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Diözesanmuseum Sankt Afra

Ein Museum für kirchliche Altertümer und Kunstgegenstände des Bistums Augsburg?.

Allgemeines

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Das Diözesanmuseum Sankt Afra, das nach der Bistumsheiligen Sankt Afra benannt ist, bietet bedeutende Exponate. Die Ausstellungsstücke sind aus dem 6. bis 20. Jahrhundert. Sie kommen aus einer alten kirchlichen Sammlung oder sind Leihgaben einiger Kirchenstiftungen.

Die Kunstwerke und Ausstellungsstücke sind im Museum nicht chronologisch sortiert, sondern in liturgische, kunsthistorische oder funktionale Zusammenhänge eingeordnet.

In die Räumlichkeiten des Diözesanmuseums Sankt Afra sind historische Bauteile wie der Kapitelsaal oder die Schneiderkapelle? einbezogen. Die Ausstellung erstreckt sich auf fünf Räume, die an der Nordseite des Domes?, direkt im Anschluss an den Domkreuzgang? liegen. Dabei handelt es sich um einen Neubau von 1995, dessen Außenfront von Jakobsmuscheln geziert wird, zwei Räume aus den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts, einen alten romanischen Kapitelsaal und eine Kapelle von 1484.

In der Dauerausstellung erfährt der Besucher nebenbei auch einiges über die lange und wechselvolle Bistumsgeschichte?. Man kann einen Film über die Ausgrabungen in der Schneiderkapelle? sehen oder die Klöster der Diözese an Hand eines Computerprogramms kennenlernen.

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Das Diözesanmuseum Sankt Afra sieht im Bewahren, Sammeln, Erforschen und in der Vermittlung von Kunstwerken seine Hauptaufgaben. In dem Rundschreiben „Die pastorale Funktion der kirchlichen Museen“ der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche von 2001 ist das so formuliert: „Ein kirchliches Museum ist...der Ort, der nicht den genialen Geist des Menschen, sondern –als Gewähr für die Gegenwart –auch die Entwicklung des kulturellen und religiösen Lebens dokumentiert. Es kann daher nicht in einem „absoluten“ Sinn, das heißt herausgelöst aus dem Gesamtkontext der pastoralen Tätigkeiten, verstanden werden, sondern muss im Zusammenhang mit dem ganzen kirchlichen Leben und in Bezug zum historischen Kunst- und Kulturerbe jeder Nation und Kultur gedacht werden. Das kirchliche Museum muss sich also unbedingt in den Bereich der pastoralen Aktivitäten einfügen; dabei kommt ihm die Aufgabe zu, durch eine umfassende Heranführung an die Kunst- und Kulturschätze das kirchliche Leben widerzuspiegeln.“

Im Schnitt erleben etwa ein Viertel der Besucher das Museum während einer Führung. Pro Jahr gibt es etwa 150 Führungen, wobei ein Schwerpunkt in den Sommermonaten Juli, August und September liegt. Am beliebtesten sind die Führungen durch Sonderausstellungen, die fast die Hälfte der Führungen ausmachen.

Geschichte

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Schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es in Augsburg Pläne zur Errichtung eines diözesanen Museums.

Schon 1872 gründete Bischof Pankratius von Dinkel? das Diözesanmuseum in Augsburg ("Kirchliches Museum der Diözese Augsburg"). Bis 1910 war es in einem Saal an der Dom? -Nordseite, eigentlich im Nordflügel des Domkreuzgangs?, untergebracht. Weil aber der Brandschutz nicht gewährleistet werden konnte und man sich Sorgen um die wertvolle Sammlung machte, beschloss 1910 das Augsburger Domkapitels? seine Kunstschätze als Dauerleihgabe an das Maximilianmuseum zu geben, wo sie bis 1989 untergebracht waren.

Am 3. Juli 2000 eröffnete das Diözesanmuseum St. Afra seine Pforten am jetzigen Standort in der Kornhausgasse?.

2001 Einrichtung des Museumsdepots, das 2002 mit einer Klimaanlage ausgestattet wurde, um die konservatorischen Bedingungen zu verbessern.

2007 fand im Diözesanmuseum die Sonderausstellung "Hortus Eystettensis - Garten von Eichstätt" statt, die den Prachtband mit Pflanzen aus dem 17. Jahrhundert vorstellte. Ausgestellt wurden 40 der künstlerisch bedeutenden Kupferstiche.

Details

Nur etwas nördlich des romanisch-gotischen Doms erlaubt ein archäologisches Fenster im Diözesanmuseum den Blick in den Untergrund, der bis zu den römischen Fundamenten reicht, die unter späteren Bebauungsschichten vergraben liegen. In Vitrinen in der Nähe dieses Fensters sieht man einige Fundstücke, z. B. Fragmente eines römischen Wandfreskos in leuchtenden mediterranen Farben.

Neben turnusmäßigen Führungen können auch private Führungen oder Führungen für Schulklassen gebucht werden. Die Führungen können sich zusätzlich auch auf den Dom? erstrecken. In diesem Fall dauern sie zwischen 1 1/2 und 2 1/2 Stunden. Bei den Führungen gelten von den Normalpreisen abweichende Führungspreise, die auf der Webseite des Diözesanmuseums zu erfahren sind.

Im Diözesanmuseum finden regelmäßig Sonderausstellungen statt. Die Termine sind der Lokalpresse oder der Webseite des Museums zu entnehmen. Zu Zeiten von Sonderausstellungen gelten gesonderte Eintrittspreise.

Hauptwerke des Diözesanmuseums sind die ottonische Domtür aus Bronze, eine Sammlung von frühmittelalterlichen und barocken Textilien, in der besonders die Messgewänder des hl. Ulrich? hervorstechen, die Funeralinsignien des Kaisers Karl V.? sowie liturgische Geräte aus der Zeit der Romanik und Gotik, worunter besonders ein Kreuzreliquiar von 1522 aus dem Domschatz und der so genannte Oettinger Tragaltar aus dem 12. Jahrhundert zu erwähnen sind.

Das Diözesanmuseum veranstaltet in der Glashalle und im prächtigen Kreuzgang Konzerte verschiedenster Art. Die Termine sind im Museum, auf der Webseite und in der Lokalpresse zu erfahren.

Bestandsbewahrung

Der Bestand des Augsburger Diözesanmuseums liegt bei etwa 1.800 Objekten, wovon ungefähr die 200 bedeutendsten Kunstwerke in der Dauerausstellung auf 1.000 Quadratmetern gezeigt werden. Die nicht präsentierten Werke der Frömmigkeit werden sicher aufbewahrt und im Zusammenhang mit Sonderausstellungen gezeigt.

Jedes Jahr werden nach und nach die Kunstwerke des Museums restauriert oder konserviert. Auch werden ständig Routinekontrollen des Museumsbestands vorgenommen, um die Notwendigkeit von Restaurierungs- oder Konservierungsmaßnahmen festzustellen.

Bestandserweiterungen

Ein Ankaufsetat ermöglicht immer wieder die Anschaffung von Kunstwerken in bescheidenem Umfang. Dazu kommen Spenden, die in diesen Etat einfließen. So ist es z. B. 2001 möglich gewesen, ein Renaissance-Altärchen aus der Zeit um 1610 zu kaufen, das Jeremias Flicker? und Johann Matthias Kager? zugeschrieben wird. Und 2004 konnte man aus der Zeit um 1500 bzw. 1505 eine Altartafel kaufen, auf der die hl. Afra? dargestellt ist. Gemalt hat sie der berühmte Augsburger Maler Hans Burgkmair der Ältere?. Auch 23 grafische Blätter mit bistumsgeschichtlichen Ereignissen von Künstlern wie Johann Georg Frehling? oder Jeremias Wolff? kamen so in den Bestand, genauso wie ein Gemälde des Malers Ferdinand Petzl?, das eine Prozession vor der Simpertkapelle? in Sankt Ulrich und Afra darstellt.

Auch Dauerleihgaben erweitern den Museumsbestand immer wieder. So überließen dem Museum die Englischen Fräulein? im Jahr 2001 das Relief „Beweinung Christi“ von 1510/20, die Pfarrei Katholisch Heilig Kreuz? drei Messgewand-Garnituren, zwei Prozessionsfahnen und zwei Mäntelchen für das Wunderbarliche Gut, die Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Weißenhorn? einen neugotischen Bischofsthron und der Verenaverein? 2003 zwei Ölgemälde (eines davon signiert mit Johann Heiß?). Auch ein kolorierter Kupferstich, auf dem der Einzug von Papst Pius VI.? in Augsburg gezeigt wird (1782), und ein 2004 entstandenes Ölgemälde von Max Kaminski? mit dem Titel „Judith mit dem Haupt des Holofernes“ sind als Dauerleihgaben in der Schausammlung des Museums integriert.

Durch Schenkungen kommen dem Museum ebenfalls immer wieder Bestände zu. Ein paar seien hier stellvertretend genannt:

2000 Teilnachlass des Augsburger Künstlers Hans Härtel? mit 64 graphischen Arbeiten und Aquarellen; im gleichen Jahr Teilnachlass des Kunstsammlers, Geistlichen Rats und Pfarrers in Memmingen Karl Katzenschwanz.

Schenkungen des Förderkreises sind das Tafelbild „Kommunion der hl. Maria Magdalena“ von Thoman Burgkmair?, das ursprünglich zur Sammlung Schäfer in Schweinfurt gehörte, sowie eine Büste des hl. Ulrich?, die um 1500 in Schwaben geschaffen wurde.

Der ehemalige Regensburger Bischof Manfred Müller schenkte dem Museum „Kreuzverehrung im Augsburger Dom“, ein frühes Bild von Wolfgang Lettl?.

Der Augsburger Künstler Georg Bernhard? schenkte dem Museum 19 seiner Entwürfe für Kirchenausstattungen in der Diözese.

Das Karmeliterinnen-Kloster Welden schenkte dem Museum das Leinwandbild „Martyrium der hl. Afra“, das vermutlich von Konrad Huber? in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts malte.

Im Jahr 2001 trat das Cassianeum? als Mitfinanzier einer Kopie der Staurothek aus dem 11. Jahrhundert auf, die in Hl. Kreuz Donauwörth steht. Es handelt sich dabei um ein sehr schönes frühes Reliquiar des Bistums.

Auch Standortverlagerung führen zu einer Aufstockung von Ausstellungsobjekten im Diözesanmuseum. So kam 2001 das Bild „Jesus fällt unter dem Kreuz“ von Sisto Badalocchio (um 1630, auf Kupfer gemalt) oder der Bischofsstab von Georg Ignatius Baur, der zwischen 1777 und 1779 entstand, in das Diözesanmuseum. Auch eine spätgotische Ulrichsskulptur aus dem Nachlass des Geistlichen Rates Heinz Spoden und das um 1600 entstandene Ölgemälde „Konzil von Trient“ aus der Chorsakristei des Doms? kam ins Diözesanmuseum, um diese Kunstwerke der Gefährdung an den Ursprungsorten zu entziehen.

Wissenschaftliche Forschung

Die Inventarisation ist Basis der wissenschaftlichen Bearbeitung durch Museumsmitarbeiter. Es werden ausführliche Beschreibungen mit kunsthistorischer und frömmigkeitsgeschichtlicher Einordnung erstellt. Zu allen Sonderausstellungen werden wissenschaftliche Kataloge erarbeitet. Wenn es konservatorisch nicht bedenklich ist, werden Exponate des Diözesanmuseums auch ausgeliehen, um auswärtigen Fachleuten die Möglichkeit zu geben, die Objekte wissenschaftlich zu untersuchen. Das Museum arbeitet dazu auch mit verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen zusammen. Vortragsreihen und Symposien stellen immer wieder die gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse einer breiteren Öffentlichkeit vor. Dazu kommen zahlreiche Publikationen des Museums, die vor Ort oder über das Internet erworben werden können.

Kunstvermittlung

Das Diözesanmuseum versucht neben dem rein Kunsthistorischen und Ästhetischen auch die religiöse Botschaft, die in den Exponaten ausgedrückt ist, in der heutigen Zeit strahlen zu lassen. So wird daran erinnert, dass die kirchlichen Kulturgüter eine besondere Bedeutung für die Gemeinschaft hatten und haben, dass in ihnen die Verkündigung des Evangeliums geschah und auch heute noch geschieht. Das Museum will den Kern der „Kunstbotschaften“ durch Sonderausstellungen, Führungen, Meditationen und Vorträgen ins Heute übersetzen und lebendig halten.

Weil in unserer Gesellschaft die kirchliche Entwurzelung immer weiter fortschreitet, werden vom Diözesanmuseum museumsdidaktische Aktionen unter religionspädagogischem Aspekt angeboten. So soll jungen Besuchern auf spielerische Art christliches Basiswissen vermittelt werden. Besondere Zielgruppen dieses Angebots sind Kindergruppen, Firm- und Kommuniongruppen, Messdienergruppen und Schulklassen.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Samstag: 10 bis 17 Uhr
Sonntag: 12 bis 18 Uhr
Montags geschlossen

Adresse

Diözesanmuseum St. Afra
Kornhausgasse? 3 - 5
86152 Augsburg

Tel. 0821/3166333
E-Mail: museum.st.afra(@)bistum-augsburg.de

Weblinks

Webseite des Diözesanmuseums Sankt Afra Augsburg


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