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Bahnpark
Ein Lokpark mit historischen Loks und Waggons verschiedener europäischer Staatsbahnen, der sich zum Museum historischer Bahnen entwickeln soll.
Allgemeines
Noch ist der Bahnpark kein Museum, aber er ist auf dem Weg dahin. Der Bahnpark Augsburg ist auf dem ehemaligen Bahnbetriebswerk der Deutschen Bahn AG angesiedelt. Die Lokomotiven-Sammlung wird ständig erweitert.
Neben dem Bahnpark liegen viele sonstige Gebäude: Reinigungsanlagen, Werkstätten, Radsatzausbesserungswerk, Unterkünfte ... Obwohl im Zweiten Weltkrieg der Hauptbahnhof und das Bahnhofsgelände schwer bombardiert wurden, blieb das Gelände im Hochfeld weitgehend unzerstört und wurde bis etwa 1990 von der Deutschen Bahn AG für ein Ausbesserungswerk genutzt. Erst im Jahre 1996 wurden die beiden Ringlokschuppen unter Denkmalschutz gestellt. Leider verfallen alle Gebäude auf dem Gelände, die nicht zum Bahnpark gehören, zunehmend.
Geschichte
Schon 1837 begann in Augsburg das Eisenbahnzeitalter und schnell wurde die Stadt zu einer Drehscheibe des Eisenbahnverkehrs. Sollte die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke von Paris nach Budapest irgendwann als „Magistrale für Europa“ Wirklichkeit werden, wird Augsburg an ihr liegen.
Viele Jahre war mit dem Eisenbahnzeitalter auch ein wichtiges Bahnbetriebswerk in Augsburg verbunden. Es lag im Hochfeld und ist heute Ausgangspunkt für den Bahnpark Augsburg.
Noch befindet sich der historische Bahnpark Augsburg in einer Aufbauphase und ist nur zu speziellen Veranstaltungen öffentlich zugänglich. Denkmalgeschützte Räume unterschiedlicher Größe werden für besondere Anlässe vermietet und sind der stimmungsvolle Hintergrund für Firmen-, Vereins- oder Familienfeiern.
Um dem Projekt Bahnpark, hinter dem ein Förderverein steht, mehr Planungssicherheit zu geben, wurde Ende 2006 eine Stiftung Bahnpark Augsburg ins Leben gerufen. Das größte Hindernis für ein Museum ist die bahneigene Immobilienfirma aurelis Management GmbH, mit der noch kein Vertrag über das Gelände des Bahnparks abgeschlossen werden konnte. Seit Juni 2007 scheint sich eine positive Wendung für den Bahnpark anzudeuten: Die aurelis Management GmbH scheint bereit, dem Bahnpark-Verein das von ihm genutzte Gelände für seine Zwecke zu schenken, während das übrige Gelände als Gewerbegebiet ausgewiesen werden soll. Als Reaktion darauf erklärte die Stadt ihre Bereitschaft, schnellstmöglich einen Planungsvorschlag zu entwickeln und der DB und aurelis Management GmbH vorzuleben, damit die Entwidmung des Grundstücks und die Bauleitplanung erfolgen können.
Geschichte des Bahnbetriebswerkes
Das Bahnbetriebs- und Ausbesserungswerk an der Firnhaberstraße mit 24 Hektar Gelände war 1906 im Großen und Ganzen fertig gestellt. Vier Jahre betrug die Bauzeit für zwei große Ringlokschuppen mit Drehscheiben, eine Lokwerkstätte, Bekohlungs- und Reinigungsanlagen, Werkstätten für Reparatur und Unterhalt von Reisezug- und Güterwagen, eine Radsatzwerkstätte nebst den dazugehörigen Nebenbauten für Verwaltung, für die Übernachtung des Lokomotivpersonales, für die Lagerung von Materialien und Brennstoffen mit allen erforderlichen Gleisanlagen und einem eigenen Stellwerk.
Damit hatte die Bahn moderne Anlagen, die die bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts ihrer Aufgabe gerecht wurden. Und weil die Anlagen wunderbarerweise im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurden, blieb eine einmalige und komplette Anlage für Lok- und Wagenpflege der Königlich Bayerischen Staatsbahn für die Nachwelt erhalten. Das Besondere ist das Design der Anlage: es orientiert sich am Spätklassizismus des Augsburger Hauptbahnhofs von Friedrich Bürklein, wie er etwa 50 Jahre zuvor ausgeführt wurde.
Schon in den 1960er Jahren wurde das Radsatz-Ausbesserungswerk dicht gemacht, die Signalmeisterei, die Personen- und Güterwagen-Ausbesserungswerke in den 1990er Jahren. Zuletzt wurde das Bahnbetriebswerk Augsburg 1 geschlossen. Nur noch ein kleiner Teilbereich im Norden des Geländes wird von der Deutschen Bahn AG genutzt.
Die Anlage an der Firnhaberstraße ist vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in München am 23. April 1996 in ihrer Gesamtheit unter Denkmalschutz gestellt:
„Firnhaberstraße. Bahnbetriebswerk, Betriebs- und Reparaturwerkstätten auf ausgedehntem Gelände, im wesentlichen 1903-06 errichtet und 1922-24 erweitert. Bestehend aus: zwei Ringlokschuppen, 1903 und 1905, der südliche 1986 zur Hälfte abgebrochen, mit Drehscheiben von 1922; Lok-Richthalle, 1922; Wagen-Richthalle, südöstlicher Teil 1906, Erweiterungen 1923-24; zwei Radsatz-Reparaturhallen, 1906; Magazin, 1906; Lagerhalle, 1906; Kesselhaus, 1906; Übernachtungsgebäude, 1906; Triebwagenhalle 1935. (Fl. Nr. 5249, 5251, 5251/11, 5249/16, 5249/18, 5249/19, 5249/28, 5249/29, 5249/11, Gemarkung Augsburg).“
Geschichte des Bahnparks
Im September 2009 begann man den denkmalgeschützten Ringlokschuppen mit einem neuen Dach auszustatten, um die untergebrachten Museumslokomotiven besser zu schützen. Auch die Holzkonstruktion des Lokschuppens wurde ausgebessert. Die 50.000 € Kosten der Dachsanierung kamen von der Stadt Augsburg, aus Fördermitteln des Landesamtes für Denkmalpflege?, der Bayerischen Landesstiftung?, vom Bezirk Schwaben und von der Sparda-Bank Augsburg?.
Anfang des Jahres 2010 fanden im Bahnpark umfangreiche Bauarbeiten und Renovierungen statt, weshalb man in diesem Jahr die Saisoneröffnung auf Mai 2010 verschob.
Details
Das Rundhaus Europa
Unter diesem Stichwort soll in einem Ringlokschuppen aus dem Jahr 1906 nach und nach ein besonderes Technik- und Kulturprojekt in Augsburg verwirklicht werden. In Europa gibt es 29 Eisenbahnen betreibende Staaten. Alle diese 29 Staaten sollen nach und nach so genannte "Botschafterlokomotiven" zum Aufbau des Museums nach Augsburg schicken. Bisher gibt es solche historische "Botschafterlokomotiven" aus der Schweiz, von Frankreich, Bayern, Slowenien, Österreich und Luxemburg. Weitere "Botschafterlokomotiven" sind schon von Italien, Rumänien, Serbien, Tschechien und Ungarn zugesagt. Der "Bahnpark Europa Tag" soll einmal im Jahr die Gelegenheit geben, im Rahmen von besonderen Aktionen die "Botschafterlokomotiven" in einem glanzvollen Umfeld zu erleben: Brauchtum, Kultur und Gastronomie der europäischen Partnerländer sollen dabei inszeniert werden.
Der Ringlokschuppen wurde für die Königlich Bayerischen Staatsbahnen errichtet und soll heute als Völker verbindendes Bauwerk eine neue Bedeutung erlangen. Beide Ringlokschuppen besitzen Drehscheiben.
Die Dampflokhallen
Wie der Ringlokschuppen Rundhaus Europa sind die Dampflokhallen denkmalgeschützt. Normalerweise sind in ihnen die Dampfloks untergebracht, wenn sie restauriert oder gewartet werden. Die Dampflokhallen sind die Locations des Bahnparks, die für verschiedene Zwecke und Veranstaltungen gemietet werden können. Ein großer Vorteil dieser Hallen sind die riesigen Tore, die auch großen Fahrzeugen Einlass gewähren.
In der südlichen Montierung gibt es drei befahrbare Gleise und eine intakte Werkstatt. Dort stehen die betriebsfähige Dampflok 41 818 (ein historisches Denkmal des Freistaates Bayern) und die Lokomotive 44 606. Die Halle besitzt einen eigenen Eingang, eine Schankanlage und macht Veranstaltungen bis 600 Personen möglich.
Die mittlere Montierung bietet Platz für etwa 250 Personen. Das Durchfahrtgleis dieser Halle macht eine flexible Bestückung mit Dampflokomotiven möglich. Auch hier gibt es eine Schankanlage. Durch Öffnung der Verbindungstüren kann die Schmiede und die südliche Montierung „zugeschaltet“ werden, dann können über 800 Personen die Räumlichkeiten aufsuchen.
Die nördliche Montierung ist baugleich mit der südlichen Montierung.
Die Schmiede
In diesem historischen Raum halten ehemalige Lokführer ihren Stammtisch ab. Von hier aus kann beobachtet werden, wie eine Dampflok angeheizt wird. Da die Schmiede einen eigenen Eingang besitzt, kann hier eine kleinere Veranstaltung stattfinden (bis etwa 80 Personen), selbst wenn in den Dampflokhallen gearbeitet wird oder größere Veranstaltungen stattfinden.
Geheizt wird die Schmiede mit einem „Bullerjahn-Holzofen“, was eine besondere Atmosphäre schafft. Fest installierte Galerieschienen prädestinieren den Raum für Kunstausstellungen.
Die Werkstätten
In den Werkstätten des Bahnparks Augsburg werden Eisenbahnfahrzeuge von Fachleuten repariert, gepflegt und museumsgerecht aufbereitet. Die meisten Mitarbeiter der Werkstätten gehören der Dampflok-Gesellschaft München e. V. an, die schon seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts Dampflokomotiven unterhält, restauriert und repariert. Der Bahnpark Augsburg bietet für die entsprechenden Arbeiten die idealen Voraussetzungen. Hier gibt es einen Untersuchungsgraben, Drehscheiben, Kräne, Werkstattausrüstung, Schmiede etc. Dass hier gute Arbeit geleistet wird, zeigt schon die Tatsache, dass selbst das Deutsche Museum hier einen historischen Bahnpostwagen für die Dauerausstellung im Verkehrszentrum auf der Münchener Theresienhöhe aufarbeiten ließ.
Die Exponate
Schon jetzt sind die Exponate des Bahnparks vielfältig:
Der Bahnpark Augsburg wartet daneben mit einem in dieser Form einmaligen Ausstellungsstück auf, das hier eigens hervorgehoben werden soll: mit dem Blue Star Train.
Sonstiges
Der Bahnpark Augsburg wird unterstützt und weiter entwickelt vom Förderverein Bahnpark Augsburg e. V..
Adresse
Bahnpark Augsburg
im ehemaligen Betriebswerk der Deutschen Bahn AG
Firnhaberstraße 22
D-86159 Augsburg
Anfahrt
Mit dem Auto
Umgehungsstraße B 17 Ausfahrt Kongresshalle/Alte Universität/Eichleitnerstraße, an der Ampel in Richtung Kongresshalle/Alte Universität fahren, dann rechts in die Unterfeldstraße, unter der Bahnunterführung hindurch und zur Firnhaberstraße.
Mit der Bahn
Haltepunkt Augsburg-Morellstraße aussteigen, am Bahnsteigabgang unten links durch die Unterführung hindurch und wieder links in die Windprechtstraße, nach etwa 200 Metern noch einmal links unter der Bahnunterführung hindurch in die Schertlinstraße; nach 150 Metern rechts in die Firnhaberstraße.
Mit dem Stadtbus
Buslinie 41 nehmen, an der Haltestelle Kollmannstraße aussteigen, etwa 400 Meter zurück Richtung Stadtzentrum gehen.
Weblinks
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