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Die Fugger und die Musik
Eine regelmäßige Konzertreihe klassischer Musik an Stätten, die mit der Geschichte der Fugger zusammenhängen.
Allgemeines
Die Reihe soll an das Mäzenatentum der Fugger erinnern. Die Familie Fugger war nicht nur an der Entwicklung ihrer Firma, sondern immer auch an allen Entwicklungen in der Gesellschaft interessiert. Seit einem halben Jahrtausend engagieren sich die Fugger in der Kunstförderung - und das war für die Geschichte Schwabens und in der Frühen Neuzeit für die Geschichte Europas sehr wichtig. Neben der Malerei? und der Architektur widmeten sich die Fugger natürlich auch der Musik. Sie waren Mäzene von Komponisten wie Orlando di Lasso? oder Hans Leo Haßler?.
Das Spektrum reicht von Kompositionen der Spätantike, der Renaissance, des Rokoko und der Klassik bis hin zur zeitgenössischen Musik. Mozart, Brahms, Caesar Franck, Mendelssohn, Schostakowitsch, mittelalterlicher Minnesang und Kammermusik! Es werden vor allem Kammerkonzerte veranstaltet, und zwar an Orten, die mit dem Handelsgeschlecht in Verbindung stehen, also in der Fuggerstadt Augsburg, in Fuggerschlössern, Fuggerkirchen und für die Fugger bedeutsamen Orten. Solche Orte sind zum Beispiel die Leonhardskapelle der Fuggerei, der Zedernsaal im Schloss Kirchheim, die Theklakirche? von Welden, Weißenhorn?, Donauwörth oder der Marmorsaal in Nürnberg.
Manchmal wird auch auf historischen Instrumenten gespielt.
Beteiligt sind die Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg und das Philharmonische Orchester Augsburg?.
Neben der Malerei? und der Architektur widmeten sich die Fugger natürlich auch der Musik. Sie waren Mäzene von Komponisten wie Orlando di Lasso? oder Hans Leo Haßler?.
Veranstaltet wird die Konzertreihe von der Regio Augsburg Tourismus GmbH.
Geschichte
Die erste Konzertreihe "Die Fugger und die Musik" fand im Jahr 2003 statt.
Im Jahr 2006 fanden erstmals zwei Konzerte unter dem Motto "Fugger und Musik für Familien" unter Mitwirkung des Symphonieorchesters des Augsburger Gymnasiums Sankt Stephan statt.
2007 stellte man im Rahmen der Konzertreihe die kulturellen Kontakte zu Antwerpen wieder her, indem Musiker aus Antwerpen zu einem Konzert im Goldenen Saal? kamen. Die Fugger pflegten enge Beziehungen mit der flämischen Handelsstadt. Noch heute erinnert an diese Zeit ein von den Fuggern gestiftetes Fenster in der Liebfrauen-Kirche von Antwerpen, das Anton Fugger? unter dem Schutz seines Namenspatrons Antonius darstellt. Besonders eingesetzt hat sich für diese Wiederaufnahme der traditionsreichen Beziehung Augsburgs zu Antwerpen Prof. Michael Scheck, der selbst Musiker ist und damals in Antwerpen lebte und arbeitete.
2008 feierte man zwei Jubiläen: 250 Jahre war es her, dass die von Joseph Maria Graf Fugger? gelobte Theklakirche? in Welden geweiht worden war. Und 400 Jahre waren vergangen, seit die Fuggerorgel in der katholischen Basilika Sankt Ulrich und Afra in Augsburg zum ersten Mal gespielt werden konnte. Das Instrument – das Original ist leider nicht mehr erhalten – wurde von Jakob Fugger-Babenhausen? gemeinsam mit der Michaelskapelle?, wo er seine letzte Ruhe fand, gestiftet. Auf dieser Orgel spielte schon Wolfgang Amadeus Mozart.
Details
Unterstützt wird die Konzertreihe von der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungs-Administration, was erst die einzigartige Einbindung in das historische Umfeld des führenden und weltweit operierenden Finanz- und Handelshauses der Renaissance ermöglicht.
Und genau das ist das Besondere an dieser Konzertreihe: Die Schauplätze sind jeweils für die Geschichte der Familie Fugger bedeutsame Orte – vor allem Kirchen, Schlösser, Stadtpaläste und Rathäuser.
Schon ein Bild von 1520 zeigt Jakob Fugger und seinen Hauptbuchhalter in der Schreibstube mit der Registratur, auf der die Namen vieler bedeutender Städte des 16. Jahrhunderts zu lesen sind, was zeigt, dass hier ein grenzüberschreitendes Handelshaus arbeitete. Und das brachte nicht nur den Austausch von Waren mit sich, sondern auch den Austausch neuer Ideen und - Musik.
Was die Familie Fugger für die Musik – und damit auch für Augsburg als Musikstadt – getan hat, ist einmalig. Es gibt wohl in ganz Deutschland kein anderes bürgerliches Geschlecht des 16. und 17. Jahrhunderts, das in dieser Hinsicht mit dem der Fugger vergleichbar wäre. Schon Jakob Fugger der Reiche zeigte durch die Stiftung der Orgel und einer Organistenstelle bei Sankt Anna, wie außerordentlich aufgeschlossen er für die Musik war. Später stifteten Angehörige seines Hauses auch für Sankt Ulrich und Afra und für Sankt Moritz Orgeln und bezahlten die Organisten. Die Freude an der Musik und ihre Förderung „vererbten“ sich im Hause Fugger über viele Generationen weiter - bis heute, was die Konzertreihe belegt.
Die Fugger betätigten sich immer wieder als Gönner oder Dienstherrn von musikalisch bedeutsamen Persönlichkeiten.
- Hans Jakob Fugger? vermittelte Orlando di Lasso? nach München, wo er schließlich mit besonderen Vollmachten Herzog Albrechts ausgestattet, 1565 die Hofmusikintendanz übernahm und einen intensiven Musikeraustausch mit dem bayerischen Hof einleitete. Die reiche Bibliothek von Hans Jakob Fugger? mit kostbaren musikalischen Kodizes bildet den Grundbestand der Bayerischen Staatsbibliothek.
- Raimund Fugger d. J.?, ein Bruder Hans Fuggers, hat ein Verzeichnis seiner Musikalien- und Instrumentensammlung geschaffen, was ein aufschlussreiches Dokument für das musikalische Können und das Mäzenatentum der Fugger darstellt. Teile seiner wertvollen Bibliothek gelangten später nach Heidelberg, Rom und Wien.
- Octavian Secundus Fugger? engagiert 1586 Hans Leo Haßler? als Kammerorganisten.
Viele hervorragende Musiker, die um 1600 in Augsburg gewirkt haben, brachten Mitglieder der Familie Fugger in die Stadt. Deshalb tragen die Widmungen zahlreicher Musikwerke der Renaissance den Namen der Fugger tragen.
Weblinks
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