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Curt-Frenzel-Stadion

auch "Eisstadion"; Heimspielstätte der Augsburger Panther (früher AEV)

Allgemeines

Geschichte

Vor der Errichtung des Curt-Frenzel-Stadions waren Eishockeyspieler in Augsburg nicht angesehen. Es gab zwar seit Ende des 19. Jahrhunderts in Augsburg das so genannte "Abo-Eis" und das "Fünferl-Eis", wo Schlittschuhlaufen oder Eishockey-Spielen möglich war, doch wurden Eishockeyspieler als "Eismörder" tituliert. Auf dem "Abo-Eis" konnte man nur mit Dauerkarte, auf dem "Fünferl-Eis" gegen eine einmalige Bezahlung Eislaufen.

Das Augsburger Curt-Frenzel-Stadion ist einer der ältesten Traditionsstandorte in der Eishockey-Liga Deutschlands. Es wurde 1963 eingeweiht.

Im Jahr 2008 waren die Augsburger Panther der einzige von 16 Klubs in der Oberliga des deutschen Eishockeys, der in einer nach drei Seiten offenen Arena spielte, was nur durch eine Ausnahmegenehmigung der Liga möglich war.

Ende Oktober/Anfang November 2008 konnte die DEL-Zugehörigkeit des Augsburger AEV? gesichert werden, indem der Deutschen Eishockey-Liga die Pläne für eine Generalsanierung des Stadions vorgelegt wurden. Die Pläne sahen eine vierstufige Fertigstellung des Umbaus bis ins Jahr 2012 vor. Der Umbau sollte 15,5 Mio. Euro kosten. Im Juli 2009 konnte man in der Augsburger Presse Kostenschätzungen von 19,3 Mio. € für den Umbau des Eisstadions in eine Halle lesen. Der Umbau soll bis 2012 über die Bühne gehen.

Umbaujahre

2009

Der Umbau des Stadions wurde in die Hände des Architekturbüro Hermann + Öttl? gelegt, von dem der Entwurf einer leuchtenden Eisscholle als Fassade stammte, sowie der Augsburger Gesellschaft für Stadtentwicklung?. Nach dem Umbau sollte das Stadion etwa 5.500 Zuschauer fassen können.

Im Jahr 2009 ging man von Baukosten von 19,3 Mio. € aus, um das Stadion, das an drei Seiten offen ist, in eine Halle zu verwandeln. Das sollte in Bauphasen bis zum Jahr 2012 geschehen. Die vorgesehenen Teilschritte waren:

  • Abbruch und Neubau der Osttribüne bis September 2010
  • Abbruch und Neubau der Westtribüne, des Südtrakts, des Technikgebäudes im Norden und der Fassaden im Süden und Osten bis 2011
  • Schließung der Fassade und Abschluss der Bauarbeiten bis September 2012

2010

Im Februar 2010 wurden am Curt-Frenzel-Stadion umfassende Baumfällarbeiten durchgeführt, die nach Meinung der Grünen über den Beschluss des Bauausschusses? vom 23. und 30. April 2009 hinausgingen, worin es hieß: "Für die Außenanlagenplanung wird im nächsten Bearbeitungsschritt ein Landschaftsarchitekt hinzugezogen. Die Eingriffe beschränken sich auf das Wiederherstellen bzw. Anpassen der Fuß- und Radwege sowie Neusituierung Osthälfte für Fluchtausgänge." Wörtlich hieß es in der Pressemitteilung der Grünen vom 24. Februar 2010 dazu: "Der Bestand an Bäumen, Sträuchern und Hecken im Bereich der früheren Grenzen der Altstadt Augsburgs insbesondere auch die Parkanlage um das Eisstadion herum gehört zum naturschutzrechtlich geschützten Altstadtgrünbereich. In diesen darf ohne Genehmigung nicht eingegriffen werden. Die Verantwortung für die Modernisierung und Einhausung des Curt-Frenzel-Stadion liegt bei Kultur- und Sportreferenten Grab. Ergeben sich solch gravierende Planänderungen mit solch massiven Eingriffen in den geschützten Baumbestand müssen die zuständigen Fachstellen und die Stadträte die Möglichkeit haben hierzu Stellung zu beziehen. Darüber rechtzeitig die zuständigen Gremien zu informieren und zu beteiligen wäre Aufgabe des Referenten gewesen." Reiner Erben nannte den Vorgang einen "Baumfrevel".

Beim ersten Heimspiel der Saison 2010/11 im Oktober 2010 konnten die Zuschauer wegen einer Mauer zwischen dem Spielfeld und den Zuschauerbänken die Spielerbänke und einen Teil der Eisfläche nicht mehr sehen. Verärgerte Eishockey-Fans sprachen von einem Curt-Frenzel-Stadion, bei dem man nur noch dabei sei, aber nicht mehr mittendrin und forderten eine sofortige Überarbeitung der Anlage. Ein uneingeschränkter Blick auf das Geschehen an der Bande sei unumgänglich. Im Gegensatz zum Fußball diene der Blick auf die Trainerbank nicht nur zwei bis drei Auswechselsituationen im Spiel, sondern sei ständiger Dreh- und Angelpunkt taktischer Abläufe, die das Spielgeschehen beeinflussen. Gleiches gelte auch für die Strafbank. In einer Sportstätte werde es im Stehplatzbereich aufgrund von Vorder- und Nebenleuten immer zu temporären Sichtbeeinträchtigungen kommen. Es könne jedoch nicht sein, dass dieses notwendige Übel durch Verringerung der Neigungswinkel zu einem untragbaren Zustand "verschlimmbessert" werde, zumal diese Maßnahme dem aktuellen Trend im Sportstättenbau diametral entgegenstehe.

In einer Pressemitteilung vom 13. Oktober 2010 forderten DIE GRÜNEN Aufklärung, "ob Medienberichte zutreffen, nach denen es während der Bauphase weitere Veränderungen zu den eigentlichen Planungen gab, die zu Nutzungseinschränkungen gerade für den Freizeit- und Vereinssport führen". Außerdem wollten sie wissen, welche Auswirkungen die Einführung des Kostendeckels hat, also darüber, welche baulichen Maßnahmen nicht, wie vorgesehen, realisiert werden können. Die Partei mahnte auch die Einbindung der Eis-Sportvereine, der Augsburger Panther und der politischen Gremien bei eventuellen Umplanungen an.

Darüber hinaus forderten Fans der Augsburger Panther den Ausbau der Bahn 2, wie er in früheren Umbauplänen vorgesehen gewesen sei. Für den Nachwuchs und den Breitensport sei eine Überdachung und vor allem ein neuer Kabinentrakt statt der aktuellen zu kleinen Container-Lösung zwingend notwendig, und für die Eltern der Nachwuchsspieler und deren Betreuer sowie für die Fans sollte es wieder eine Stadiongaststätte geben, wo sich Eltern während des Trainings aufwärmen und Fans nicht nur vor und nach den Spielen treffen können. Die Nutzer des Curt-Frenzel-Stadions müssten zwingend in das weitere Vorgehen einbezogen werden.

Am 9. November 2010 zeigte sich die GRÜNE Stadtratsfraktion in einer Pressemitteilung erstaunt über die beim TV-Sender Sky getätigte Aussage von Oberbürgermeister Kurt Gribl, verantwortlich für die Situation beim Umbau des Curt-Frenzel-Stadions seien die Planer. Sie schrieben darin: "Noch in der vergangenen Stadtratssitzung hatte der Oberbürgermeister? sich gegen eine Diskussion zu dieser Frage verwahrt. Eventuelle Fehler solle das Gutachten klären, über Verantwortung sei derzeit nicht zu reden. Reiner Erben: `Jetzt erklärt Herr Gribl schon vor Veröffentlichung des Gutachtens, wer nach seiner Ansicht die Schuld trägt. Das passt nicht zusammen und ist schlechter Stil.´" In dieser Pressemitteilung wurde Martina Wild mit den Worten zitiert: "Die Stadtregierung hat verschiedene politische Entscheidungen getroffen: Sie hat sich dafür entschieden, dass der Umbau von der AGS? federführend durchgeführt wird, mit der hierfür ein Betreuungsvertrag abgeschlossen wurde. Sie hat sich für ein VOF-Verfahren entschieden, an dessen Ende ein bestimmtes Architekturbüro einen Auftrag erhielt. Sie hat sich dazu entschieden, gegenüber der vom Stadtrat verabschiedeten Planung grundlegende Veränderungen durchzuführen und einer Abwägung hierzu aus Zeitgründen keinen Raum zu geben. Und die Stadtregierung hat über die zeitlichen und haushalterischen Vorgaben entschieden, unter denen der Umbau ablaufen muss, und damit den Planern den Rahmen gesetzt, den sie zu erfüllen hatten. All diese Entscheidungen wurden von den zuständigen Referenten getroffen – und dies ohne Einbindung der zuständigen Gremien." Es sei nicht hinnehmbar, dass ein OB wochenlang nicht weiß, wer bei einem Projekt dieser Größenordnung zuständig ist. So könne man eine Großstadt nicht regieren. Dass er jetzt das CFS zur Chefsache mache, sei eine Watsch’n für seine Referenten, die aber leider zu spät komme.

2011

augsburg.tv-Beitrag vom 14. Oktober 2011 über den damaligen Ärger um das Augsburger Eisstadion und mögliche weitere Millionen-Kosten

Am 27. Januar 2011 befasste sich der Stadtrat mit dem Eisstadion und sprach sich für einen Abbruch und Neubau sämtlicher Tribünen aus, womit er den Augsburger Eishockeyfans folgte. Zuvor hatte es sechs Nachbesserungsvorschlage (400 Seiten Material) und verschiedenste Gutachten gegeben. Vier Vorschläge gelangten in die engere Wahl. Davon sprachen sich drei für die Erhaltung der schon gebauten Ränge aus. Nur der vierte Vorschlag sprach sich für den Abbruch und Neubau der Tribünen aus. Er sollte rund eine Mio. € teurer werden als die anderen Vorschläge, wurde aber von den Augsburger Eishockeyfans favorisiert. Statt 16,2 Mio. € sollte der Fan-Entwurf 17,81 Mio. € kosten. Dazu musste man noch eine Mio. € Kosten für die Erneuerung der Eisfläche rechnen.

Ende August 2011 trugen die Augsburger Panther im Curt-Frenzel-Stadion ihr erstes Vorbereitungsspiel aus, nachdem im Sommer des Jahres steilere Tribünen eingebaut wurden, um eine Sicht der Zuschauer auf den Puck zu gewährleisten. Diese Umbauplanung stammte von dem Architekt Uwe Schlenker und dem Bauingenieur Rudi Reisch, nachdem die Planung von Hermann+Öttl? den Zuschauern nicht ermöglichte, dem Spielverlauf zu folgen und deshalb die Tribünen abgerissen und durch neue ersetzt werden mussten.

Auf Antrag der GRÜNEN wurde vom Stadtrat am 29. September 2011 der Bayerische Kommunale Prüfungsverband? als neutrale Instanz mit der Prüfung der Jahresrechnungen 2006 – 2010 des Projekts Umbau des Curt-Frenzel-Stadions betraut. Dabei sollten die Entscheidungswege geprüft werden, die Frage der Verantwortung, die Frage der Nachbesserung des Architektenfehlers, die Anhebung des Standards unter dem Architekten Schlenker und die Kostenexplosion.

Während der Bürgerversammlung im Oktober 2011 kam die etwa zwei Mio. Euro teurer gewordene zweite Sanierung der Tribünen des Stadions zur Sprache. Dazu sagte der damalige Baureferent? Gerd Merkle?, dass der neuerliche Tribünenumbau von den beauftragten Architekten verursacht worden sei. Und der damalige OB? Dr. Kurt Gribl schloss deshalb in der Versammlung eine Amtsträgerhaftung aus.

Ebenfalls im Oktober 2011 wurden dem Sport-? und dem Bauausschuss? in einer Beschlussvorlage zum CFS (Drucksache 11/00479) 22 Punkte vorgelegt. Es wurden darin zahlreiche Maßnahmen im Kontext der Sanierung und Einhausung des CFS gefordert. Mit einer weiteren Beschlussvorlage (Drucksache 11/00557) erfolgte ein Priorisierungsvorschlag dieser diversen Maßnahmen. Letztere Vorlage wurde im Stadtrat mehrheitlich verabschiedet.

2012

Im Oktober 2012 verlangten die GRÜNEN von der Stadtregierung Auskunft, ob es bei den bereits dem Stadtrat vorgestellten Planungen zu den Außenanlagen des umgebauten Curt-Frenzel-Stadions und bei dem vorgesehenen ökologischen Ausgleich bleibt und wann diese Maßnahmen kommen. Martina Wild: "An den Gremien vorbei wurde die Kubatur des CFS vergrößert und der Haupteingang ins Stadion auf die Südseite verlegt. Dadurch müssen sowohl die Außenanlagen völlig neu gestaltet werden als auch an den umliegenden Straßen Anpassungen vorgenommen werden. Diese Maßnahmen sind aber derzeit nicht finanziert, genauso wie bisher für den ökologischen Ausgleich keinerlei Mittel zur Verfügung gestellt werden. Um ein erneutes Debakel wie beim massiven Eingriff in den geschützten Baumbestand beim CFS im Februar 2010 zu verhindern, fordern wir daher jetzt, sollte sich an den im Stadtrat präsentierten Planungen der Außenanlagen sowie der ökologischen Ausgleichsflächen nochmals etwas geändert haben, diese Planungen vorzulegen. Wir wollen des Weiteren wissen, wie die Stadtregierung gedenkt, diese Maßnahmen zukünftig zu finanzieren." Hintergrund: Auf Anträge der Fraktion der GRÜNEN vom 2. März 2010 wie vom 13. April 2011 wurden die Planungen für die Außenanlagen und für die Ausgleichsflächen im Zuge der Sanierung des Umbaus des Curt-Frenzel-Stadions in den zuständigen Ausschüssen vorgestellt. Der Stadtrat hatte in seinem Beschluss vom 20.10.2011 das Vorziehen verschiedener Maßnahmen aus dem künftig vorgesehenen 2. Realisierungsabschnitt in den 1. Realisierungsabschnitt zum Umbau des Curt-Frenzel-Stadions beschlossen. Die Erstellung von Ausgleichsflächen und Ersatzbaumpflanzungen wurde in diesem Beschluss zwar benannt, diese notwendige Maßnahme wurde aber weder beschlossen noch war sie im Oktober 2012 finanziert. Für die Erstellung von Ausgleichsflächen waren 492.000.- € (ohne Baunebenkosten) veranschlagt. Ebenfalls nicht beschlossen und nicht finanziert waren im Oktober 2012 der Umbau der Kreuzung an der Blauen Kappe und die Außenanlagengestaltung.

Im Dezember 2012 wurde zum ersten Mal ein Teilbereich des Gästeblocks der Nordostkurve nach der Sanierung für die Zuschauer freigegeben. Der Teilbereich Block C brachte 400 zusätzliche Stehplätze, so dass wieder ungefähr 5.200 Besucher einem Spiel folgen konnten.

2013

In einer Antwort auf einen Antrag der Grünen Stadtratsfraktion kündigte der damalige Oberbürgermeister? Dr. Kurt Gribl an, dass es eine Schlussbesprechung zwischen der Stadtregierung und dem Kommunalen Prüfungsverband im Februar 2013 geben werde - allerdings ohne Beteiligung der Fraktionen. Die Grüne Stadtratsfraktion hoffte deshalb, noch im Februar 2013 eine Antwort auf die Frage zu bekommen, wer für die millionenschweren Pannen beim Umbau des Eishockeystadions verantwortlich war. Der damalige Oberbürgermeister? Dr. Kurt Gribl teilte in seiner Antwort zudem mit, dass der Stadtrat über den endgültigen Prüfbericht unterrichtet werde. Dazu meinte Reiner Erben: "Im Sinne größtmöglicher Transparenz hätten wir es begrüßt, wenn die Vertreter/-innen der Fraktionen bei der Abklärung der strittigen Punkte dabei gewesen wären. Durch das jetzige Verfahren verfügen wir als Stadträte über keinerlei Informationen zu den Ergebnissen." Und Eva Leipprand ließ dazu verlauten: "Wir haben die Einsetzung des Kommunalen Prüfungsverbandes im Juli 2011 beantragt. Anfang letzten Jahres wurde die Prüfung aufgenommen. Es ist jetzt überfällig, dass wir erfahren, wer welche Entscheidung mit welchen Konsequenzen getroffen hat und wer wie weit für das Desaster verantwortlich ist."

März 2013: Zu den bis dahin nicht beschlossenen und nicht finanzierten Maßnahmen der Drucksache 11/00557 vom Oktober 2011 zählten auch die im Laufe des Bauprozesses neu hinzugekommenen Anforderungen der Sicherheitsbehörden (Punkt 18). Im Kern ging es um eine bauliche Trennung der Fans spielender Mannschaften. Das hätte bedeutet, im Stadion und außerhalb des Stadions im Raucherbereich einen Gitterzaun errichten zu müssen, um Fans der Heim- und Gastmannschaften zu trennen. Der Gästefanblock hätte zusätzliche Einrichtungen wie Kiosk und WC-Bereiche benötigt. Des Weiteren hätte es zusätzlicher Zugänge zu diesen Bereichen bedurft. Die Fantrennung wie weitere Sicherheitsanforderungen (getrennte Einsatzzentralen für Feuerwehr und Polizei, Videoüberwachung, Arrestzelle) hätten sich laut Drucksache 11/00479 auf 300.000 Euro summiert. Zwingend vorgeschrieben war eine Fantrennung laut damaliger Versammlungsstättenverordnung erst ab 10.000 BesucherInnen, sie war demnach im CFS nicht zwingend notwendig. Deshalb forderten die GRÜNEN im Stadtrat, die Verwaltung solle die Maßnahme „Anforderungen der Sicherheitskräfte“ im Detail, in ihrer Begründung und in ihren finanziellen Auswirkungen darlegen. Und: Die Verwaltung solle die Trennung der Fanbereiche nicht weiter verfolgen.

Im April 2013 standen die Bauarbeiten im Curt-Frenzel-Stadion unter massivem Druck, um am 13. September 2013 zu Beginn der neuen DEL-Spielzeit ein fertiges Stadtion eröffnen zu können. Nach Ansicht des damaligen Hauptgesellschafters der Augsburger Panther Lothar Sigl? war zu diesem Zeitpunkt nicht einmal gewährleistet, dass die Panther-Profis ab August 2013 im Stdion trainieren konnten. Vor allem im nördlichen Bereich des Stadions waren die Bauarbeiten noch nicht einmal im Rohbaustadium des bis zu vier Stockwerken hohen Stadiongebäudes abgeschlossen. Damals installierte man gerade Stahlträger, um bis Juni 2013 die Fassadenteile und die Dachverlängerung montieren zu können.

Der Sportausschuss? entschied im Juni 2013, auf baulich getrennte Fanbereiche im Curt-Frenzel-Stadion zu verzichten. Ebenfalls im Juni 2013 erschien ein Prüfbericht zum Curt-Frenzel-Stadion. Der Prüfungsverband stellte fest, dass es massive Umplanungen gab, die nicht durch Beschlüsse des Stadtrats oder seiner Ausschüsse gedeckt waren. Dabei ging es um die Vergrößerung des Stadions, um Baumfällungen oder um eine andere Ausrichtung des Haupteingangs. Dies führte in der Summe zu millionenschweren Kostenerhöhungen, für die niemand die Verantwortung übernahm. Unklar blieb bis dahin, wer die weitreichenden Entscheidungen traf. Ein möglicher Architektenfehler betraf nur die Frage, wie steil die Tribünen sein mussten.

Laut Eva Leipprand vom 25. Juli 2013 steht als wichtigstes Ergebnis des Berichts des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands? zum CFS fest, dass etwas anderes gebaut wurde als das, was der Stadtrat im Projektbeschluss vom 30.04.2009 beschlossen hat. Für die Veränderungen, die danach vorgenommen wurden, hätte man jeweils weitere Beschlüsse gebraucht, führte Eva Leipprand aus. „Wesentliche Planfortschreibungen, Änderungen und Erweiterungen des mit Beschluss vom 30.04.2009 festgelegten Projektziels und gebilligten Konzepts hätten im Projektabflauf der Zustimmung des Stadtrates bedurft.“ Und:„… es unterblieben kommunalrechtlich notwendige Informationen und Beschlussfassungen des Stadtrats“.

Der Bericht zählt laut Eva Leipprand die wesentlichen Veränderungen von der Schneider-Planung zur Planung von Hermann + Öttl auf:

  • Erhöhung der Zuschauerkapazität von 5.350 auf 6.760 Zuschauer (und damit natürlich auch eine Erhöhung der Kubatur mit entsprechenden Kostenmehrungen, die aus den Anlagen auch ersichtlich werden)
  • Erhöhung der DEL-Punktzahl von 9.214 auf 10.752
  • Hauptzugang von Osten (An der blauen Kappe) anstatt von Süden (Gesundbrunnenstraße?)
  • Änderungen in der Anordnung der Räumlichkeiten
  • Entfall der Unterkellerung der Osttribüne
  • Reduzierungen im Raumprogramm

Der BKPV dazu: „Der Stadtrat wurde vollumfassend erst ab Oktober 2010 vom konkret stattgefundenen Planungsverlauf informiert. Er konnte lediglich noch die Folgen des Vorgehens beeinflussen, weil zu diesem Zeitpunkt das Projekt faktisch schon zu fortgeschritten war.“

Noch deutlicher wurde die SZ?, die im Juli 2013 schrieb, dass das Vorgehen der Augsburger Stadtregierung laut Bericht des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands? kommunalrechtlich nicht zulässig war und diese Praxis keinesfalls mehr hingenommen werden dürfe. Neben massiven Planungsänderungen und Kostensteigerungen hätten die Prüfer auch "Auffälligkeiten bei Zahlungsvorgängen" festgestellt. Laut der SZ? bestanden die "Auffälligkeiten" darin, dass die Richtigkeit der Zahlungsanforderungen der AGS von einem eigenen AGS? -Mitarbeiter, der von der Stadt Augsburg angestellt war, um die Zahlungsanforderungen der AGS? zu prüfen, bestätigt wurde. In einem Kommentar schrieb Stefan Mayr dazu in der SZ?, dass beim Umbau des Augsburger Curt-Frenzel-Stadions alles, was schieflaufen konnte, auch schieflief und seiner Meinung nach die Verantwortung dafür die konservative Stadtregierung zu tragen hatte.

Der Stadtrat beschloss am 25. Juli 2013 gegen die Stimmen der GRÜNEN trotz einer weiterhin unklaren Lage hinsichtlich der Gesamtkosten des Stadionumbaus die nächsten Baumaßnahmen. Dabei bestand weiterhin keine Klarheit darüber, was die Sanierung des CFS insgesamt kosten wird. Um Licht in dieses Dunkel zu bringen, hatten die GRÜNEN beantragt, dass eine Übersicht davon erstellt wird, was der Umbau des CFS bisher kostete, was er noch kosten wird und wie viele Mittel bis dahin mittels Spenden und Sponsoring eingingen. In dem von der Stadtregierung vorgelegten Beschluss des Stadtrats fehlten etliche, auch gemäß der Baugenehmigung notwendige noch zu realisierende Maßnahmen. Der ökologische Ausgleich, die Außenanlagen, der Umbau der Blauen Kappe, die Einhausung der Eisbahn 2, der Ausbau des Gastrobereichs für die Eisbahn 2 sowie der Gehweg am Senkelbach und die Parkplätze waren in der Beschlussvorlage nicht beziffert und noch nicht in der benannten Gesamtsumme von 32,23 Mio. Euro enthalten.

Im September 2013 bezogen die Augsburger Panther im Nordtrakt des Stadions ihre Räume – vom Aufwärmraum über den Massageraum, das Trainerzimmer, den Umkleideraum, Fitness-Raum, Duschen, Waschküche, Kaffeeküche bis hin zum Materiallagerraum. Nach einem Bericht der Augsburger Allgemeinen im selben Monat forderte der damalige Oberbürgermeister? Dr. Kurt Gribl alle Fraktionschefs im Augsburger Stadtrat auf zu erklären, dass Sie den in geschwärzter Form damals freigegebenen Untersuchungsbericht des Kommunalen Prüfungsverbands? nicht weitergaben, was diese als Einschüchterungsversuch deuteten.

In einer Presseerklärung vom 8. Oktober 2013 forderte die GRÜNE Stadtratsfraktion die damalige Stadtregierung auf, eine klare Aussage zu treffen, wie es mit dem weiteren Ausbau des Curt-Frenzel-Stadions und dabei insbesondere mit der Eisbahn 2 weitergeht. Im Grundsatzbeschluss zur Sanierung des Curt-Frenzel-Stadions aus dem Jahr 2009 sei nicht nur die Herstellung der DEL-Tauglichkeit vorgesehen gewesen, sondern auch die Verbesserung der Bedingungen für den Vereins,- den Breiten- und den Freizeitsport. Deshalb seien die Überdachung der Eisbahn 2 und der Bau von Räumlichkeiten fürs Umkleiden und für Vereine anstelle der bis dahin stehenden Container wichtig, sowie eine auch für den Breitensport nutzbare Gaststätte. Im direkten Umfeld des Curt-Frenzel-Stadions stünden darüber hinaus noch erforderliche Maßnahmen aus, die aber weder konkret im Haushalt der Stadt dargestellt seien noch vom Stadtrat beschlossen wären. Dabei ginge es um den ökologischen Ausgleich, die Gestaltung der Außenanlagen, den Umbau der Blauen Kappe?, die Einrichtung eines Gehwegs am Senkelbach und um Parkplätze. Einige dieser Maßnahmen, wie zum Beispiel der ökologische Ausgleich, seien Teil der Baugenehmigung und rechtlich zwingend notwendig. Andere, wie die Überdachung der Eisbahn 2 und die Räumlichkeiten für den Breitensport, erfüllten den Grundsatz des Stadtratsbeschlusses vom April 2009, mit der Sanierung des CFS auch die Bedingungen für den Breiten- und Freizeitsport auf Eisbahn 1 und 2 zu verbessern und seien daher konsequenterweise zeitnah nach der Sanierung, Einhausung und Optimierung der Eisbahn 1 auch zu realisieren.

Mitte Dezember 2013 beschlossen der Sportausschuss? und der Stadtrat weitere Prüfungen des Umbaus des Curt-Frenzel-Stadions durch den Kommunalen Prüfungsverband. Zum einen sollten in einem weiteren raschen Zwischenbericht die Vorgänge der Jahre 2011-2013 geprüft werden und zum anderen sollte die gesamte Kostenentwicklung nach Abschluss der Baumaßnahmen exakt dargestellt werden.

Details

Die Stadtwerke Augsburg sind für die technische Gebäudeausrüstung zuständig (Elektroinstallation, Licht, Tonanlage, Zutrittssystem, Heizung, Sanitär, Lüftungsanlage …). Und sie sorgen für das Eis. Die von den swa betreute und gewartete Kältemaschine wurde 2012 erneut eingebaut und auf dem Spielfeld wurden in den Monaten zuvor rund 23 Kilometer Rohre verlegt und 4.000 Schweißnähte gezogen, die dann einbetoniert wurden. Durch Stahlrohre strömt das Kältemittel und erzeugt mit der Verdichteranlage das Eis.

Adresse

Weblinks


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