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Dom Unserer Lieben Frau
Die Hauptkirche der Diözese Augsburg?, die vor allem durch die Romanik und Gotik geprägt ist. Sie bewahrt den ältesten Glasfensterzyklus der Welt.

Dom Unserer Lieben Frau © Eva Stuhlmüller (www.augsburg-parrot.de)
Allgemeines
Der Augsburger Dom weist eine große Vielfalt an Baustilen auf. Die ältesten Teile des Domes wurden im 11. Jahrhundert erbaut. Viele seiner Kunstschätze sind im benachbarten Diözesanmuseum Sankt Afra untergebracht. Nicht versäumen sollte man folgende Kunstwerke: an der Südseite des Langhauses die berühmte Bronzetür, die Glasmalereien im Mittelschiff, das Grabmal des Bischofs Wolfhart von Rot? und den marmornen Bischofsthron. Die Glasfenster im Mittelschiff sind die ältesten erhaltenen figürlichen Glasmalereien der Welt und stammen aus der Zeit um 1140. Der Bischofsthron aus Marmor ist sogar noch älter und um 1100 gefertigt. Der Bronzeguss des Grabmals des 1302 gestorbenen Bischofs Wolfhart von Rot? ist ebenfalls kunsthistorisch bedeutsam. Sehenswert ist auch der spätgotische Kreuzgang, der viele hundert Epitaphe zeigt.
Geschichte
An der Stelle des Domes baute schon Simpert? um 800 eine Kirche.
Es war wohl Ulrich, der die Krypta unter dem Westchor des Domes baute, das wohl älteste Kernstück des heutigen Augsburger Domes.
Um 1060 begann Bischof Heinrich? mit einem romanischen Neubau, der ebenfalls in seinem Kern noch heute erhalten ist. Auch der steinerne Bischofsthron im Westchor des Domes stammt aus dieser Zeit, genau wie der älteste Glasfensterzyklus der Welt, die fünf Prophetenfenster im südlichen Mittelschiff, die Daniel, Hosea, David, Jonas und Moses darstellen.
1431 setzte man einen neuen Ostchor mitten auf die römische Via Claudia Augusta, was die Augsburger sehr ärgerte. Deshalb forderte der Magistrat? eine Durchfahrt durch den Dom. Die Geistlichkeit musste sich fügen, was zum Bau des Süd- und Nordportals führte, durch die Rosse und Wagen durch den Dom fahren durften, um nicht einen Umweg wie heute um den Ostchor nehmen zu müssen.
Im 18. Jahrhundert versuchte man den Dom zu barockisieren. Ergebnis dabei war die Marienkapelle, die heute gerne für Hochzeiten genutzt wird.
Zwischen 1852 und 1863 wurde der Augsburger Dom im Inneren neu gestaltet. Man wollte den mittelalterlichen Zustand der Bischofskirche wieder herstellen (Regotisierung). Deshalb entfernte man barocke Gemälde aus dem Dom und ersetzte sie durch Kunstwerke aus der Spätgotik, die man eigens dafür neu erwarb. Darunter kaufte man auch vier Bilder des älteren Holbein an, die heute an den östlichen Langhauspfeilern angebracht sind.
Barocke Altäre verkaufte man in Dorfkirchen der Diözese?:
- Bachern?: Nach Bachern gelangten drei Ältäre. Zwei davon zierten im Dom-Mittelschiff rechts und links die dritten Lanhauspfeiler von Westen. Der eine zeigt das „Martyrium der heiligen Apollonia“, der andere das „Wolfswunder des heiligen Simpert“. Das Apollonia-Bild stiftete der Chorvikar Thomas Miller und bezahlte bei dem Augsburger Maler Jonas Umbach 250 Gulden, das Simpert-Bild stammt aus Konstanz und wurde für 280 Gilden von Johann Christoph Storer gemalt; gestiftet hat es der Domkapitular Johann Franz von Herpstein? 1658. Der dritte Altar aus dem Augsburger Dom dient heute als Hochaltar in Bachern. Er wurde um 1694 am südlichen Seitenschiff der Josephskapelle?, die damals gerade gebaut wurde, angebracht. Das Hochaltarblatt zeigt die „Geburt Christi“, ein Gemälde von Johann Georg Knappich?.
- Friedberg: 1878 gelangte ein weiteres Altarbild aus dem Dom in die Wallfahrtskirche Sankt Afra im Felde?. Es stellt die „Geißelung Christi“ dar und stammt möglicherweise schon aus der Zeit zwischen 1650 und 1660. Als 1692/93 die Kreuzkapelle? des Doms errichtet wurde, hat der Kapellenstifter Dr. Johann Martin Miller? das Bild dort aufhängen lassen. Gemalt hat das Altarbild Johann Christoph Storer?.
Federführend bei dieser Regotisierung war der damalige Bischof Petrus von Richarz?, der die Maßnahme am Ostchor beginnen ließ. Zunächst fing man an, die alten Ostchorfenster zu musealisieren, dann ersetzte man sie durch neue figürliche Fenster, die von der Münchener Glasmalereianstalt Max Emanuel Ainmiller geliefert wurden. Danach trat ein neugotischer Altar von Anselm Sickinger mit Figuren von Joseph Knabl an die Stelle des barocken Altars. Es lag im Trend der Zeit und auch das damalige Domkapitel? war von der späthistorischen Geschichtsauffassung ergriffen, in deren Geist man aus dem Kunsthandel neue Ausstattungsstücke ankaufte, die den für ursprünglich gehaltenen Zustand wieder schaffen sollten.
1860 schuf Kaspar von Zumbusch eine neugotische Kanzel, die man an einem nördlichen Langhauspfeiler anbrachte. Um eine gewisse Einheitlichkeit zu erreichen, strich man den Dom mit einem bräunlich-gelben Galerieton, weil man die Ausstattungsstücke "zusammenhalten" wollte.
Toni Roth? (1899 - 1971), ein verbeamteter Konservator, zeichnet für die gründliche Renovierung der Domkirche verantwortlich, die ab 1934 durchgeführt wurde. Der akademische Kunstmaler entdeckte unter sieben Farbschichten eine Farbfassung mit gemalten roten Quaderfugen auf hellem Grund und legte sie frei, um sie komplett zu rekonstruieren. Unter anderem setzte er mit anderen Verantwortlichen den Rückbau vieler neugotischer Raumelemente und nachbarocker Zutaten etwa an der Kanzel und im Chorgestühl durch. Schon damals plante man die Entfernung des neugotischen Hochaltars, doch scheiterte dies an Zeit- und Kostengründen.
Den Zweiten Weltkrieg überstand der Augsburger Dom fast unbeschadet. Und das, obwohl die Nationalsozialisten? verboten hatten, für kirchliche Bauten Feuerlöschzüge zur Verfügung zu stellen. Dass der Dom nicht zerstört oder niedergebrannt wurde, ist dem damaligen Domkaplan Johann Aichele zu verdanken, der mit Jugendlichen den Brandschutz für den Augsburger Dom organisierte. Wenn man alte Bilder betrachtet, die nach den Februarbombenangriffen auf Augsburg im Jahr 1944 gemacht wurden, sieht man den praktisch unzerstörten Dom zwischen Bergen von Trümmern hervorragen. Trotz etwa 70 in den Dachstuhl des Doms eingeschlagenen Brandbomben gelang es der jugendlichen Brandschutztruppe, das Ausbrechen von Feuer zu bekämpfen und auch ein Feuer im Dachstuhl der Marienkapelle konnte rechtzeitig gelöscht werden, bevor es weitere Zerstörungen anrichtete.
1946 entfernte man den 1934 geschaffenen Kanzel-Torso ganz. Und 1962 folgte die Entfernung des neugotischen Hochaltars.
Details
Das Innere der Domkirche
Der Kreuzgang
Der Domkreuzgang ist öffentlich zugänglich. Hier sind viele Domherren begraben und gleich daneben grenzt das Diözesanmuseum Sankt Afra an.
Lage
Weblinks
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