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Damenstift Sankt Stephan

Ein Frauenkloster, das an der Stelle des heutigen Gymnasiums bei Sankt Stephan stand, in der Säkularisation aufgelöst und im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Allgemeines

Geschichte

Das Damenstift geht auf eine gewisse Ellensind? aus Göggingen zurück. Das jedenfalls berichtet die Gründungsurkunde des Bischofs Ulrich?, der diese Frau zur ersten Äbtissin des von ihm gegründeten Kanonissenstifts ernannte. Die Urkunde stammt aus dem Jahr 968 (nach anderen Quellen 969) und berichtet, dass Ellensind? vor der Stadt eine Zelle bei der Kirche Sankt Stephan errichtet habe und die Familie eines gewissen Archidiakons Amalrich sie unterstützt habe. Kanonissen nannte man die frommen Frauen, die hier lebten, weil sie nicht nach einer bestimmten Ordensregel lebten, sondern sich nach den Vorschriften (canones) der Kirche richteten. Diese canones interpretierte man im Laufe der Zeit immer freizügiger, so dass die Kanonissen von Sankt Stephan irgendwann eigenes Vermögen und einen eigenen Haushalt besaßen. Wenn sie wollten, konnten sie schließlich sogar aus dem Damenstift austreten und heiraten - außer der Äbtissin.

Diese Entwicklung ging auf Interessen des schwäbischen Adels zurück. Unverheiratete Töchter wurden hier standesgemäß untergebracht, bis sie heirateten - die Gegenleistung waren acht Pfründe und vier Anwartschaften. Aus dem adeligen Hintergrund der Stiftsdamen erklärt sich, dass sich das Damenstift gegenüber dem Patriziat? der Stadt abschloss.

Franz Xaver Kleinhans? baute in den Jahren 1755 bis 1757 eine neue Stiftskirche und von 1796 bis 1802 neue Stiftsgebäude. Beteiligt waren dabei angesehene Künstler. So Stammte der Stuck von Franz Xaver Feichtmayr?, die Plastiken lieferten die Brüder Verhelst? und die Deckenfresken schuf Johann Balthasar Riepp?. Mit den Neubauten hatten sich die Stiftsdamen total übernommen und verschuldet, doch fiel das angesichts der Säkularisation im Jahr 1803 nicht mehr ins Gewicht. Nun zog in die Räume der Generalkommandant der Provinz Schwaben ein. Doch wenige Jahre später stufte man die Einrichtung zu einem Armee-Montur-Depot herunter.

Die militärische Verwendung des Damenstifts endete 1828 unter der Regierung König Ludwig I.?, der hier eine katholische Bildungsstätte zuließ. Nach der Säkularisation hatte man nämlich das katholische Jesuitenkolleg bei Sankt Salvator? mit dem protestantischen Gymnasium bei Sankt Anna zu einem simultanen Gymnasium zusammengelegt, war vor allem die Augsburger Katholiken verärgerte. Deshalb errichtete der katholische Augsburger Kaufmann Simon Geneve den Katholischer Studienfonds? und spendete 30.000 Gulden unter der Bedingung dass in Augsburg wieder ein katholisches Gymnasium errichtet wurde, "an welchem nie andere als katholische Professoren und Lektoren weder angestellt werden noch dürfen". Eröffnet wurde diese katholische Lehranstalt am 20. November 1828. 1834 wurde die Benediktinerabtei Sankt Stephan neu gegründet, um das Lehrpersonal für das jetzt so genannte Gymnasium bei Sankt Stephan zu stellen und die Leitung zu übernehmen.

Die gesamte Klosteranlage wurde im Jahr 1944 durch die Februarangriffe der Alliierten auf Augsburg völlig zerstört.

Details

Bis zur Säkularisation lautete der Titel der Einrichtung "Frei weltliches und adeliges Damenstift". Es gehörte zu dem Hochstift? und übte in den Ämtern Asch?, Batzenhofen? und Pfaffenhofen? die Grundherrschaft aus.

Weblinks


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