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Bertolt Brechts Kindheit in Augsburg
Geboren wurde Bertolt (eigentlich Eugen Berthold Friedrich) Brecht am 10. Februar 1898 im Bert-Brecht-Haus? Auf dem Rain 7 in Augsburg. Er erblickte im Obergeschoss das Licht der Welt. Gestorben ist er am 14. August 1956 in Berlin. Er wurde in kleinbürgerliche Verhältnisse hineingeboren.
Der Vater Berthold Friedrich Brecht stammte aus Achern (Baden) und war katholisch. Die evangelische Mutter Sophie Brezing kam aus Roßberg in der Nähe von Bad Waldsee. Nach Augsburg kam die Familie Brecht durch die Arbeit des Vaters. Er wurde nämlich im Jahr 1883 Angestellter bei den Haindl´schen Papierfabriken, stieg dort 1901 zum Prokuristen und 1917 zum kaufmännischen Direktor auf. Dieser sukzessive Aufstieg des Vaters ermöglichte der Familie nach und nach einen gutbürgerlichen Lebensstil, den der junge Dichter gerne genoss.
Die evangelisch getrauten Eltern lebten zunächst in dem heutigen Bert-Brecht-Haus? Auf dem Rain 7, wo der Schriftsteller Bertolt Brecht auch geboren wurde. Sie teilten sich das Obergeschoss mit noch zwei anderen Mieterinnen. Bertolts Bruder Walter schrieb dazu: "Das Haus Auf dem Rain Nr. 7, meines Bruders Geburtshaus, ließ uns kalt, es sah sehr alt, trübselig und ärmlich aus ..." Wegen der drangvollen Enge zogen die Brechts aber ein paar Monate später in eine Wohnung Bei den Sieben Kindeln 1, wo heute eine Gedenktafel angebracht ist. Schon im September 1900 zog die Familie wieder um. Jetzt in eines der Haindlschen Stiftungshäuser?, genau in die Bleichstraße? 2. Auch an diesem Haus ist heute eine Gedenktafel angebracht, die daran erinnert, dass der berühmte Augsburger hier seine Kindheit und Jugend verbrachte und noch bis zur Emigration jedes Jahr mehrere Wochen oder Monate hierher zurückkehrte.
Bertolt Brecht wurde am 20. März 1898 evangelisch getauft und am 29. März 1912 in der Barfüßerkirche konfirmiert. Das ist deshalb erwähnenswert, weil die protestantische Erziehung den Dichter stark prägte und die Vertrautheit mit der Bibel in sein späteres Werk einfloss.
1907 kauft die Familie einen so genannten Musikapparat, auf dem Schallplatten abgespielt werden können. Von diesem Gerät begeistert zeigt sich vor allem Bertolt, der sich aber gegenüber Klassenkameraden ein Jahr später abschätzig über "Die Försterlchristel" oder "Der fidele Bauer" (beliebte Opperetten dieser Zeit) äußert. Schon damals folgte er den Drehorgelmännern oder hörte einer Achtjährigen beim Flötenspiel zu; auch die vorweihnachtlichen Pausaunentöne vom Perlachturm hatten es ihm angetan.
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