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Barfüßerkirche

Eine evangelische Kirche in Augsburg, die eigentlich "Zu den Barfüßern" heißt und in der Bertolt Brecht getauft wurde. Die Kirche muss im Zusammenhang mit dem früher hier stehenden Kloster der Franziskaner betrachtet werden.

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Allgemeines

In der Barfüßerkirche war nicht nur Bertolt Brecht; Gäste waren u. a. auch schon Albert Schweitzer und Wolfgang Amadeus Mozart. Der Wiederaufbau der Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg mit wenig Mitteln hat für eine große Schlichtheit gesorgt, die das Wesentliche zur Geltung bringt. Deshalb ist diese Kirche trotz ihrer Schätze kein Museum, sondern ein Ort des Gebets und des Gottesdienstes.

Die Barfüßerkirche liegt nicht weit vom Bert-Brecht-Haus? entfernt. Mehrere Texttafeln in der Kirche erinnern an die Kindheit und Jugend von Bertolt Brecht.

Nur noch der Ostchor der Kirche ist erhalten. Die Gemeinde ist mit den Nachbargemeinden verbunden, besonders mit den Sternschwestern?. Als Ort des Gebetes ist die Gemeindekirche Ort der Suche nach Gott und der Leidenschaft für die Menschen. In der modernen Stadt Augsburg wollen die Gemeindemitglieder Zeugen des auferstandenen Christus sein. Dass sie dem Gebet dabei einen besonderen Raum geben, ist die eine Seite dieses Zeugnisses. Die andere gewinnt Gestalt in der Zusammenarbeit mit der Augsburger Tafel e.V. und anderen Formen, Menschen zu unterstützen. Barfuss unterwegs sein bedeutet für die Gemeindemitglieder ein immer neuer Aufbruch, mit ganz einfachen Mitteln, in dem Vertrauen, dass Gott jedem Menschen nahe ist.

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An der Barfüßerkirche liegt die Barfüßer-Straße?. Diese Straße trennt die Jakobervorstadt -Süd von der Jakobervorstadt -Nord.

Die Gemeinde "Zu den Barfüßern" ist die älteste evangelisch-lutherische Pfarrei Augsburgs. Heute ist die Barfüßerkirche schon den größten Teil ihrer Geschichte keine Klosterkirche mehr, sondern eine evangelische Gemeindekirche. Und trotzdem bleibt sie durch ihre schlichte Ausstattung ihren franziskanischen Anfängen verbunden.

Geschichte des Klosters

Noch als der hl. Franziskus lebte, kamen die ersten Franziskaner von Italien nach Augsburg. Das war im Jahr 1221. Es war der Augsburger Bischof Siegfried III. von Rechberg?, der die Schar franziskanischer Bettelmönche in Augsburg aufnahm.

Von Augsburg aus wollten die Franziskaner das neue Armutsideal des Poverello in Deutschland verbreiten. Im Jahr 1243 bauten sie sich ein Kloster und eine Kirche. Weil sie barfuß durch die Straßen gingen, nannte sie der Volksmund Barfüßer. Im Jahr 1244 erhält die dem hl. Jakobus dem Älteren geweihte Kirche das Patrozinium "Heilige Jungfrau Maria".

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Ab 1247 (nach anderen Quellen auch ab 1250) wirkte David von Augsburg als Volksprediger hier. Er war der bekannteste Augsburger Minderbruder.

Schriftlich ist ihr Konvent zum ersten Mal 1251 bezeugt. Obwohl sie im Handwerkerviertel? ganz einfach wohnten, entfalteten sie eine große Aktivität. Die Franziskaner waren zum einen erstklassige Prediger. Ordensmitglieder wie Berthold von Regensburg? oder David von Augsburg erreichten mit ihren Predigten große Menschenmengen. Aber die Franziskaner verstanden sich auch aufs Schriftliche. So sind in dem Augsburger Barfüßerkloster im 13. Jahrhundert frühe Rechtssammlungen wie etwa der "Deutschenspiegel" oder der "Schwabenspiegel" entstanden. Aber auch das Augsburger Stadtrecht wird hier entstanden sein (1276).

Unterstützung erhielten die so genannten Minderbrüder oder Minoriten von bedeutenden Augsburger Familien wie den Familien Ridler?, Langenmantel? und Egen?.

Die Barfüßer betreuten seelsorgerlich die Terziarinnen von Maria Stern?, Sankt Clara an der Horbruck? und Sankt Martin.

1265 errichten die Minderbrüder eine romanische einschiffige Basilika.

1389 werden Kloster und Kirche durch einen Brand zerstört. 1411 wurde die heutige Kirche von Bürgern an der Stelle der früheren kleinen Franziskanerkirche errichtet - als dreischiffige Basilika, die den Vorgängerbau ersetzte. Der Brand der Franziskanerkirche war von einer städtischen Bäckerei ausgegangen. Und weil sich die Barfüßer-Mönche hohes Ansehen erworben hatten vor allem durch ihre seelsorgerliche Betreuung der ärmeren Stadtbevölkerung, hatte der Rat der Stadt beschlossen, die Kirche mit Mitteln des Rates und der Bürger wieder aufzubauen – mehr als doppelt so groß wie den Vorgängerbau. Auf den Fundamenten der abgebrannten Kirche wurde der Chor der Mönche im gotischen Stil errichtet, das Schiff wurde nach Westen hin verlängert. So entstand eine der größten Hallenkirchen Süddeutschlands? und die größte Kirche des damaligen Augsburg. Am 23. August 1411 wurde die Kirche nach vierjähriger Bautätigkeit wieder geweiht.

Besonders zur Zeit der Reformation spielte das Barfüßer-Kloster und die Kirche eine große Rolle. Zu dieser Zeit löste sich nämlich der Konvent der Franziskaner auf (1526) und die Brüder mussten sowohl das Kloster wie die Kirche verlassen. Stattdessen zogen die "Lutherischen" hier ein. 1524 begann der Lesemeister (Prediger) Johann Schilling? hier mit seinen reformatorischen Predigten. Möglicherweise waren es die ersten evangelischen Predigten in Augsburg überhaupt. Nach und nach wurde die Kirche zum Augsburger Zentrum der Zwinglianer, denn noch im selben Jahr begann Michael Keller? hier zu predigen. Die so genannte Schilling-Affäre war eines der markantesten Frühereignisse der Augsburger Reformationen. Sie fand weitgehend im Barfüßerkonvent statt, der seit Jahrhunderten den Handwerkern der Unterstadt? als Kirche und der Gesamtstadt als Predigtzentrum gedient hatte. Diese Verbindung von Handwerkerschaft und Predigertätigkeit hatte auch dazu geführt, dass die Barfüßerkirche zeitweise zum Ort des Widerstands wurde. Daher war der Lesemeister der Franziskaner traditionsgemäß eine wichtige Figur in der religiösen und politischen Landschaft der Stadt. Mit der Berufung von Johannes Schilling? 1524 sah sich der Rat mit einem selbst geschaffenen Problem konfrontiert. Schilling erwies sich als Unruhestifter, dessen Predigten nicht nur die Obrigkeiten in Frage stellten, sondern auch die Gemeinde zum Widerstand aufriefen. Der im Laufe des Jahres erfolgte Aufstand wurde vom Rat gewaltsam unterdrückt, setzte jedoch ein frühes Zeichen der Kirche und Gemeinde „Zu den Barfüßern“ als Wiege der Augsburger Reformationen, die in den folgenden Jahrzehnten fortgesetzt und ausgebaut wurden. Die Schilling-Affäre erwies die weitgehend von kirchlichen und weltlichen Obrigkeiten unabhängige Selbstbestimmung der Gemeinde und ihrer Prediger für die neue Lehre.

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1526 wurde der letzte Guardian der Franziskaner Weltgeistlicher und etliche der Mönche heirateten.

Im Jahr 1535 fielen die Gebäude an die Jakobspfründe (Paritätische St.-Jakobsstiftung?) und das Kloster wird zum großen Teil abgetragen. An seiner Stelle entsteht 1543 das neue Jakobsstift?, ein Spital für Arme und Kranke. Im Jahr 1536 wurde die Barfüßerkirche evangelische Pfarrkirche. Die Unruhen und Aufbrüche im 16. Jahrhundert hatten den Konvent erfasst und zu seiner Auflösung geführt, womit der Weg frei war, die Kirche der Reformation zu widmen. Bis zur Reformation war das Kloster der Barfüßer und die Barfüßerkirche auch der Ort geistlicher Wurzeln für die Franziskanerinnen von Maria Stern?. Hier hatten die ersten Schwestern ihre geistliche Heimat und fast 200 Schwestern wurden hier auch begraben.

Kaiser Karl V.? versuchte die Barfüßer wieder in Augsburg heimisch zu machen, was ihm aber nicht gelang. 1629 versuchte man, die Minoriten erneut nach Augsburg zu holen, aber wieder ohne Erfolg. Die franziskanischen Ideen wurden in Augsburg aber durch die Klöster der Kapuziner und der Franziskaner vom Heiligen Grab? vertreten.

Das 18. Jahrhundert brachte einschneidende Veränderungen mit sich. 1724 barockisierte man die alte dreischiffige Barfüßerkirche und stattete sie mit einer Orgel von Johann Andreas Stein aus. Peter Laire? stiftete ein Altargitter. In diesem Zustand bewahrte man die Kirche bis vor den Zweiten Weltkrieg.

Bis 1825/1826 stand an der Ausfallstraße nach Osten auf Höhe des Chors der Barfüßerkirche das Barfüßertor.

Der Zweite Weltkrieg beschädigte die Kirche so schwer, dass nur der ehemalige Mönchschor von ihr übrig blieb. Nach dem Krieg baute man ihn wieder zu einer verkürzten Kirche auf. Eigentlich hatte man die Kirche aufgeben wollen. Doch der damalige Pfarrer Behringer und eine engagierte Gemeinde setzten sich dafür ein, den verbliebenen Chor der alten Kirche als Restkirche zu erhalten. Die Zerstörung der Kirche war zwar eine Katastrophe, andererseits steht sie heute wieder in ihrer ersten Schlichtheit, mit nackten Ziegelwänden statt aufwändiger Stuckverzierungen in der Innenstadt? von Augsburg – so wie die Franziskaner? angefangen hatten.

2011 beging die evangelische Barfüßer-Gemeinde das 600-Jahres-Jubiläum der Kirche und bezog sich damit auf das Jahr 1411, als die abgebrannte Franziskanerkirche durch den heutigen Bau ersetzt wurde.

Die Kirche

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1265 baute man die früheste Kirche "Zu den Barfüßern". Die einfache einschiffige Basilika war der Jungfrau Maria geweiht und hatte einen polygonalen Chor. Leider brannte sie 1389 ab.

Von 1407 bis 1411 baute man eine neue gotische Basilika, diesmal mit drei Schiffen und einem überlangen Chor. Der Patrizier Ulrich Rehlinger? stiftete die Alexiuskapelle?. Und am 23. August 1411 weiht Bischof Friedrich Wilhelm Wiedenholzer? die Kirche ein.

Seit 1535 war diese Kirche evangelisch, was 1649 endgültig bestätigt wurde. 1724 barockisierte man diesen Bau.

Im Jahr 1609 ist erstmals eine Orgel in der Barfüßerkirche urkundlich erwähnt. Sie wird bis 1756 genutzt, in diesem Jahr aber nach Gabelbach? im Landkreis Augsburg verkauft.

1631 erschafft der Augsburger Georg Petel? das Kruzifixus, 1632 die Figur des "Christkindes", das im Jahre 1750 als Schalldeckelbekrönung auf die von Christoph Friedrich Rudolph? geschaffene Kanzel kam. Heute steht die Figur auf einem Sockel im Chor der Kirche. Sie ist eines der wichtigsten Werke von Georg Petel?.

1649 wird die Kirche zur Pfarrkirche "Zu den Barfüßern". Joachim von Sandrart? schafft 1678 das Gemälde "Jakobs Traum". Und zwischen 1680 und 1690 malt Johann Heiss? das Werk "Taufe Christi" für die Kirche.

Zwischen 1724 und 1760 barockisiert man die gotische Kirche. So schuf 1724 Matthias Lotter? den Kirchenstuck, 1725 Johann Georg Bergmüller die Fresken mit dem Thema "Erlösungswerk Christi", 1730 Gottfried Eichler? das Hochaltar-Gemälde "Das Abendmahl Christi", 1750 Christoph Friedrich Rudolph? die Kanzel, 1757 Johann Andreas Stein die prunkvolle Orgel und 1760 Johann Samuel Birkenfeld? das Chorgitter.

Seit 1814 diente die Barfüßerkirche als Pfarrkirche.

Im Jahr 1825 bricht man die Alexiuskapelle? zusammen mit dem Barfüßertor ab.

1898 wird Bertolt Brecht in der Barfüßerkirche getauft. Und am 31. Mai 1929 spielt Albert Schweitzer auf der Stein-Orgel der Barfüßerkirche.

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1907 entdeckt man auf der Höhe des zweiten Dachbodens der Kirche ein rätselhaftes Wandgemälde von 9,50 auf 3,80 Meter Größe. Es zeigt überlebensgroße Engel, die Christi Leidenswerkzeuge tragen. Gleich nach der Aufdeckung der Gemälde hat man sie großformatig fotografiert. Das entdeckte Gemälde, so stellte sich heraus, war nur ein Teil eines früheren Werks, nämlich der obere Teil einer monumentalen Weltgerichtsszene auf der früheren Westwand über dem Chor der gotischen Kirche. Sie dominierte früher das Kirchenschiff. Im Barock hat man zweimal Decken in die Kirche eingezogen und so das Bild überddeckt. Leider ging das Gemälde im Zweiten Weltkrieg unter. Es muss um 1500 entstanden sein und ist nur noch in als Albuminpapier in der so genannten "Vorbildersammlung" des Königlichen Generalkonservatoriums zu studieren.

Im Zweiten Weltkrieg wurde 1944 das Langhaus der Kirche völlig zerstört und nur der ehemalige Mönchschor blieb erhalten, der heute als Pfarrkirche genutzt wird und noch einige wenige frühere Ausstattungsstücke beherbergt, etwa die Grabplatte von Ulrich Rehlinger? und seiner Frau Elisabeth Egen-Königseck von 1407 oder Werke von Georg Petel?, Joachim von Sandrart? oder Nicola Grassi?.

Schon vor dem Bildersturm in der Reformation hat man die berühmte Liegefigur des hl. Alexius von Sebastian Loscher? und Hans Burgkmair? aus dem Jahr 1513 nach Schloss Erbach gebracht. Von dort kam sie 1992 ins Maximilianmuseum und damit nach Augsburg zurück.

Neben dem ehemaligen Mönchschor ist auch noch der Kreuzgang aus dem 15. Jahrhundert erhalten, der sich an das ehemalige südliche Seitenschiff anschmiegt.

1947/48 hat man die Westwandmauer komplett weggebrochen, um die ehemalige gotische Raumhöhe wiederzugewinnen. Zum Chor hin mauerte man eine Abschlusswand auf und 1951 baute man die Barfüßerkirche so wieder auf, wie sieh heute erhalten ist, ohne Langhaus und ohne die beiden früheren Türme. Der als Kirche dienende Ostchor ist 22,5 Meter hoch und 24,5 Meter lang.

Im Altarraum fällt gleich das große Kruzifix auf, das Georg Petel? 1631 schuf. Von ihm stammt auch die Figur "Segnendes Christuskind", die früher auf dem Schalldeckel der Kanzel stand. Von dem Augsburger Professor Göhlert wurde der Taufstein 1963 geschaffen. Prachtvoll ist das Chorgitter mit seinen Rocaillen, Vasen und Kartuschen in Email. Es wurde 1760 von Samuel Johann Birkenfeld? geschaffen. Die Orgel aus dem Jahr 1958 stammt von der Firma Rieger-Orgelbau in Schwarzach/Vorarlberg. Die frühere Orgel wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Sie war ein Werk von Johann Andreas Stein und 1777 hatte sie Wolfgang Amadeus Mozart in einem Brief an seinen Vater sehr gelobt.

Der südliche Kreuzgangflügel birgt viele Grabmäler von wichtigen Augsburger Familien. Sehr schön ist das reiche Sternnetzgewölbe. Gleich beim Eingang der Kirche ist das kunstgeschichtlich wertvolle Epitaph für Markus Zäch? zu sehen, das die Geißelung Christi nach Giovanni da Bologna? von 1617 darstellt.

Heute arbeiten die ehrenamtlichen Helfer des VdK Ortsverbandes Barfüßerbrücke? im Sinn der Bettelmönche und widmen sich den Armen und sozial Schwächeren. Als die Glocken aus der uns nahen Kirche erklangen, drohte entweder Unheil oder die Armen konnten sich an den dargebotenen Speisen der Mönche erfreuen. Auch heute läuten die Glocken noch in diesem Sinn.

Adresse

Kirche und evangelische Pfarrei "Zu den Barfüßern"
Mittlerer Lech 1
86150 Augsburg

Pfarramt: Kanalstraße 2
86153 Augsburg

Tel. 0821/30326
E-Mail: pfarramt.barfuesser.a(@)elkb.de

Geöffnet ist die Kirche von 8 bis 20 Uhr.


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