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Bertolt Brechts Leben in Berlin vor der Machtübernahme
Bertolt Brecht zog im September 1924 nach Berlin um. Schon kurze Zeit später, am 3. November 1924, brachte dort die Schauspielerin Helene Weigel? seinen Sohn Stefan zur Welt. Der Grund für seinen Umzug: Nachdem Brecht schon in München an den Münchener Kammerspielen? einige Erfahrungen gesammelt hatte, holte ihn Max Reinhard als Dramaturg ans Deutsche Theater in Berlin. Ein solches Angebot konnte Brecht natürlich nicht ausschlagen. Zunächst arbeitete er hier mit Carl Zuckmayer zusammen.
Der Umzug nach Berlin begeisterte den bayerischen Dichter, der in ihm die Chance sah der Provinz zu entkommen, denn in seinen Augen war selbst München künstlerische Provinz - gemessen an Berlin.
Das Jahr 1926 ist eines der wichtigsten Jahre für Bert Brecht. Denn er begann in diesem Jahr als freier Autor und als Regisseur zu arbeiten. Und noch wichtiger: Ab 1926 beschäftigte sich Brecht tiefer mit dem Marxismus., setzte sich mit den Schriften von Karl Marx auseinander. Gleichzeitig entwickelte er seine Theorie des "epischen Theaters". Kerngedanke beim "epischen Theater": Der kritische Zuschauer soll die Abhängigkeit des Menschen von den ökonomischen und politischen Verhältnissen erkennen und gezeigt bekommen, dass sie veränderbar sind.
1927 veröffentlicht Bertolt Brecht die "Hauspostille", ein Werk mit einer Auswahl seiner Gedichte, von denen die meisten schon in Augsburg entstanden. in diesem Jahr ließ er sich auch von Marianne Zoff? scheiden.
Im Jahr 1928 wurde in Berlin die Dreigroschenoper? mit der Musik von Kurt Weill? uraufgeführt, die Bertolt Brecht weltberühmt machte.
1929 heiratete Bertolt Brecht Helene Weigel?, die am 18. Oktober 1930 die Tochter Barbara gebar. Ebenfalls 1930 fand die Uraufführung der Oper "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" in Leipzig statt. Wieder hatte Kurt Weill? die Musik geschrieben.
Politisch links versuchte Bertolt Brecht in der Endphase der Weimarer Republik der Arbeiterbewegung den Rücken zu stärken. Er schrieb Lehrstücke, das Revolutionsdrama "Die Mutter" (1932), das von Maxim Gorki beeinflusst war, und in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Hans Eisler? Lieder und Chöre.
Als guter Beobachter gesellschaftlicher Entwicklungen sah Bert Brecht die Diktatur der Nationalsozialisten? früher voraus als andere. Noch bis zum Reichstagsbrand versuchte er gegen sie zu kämpfen - ob mit Lehrstücken oder dem Drehbuch zu dem Film "Kuhle Wampe". Doch nach dem Reichstagsbrand gab er seinen Kampf in Deutschland auf und floh im Frühjahr 1933 zunächst nach Prag.
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