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Ballonfabrik Augsburg
Ein ehemaliges Augsburger Traditionsunternehmen, das 2009 geschlossen wurde. Die letzten Fabrikationsräume lagen in der Wolfzahnau? und gehörten der Familie Haßold.
Allgemeines
Geschichte
Die Gründung der Fabrik geht auf Kommerzienrat August Riedinger? zurück (1897).
1931 stellt Auguste Piccard vom Firmengelände aus einen Ballonhöhenrekord auf, indem er mit einem Ballon 16 Kilometer hoch steigt.
Wie der Firmenname schon sagt, fertigt man bis in die 1950er Jahre vor allem Freiluftballone. Danach wendet man sich immer mehr der Fertigung von Industrie-Gasballonen sowie von Rettungs- und Sicherheitsausrüstung zu.
Im April 2008 kaufte die Deutsche Schlauchboot GmbH & Co. KG (Eschershausen/Niedersachsen) die Ballonfabrik. Der Käufer gehörte zur nordirischen Survitec Group Limited in Belfast.
Im Sommer gewinnt die Firma den Bayerischen Gründerpreis? (Kategorie „Nachfolge“), weil sie ein vorbildliches Mitbestimmungs- und Erfolgsbeteiligungsmodell hat.
Im Oktober 2008 wurde etwa 100 Mitarbeitern der Firma gekündigt. Laut Augsburger Allgemeine vom 2. Oktober 2008 plane man die Fertigung im Rahmen einer Umstrukturierung der Survitec nach China zu verlegen.
Nach der Schließung der Fabrik im Oktober 2008 suchten die Eigentümer der Gebäude, Gerhard Endras und seine Geschwister, nach neuen Nutzern für die noch im Jahr 2008 sanierten Räume. Ab Juni 2009 bahnten sich zwischen ihm, der SPD, Kulturschaffenden und der Stadt Kontakte und Beratungen an, die darauf hinaus liefen, Teile des Geländes der ehemaligen Ballonfabrik Augsburg zu einer Dependence des Kulturparks West zu machen.
Anfang 2010 stand fest, dass ein dreistöckiges Fabrikgebäude mit etwa 2.000 Quadratmetern Nutzfläche dem Kulturpark West für kulturelle und kreativwirtschaftliche Zwecke zur Verfügung gestellt werden soll. Die neue Dependence kam den Betreibern des Kulturparks West gelegen, waren doch die Räumlichkeiten dort schon wieder zu eng geworden. So wollte das Konservatorium Augsburg? seine Trommlerausbildung in der Ballonfabrik unterbringen.
Anfang September 2010 wurde bekannt, dass dem zum 01. Oktober geplanten Start des Veranstaltungsprogramms im neuen Soziokulturellen Zentrum in der Ballonfabrik eine Verschiebung wegen noch ausstehender Genehmigungen droht. Dies teilte der gemeinnützige Verein AWAKA? mit, der für das Konzertprogramm verantwortlich ist. Die Abnahme der neu renovierten Räume durch die zuständigen Behörden war noch nicht erfolgt, weil einige Auflagen u. a. bezüglich des Brandschutzes noch umgesetzt werden mussten. Zudem waren einige Verantwortlichkeiten zwischen der Kulturpark West gGmbH?, die die Ballonfabrik betreibt, und deren Mieter AWAKA? noch ungeklärt. AWAKA? plädierte deshalb für einen Runden Tisch, um den Freigabeprozess zu beschleunigen und eine rechtzeitige Inbetriebnahme des Zentrums zu ermöglichen.
Details
Offiziell begründete man die Schließung der Ballonfabrik Augsburg damit, dass sich der Export ihrer Produkte nach Großbritannien wegen der Kursschwankungen des Pfunds nicht mehr rechnen. Der entsprechende Produktanteil betrug ein Drittel der Fertigung.
Soziokulturelles Zentrum
Heute vermietet die Kulturpark West gGmbH? in der ehemaligen Ballonfabrik neben Büros und Atelierräumen auch Veranstaltungsräume. Einer davon ist das Soziokulturelle Zentrum, in dem Konzerte weniger bekannter Bands in kleinerem Rahmen stattfinden. Der Veranstaltungsbereich im Soziokulturellen Zentrum umfasst eine Fläche von 76 Quadratmetern mit einer maximalen Besucherzahl von rund 150 Personen.
Die Idee eines sozio-kulturellen Zentrums – in anderen Städten wie München und Nürnberg ist so ein Zentrum schon vorhanden und wird von Seiten der Stadt gefördert - ist nicht neu. Konkret wurde der Bedarf an nichtkommerziellen Veranstaltungsräumen in Augsburg nach der Schließung des Provino-Live-Clubs im Jahr 2006, damals einer der wichtigsten Auftrittsorte für lokale und auch überregionale Bands. Danach schlossen sich verschiedene Initiativen und gemeinnützige Vereine zusammen, gingen auf intensive Raumsuche und traten mit diesem Vorhaben mittels mehrerer Demonstrationen und Presseartikel in die städtische Öffentlichkeit, um das Gelingen dieses Projekts zu forcieren. Durch das Zusammenwirken eines privaten Vermieters, der Kulturpark West gGmbH?, des vor allem von Musikern, Musikfans, Schülern und Studenten getragenen Vereins AWAKA? sowie mehrerer ehrenamtlich für das Projekt tätiger Augsburger Architekten rückte schließlich Anfang 2010 das Ziel in greifbare Nähe: eine Plattform, um die immer noch lebendige, aber mangels geeigneter Veranstaltungsorte zersplitterte Augsburger Popmusik- und Popkulturszene zusammenzuführen.
Weblinks
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