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Bauweisen und Baumaterial

Bauweisen und Baumaterialien drücken den Naturraum, die Handelsbeziehungen, die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Sozialschicht aus.

Besonders verbreitet war die Ziegelbauweise. Im Fachwerkbau setzte man auf einen regional verschieden hohen Bruchsteinsockel auf. Die Häuser von Patriziern wurden mit umso mehr Steinanteil gebaut, je näher sie am zentralen Markt einer Stadt standen, um so den Wohlstand einer Familie auszudrücken. Teuren Naturstein konnte sich bis zur frühen Neuzeit ja nur der Adel leisten. Jetzt gestalteten auch die Bürger, die es sich leisten konnten, ihren Wohnsitz mit Stein. Und Städte wie Augsburg bauten ihre Repräsentationsbauten ebenfalls im „adeligen“ Stein, wie z. B. das Rathaus.

Die Bauten der Renaissance konnten als verputzte oder unverputzte Steinbauten, als Ziegel- oder Ziegelfachwerk, mit Steinsockel oder mit Steinsockelgeschoß auftreten. War in der Gotik noch der Ständerbau vorherrschend, so setzte sich in der Renaissance die Geschoßbauweise durch, bei der die einzelnen Geschoße in den Straßenraum vorkragen.

Immer noch dominierte zu Beginn der Renaissance der Holzbau, doch versuchten Bauverordnungen und Brandschutzbestimmungen in Städten den Steinbau zu fördern, was aber wegen der hohen Kosten für den Steinbau nicht einfach war. Eine Zwischenlösung war die Mischbauweise mit Backsteingefachen im Fachwerk, vor allem in Norddeutschland. Aber trotz Steinbau und Mischbauweise prägte immer noch die Fachwerkbauweise den Stil der Renaissance. Dabei nahmen aber Nord- und Süddeutschland eine unterschiedliche Entwicklung. In Süddeutschland kam es zu einem Wechsel der Verzimmerung von alemannischen zu fränkischen Formen, womit man sich an den rheinisch-fränkischen Formenkanon anpasste.

Das so genannte Niederdeutsche Fachwerk wurde von den Küsten bis zum Teutoburger Wald und Harz gebaut. Hier kommt es nicht immer zu traufenständigen Gebäuden, weil man der Tradition des niederdeutschen Dielenhauses mit seinen giebelständigen Bauten folgte. Im Unterschied dazu zeichnet sich das Mittel- und Oberdeutsche Fachwerk, das seit der Frühen Neuzeit in Form des fränkischen Fachwerks Verbreitung fand, durch die stockwerkweise Abzimmerung aus.


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