Dies ist ein Wiki und es ist nie fertig. Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie einfach an
stoebener@augsburg-wiki.de
Hauptseite | Tradition und Geschichte | Geschichte Augsburgs | Die Nazizeit in Augsburg
Die Nazizeit in Augsburg
Das nebenstehende Bild zeigt Adolf Hitler bei einem Besuch in den Messerschmitt-Werken? zu Augsburg- Haunstetten im Jahr 1937, genauer entweder am 21. oder 22. November 1937. Der Originaltext des Bildes lautet: "Der Führer besichtigt ein Messerschmitt-Flugzeug. Neben dem Führer Prof. Messerschmitt und Direktor Henzen. Vor dem Führer Generalleutnant Udet."
Der Zweite Weltkrieg
Aufarbeitung
1980er Jahre
Noch in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts tat sich die Stadt Augsburg und die bürgerliche Gesellschaft schwer mit den dunklen Flecken ihrer Vergangenheit. Es gibt dazu Arbeiten von Karl Filser und Gerhard Hetzer?, die in den frühen 1980er Jahren erschienen, aber auch die Materialsammlung "Hakenkreuz und Zirbelnuss".
Damals versuchten das Bildungswerk des DGB?, die Geschichtswerkstatt Augsburg? und der VVN/BdA durch Rundgänge und Rundfahrten die Geschichte Augsburgs unter dem Hakenkreuz nahezubringen, jedoch ohne Unterstützung durch die Stadt Augsburg, die Universität Augsburg oder das Stadtarchiv?. 1985 feierte man 2000 Jahre Augsburg, seine goldene Vergangenheit; Themen der Nazizeit wurden damals trotz einer SPD -Stadtregierung nicht behandelt.
Ausstellung Machtergreifung in Augsburg
2008 veranstaltete die Stadt im Rathaus die Ausstellung "Machtergreifung in Augsburg", wozu auch ein Ausstellungskatalog erschien. Diese an sich begrüßenswerte Ausstellung erfuhr aber auch Kritik. Viele Menschen hatten bei dem Rundgang und den Darstellungen den Eindruck, dass viele Vorgänge der damaligen Zeit nur beschreibend neutral dargestellt wurden. Reinhold Forster? hat dies so zu erklären versucht: In den 1980er Jahren sei man von den Opfern des Faschismus ausgegangen und habe sie in den Mittelpunkt der Geschichtsvermittlung gestellt, während in der Ausstellung von 2008 die Perspektive der Täter reproduziert werde. Das hängt seiner Meinung nach mit den Quellen zusammen. Belastendes Material sei 1945 oder sogar noch später vernichtet worden, was sich zugunsten der Täter auswirkt. Auch die Akten der Spruchkammerverfahren enthielten mehr Ent- als Belastendes. In der Ausstellung werde nur am Rand gefragt, was an den Täterbiografien beschönigt oder widersprüchlich ist.
Als Beispiel führt Reinhold Forster? den Fall des Weihbischof Dr. Franz Xaver Eberle? an, der durch einen von der katholischen Kirche bezahlten Historiker exkulpiert werde, während die Opfer der von diesem Weihbischof betriebenen Kollaboration mit den Nazis nur in den Fußnoten erwähnt würden. Eine gleichartige Kritik gilt auch der Darstellung des Verhaltens der evangelischen Kirche in Augsburg zur Zeit des Nationalsozialismus in der Ausstellung.
Die Kritik an der Ausstellung widmet sich auch der Schwerpunktsetzung. Auf die politische Verfolgung und den frühen politischen Widerstand werden nicht eingegangen, und wenn, dann nur in weltanschaulicher Ausgewogenheit, wodurch verdeckt werde, dass es vor allem Kommunisten und Sozialdemokraten waren, die verfolgt wurden - mit Duldung bürgerlicher Schichten. FreiheitskämpferInnen wie Anna Pröll oder Bebo Wager aus der linken Ecke werden nicht oder nur am Rand erwähnt.
Vieles bleibt in der Ausstellung nicht einmal erwähnt. Etwa die Umsetzung der Rassegesetze durch das Augsburger Gesundheitsamt? bzw. Rassenpflege-Amt oder das Standesamt. Nicht behandelt wird auch die Karriere der Nazi-Beamten und -Ärzte nach 1945 oder das Vorgehen der Nazis gegenüber den Stadträten, die vor der Machtübernahme im Augsburger Stadtrat saßen. Ebenfalls nicht eingegangen wird auf die präfaschistischen Zustände in Augsburg zwischen 1930 und 1932, als die Nazis z. B. unter polizeilichem Geleitschutz Arbeiterviertel durchquerten und am gleichen Tag von der Polizei dort Razzien durchgeführt wurden.
Auch von der VVN-BdA erfuhr die Ausstellung viel Kritik. Dr. Harald Munding? schreibt in einem Brief an den damaligen Leiter des Stadtarchivs? Dr. Michael Cramer-Fürtig? etwa:
"In der Konsolidierung 1935-1937 bleibt der aktive Anteil der Wirtschaft an den Kriegsplänen voll im Dunkeln, sie wird in einer passiven Rolle dargestellt. Das `NS-Regime´ hatte auch in Augsburg seine Akteure in der Wirtschaft. Und nicht nur dort, nahezu vollkommen unbeleuchtet bleibt der Anteil der NSDAP-Parteimitglieder sowie offener Sympathisanten bei der Polizei, in den Behörden oder an Schulen als Vorbedingung für 1933."
Es bleibe der subjektive Eindruck nach dem Ausstellungsbesuch, dass die Nazis Erstaunliches geleistet hätten (Arbeitsplätze geschaffen, Wohnungen und Autobahnen gebaut ...). Das Terrorregime werde zum Betriebsunfall erklärt, die Rolle der Kirchen bliebe im Dunkeln, auch die Rolle der Augsburger Denunzianten werde nicht geklärt. An allem sei ein abstraktes "NS-System" schuld, ohne die Verantwortlichen in Augsburg zu nennen.
Sonstiges
Gedenken an die Opfer des Faschismus in Augsburg
augsburg.tv-Beitrag von Allerheiligen 2011 zu der seit 1980 jährlich zum Auftakt der Friedenswoche stattfindenden Erinnerung an die Opfer des Faschismus in Augsburg
Weblinks
Hauptseite | Tradition und Geschichte | Geschichte Augsburgs | Die Nazizeit in Augsburg
Dies ist ein Wiki und es ist nie fertig. Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie einfach an stoebener@augsburg-wiki.de

