsburg seit jüngstem verschiedene Institutionen bis hin zur Polizei an einem Runden Tisch zur Drogenbekämpfung.
Darüber hinaus läuft seit 2005 FreD, ein Präventionsprojekt in Augsburg.
Auch Augsburger Schulen sind Drogenumschlagplätze. Hier setzt die Stadt auf vermehrte Prävention durch Aufklärung über Drogen.
Die Methadon-Substitution in Augsburg steht noch ganz am Anfang: Es fehlen Plätze für etwa 300 Abhängige.
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