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Augsburger Rikscha-Service

Auch Velotaxi Augsburg. Augsburger Stadtrundfahrten mit der Rikscha und einem qualifizierten Gästeführer.

Allgemeines

In Asien verbreiten sich deutsche Autos. Die Inder schaffen ihre Rikschas nach und nach ab. Den Chinesen verbietet ihr Stolz als Rikschafahrer zu arbeiten. In Deutschland erlebt diese umweltfreundliche abgas- und feinstaubfreie Beförderungsmethode eine Renaissance. Auch in Augsburg. Hier hat Bernd Beigl? die Initiative ergriffen, ein rühriger Jungunternehmer der daneben eine Ideenwerkstatt betreibt und sozio-kulturelle Animationen macht.

Eine Rikscha ist ein kleines von einem Menschen gezogenes Gefährt auf zwei Rädern, um Menschen zu befördern. Seit der Erfindung des Fahrrads hat man auch Fahrrad-Rikschas (auch Fahrrad-Taxi genannt) gebaut. In asiatischen Ländern sind neuerdings sogar Auto- bzw. Motorrikschas unterwegs, die von Zwei- oder Dreitakt-Trikes gezogen werden. Handgezogene Rikschas kommen immer mehr aus dem Gebrauch. Und selbst die Fahrrad-Rikschas verschwinden in asiatischen Ländern, weil diese Beförderungsart unmenschlich sei.

Geschichte der Rikscha

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Die "Ur-Rikscha" stammt aus Japan und heißt "Jin-riki-sha" (jin = Mensch, riki = Kraft, sha = Fahrzeug), Menschenkraftwagen. Aber eigentlich war es ein Europäer, der auf diese Idee kam. Die Erfindung war ursprünglich für Europäer in Tokio gedacht, die die engen japanischen Sänften nicht benutzen konnten. Egon Erwin Kisch schreibt dazu in seinem Buch "China geheim":

"Die Jinrikscha kommt aus Japan, wenn auch ihr Erfinder ein Europäer war. Der Mann, der als erster den Einfall hatte, einem Handwagen einen Stuhl aufzusetzen und diesen Fahrstuhl als öffentliches Verkehrsmittel zu verwenden, war der anglikanische Geistliche Reverend M. B. Bailey, o Segnungen des Westens und der Kirche. Das geschah Anfang der siebziger Jahre in Tokio.

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Ein Franzose namens Ménard eilte nach China, nach Schanghai, um eine Konzession für den Rikschaverkehr zu erlangen. Aber die Stadträte der amerikanischen und englischen (später internationalen) sowie der französischen Gemeinde wußten, daß Ersetzung von Tier oder Maschine durch Menschenkraft hierzulande das sicherste Geschäft ist, und dachten gar nicht daran, dem flinken Importeur ein so einträgliches Monopol zu schenken. Sie beschlossen, gegen ansehnliche Steuern zwanzig Lizenzen für je zwanzig Rikschas auszugeben.

Monsieur Ménard hätte über den Umstand, eine dieser Lizenzen zu bekommen, recht froh seine können, wenn, ja wenn er Geld genug gehabt hätte, die zwanzig Karren herstellen zu lassen. Er hatte es nicht, und so mußte er sich mit zwölfen begnügen. Das mißfiel den beiden Stadtverwaltungen, sie wollten jede Lizenz im Interesse ihrer Steuerkasse zwanzigfach ausgenützt sehen. Am 31. März 1875 entzogen sie ihm die Lizenz, ihm dem Pionier der Rikschas, die noch heute, im Zeitalter von Taxi, Privatauto, Autobus, Motorrad und Straßenbahn, der Französischen Konzession jährlich 267966 Tael und dem International Settlement 337030 Tael einbringen!"

Recht und Gesetz der Rikscha in Deutschland

Natürlich würde es den Europäer wundern, wenn es hierzulande einfach so erlaubt wäre, Personen mit Rikschas durch die Gegend zu rollen. In Deutschland erhob sich die Frage, ob die Beförderung erwachsener Personen mit einer Fahrradrikscha etwa eine Ordnungswidrigkeit gem. § 21 Absatz 3 StVO darstellt. Es hatte nämlich ein Leipziger Unternehmer mit seiner Fahrradrikscha zwei Erwachsene befördert. Dafür sollte er eine Geldbuße von fünf Euro zahlen. Laut Amtsgericht Leipzig habe er einen „fahrlässigen Verstoß gegen die Vorschriften über die Mitnahme von Personen“ begangen. Doch der Pedalier und Rikscha-Unternehmer ließ sich dieses Urteil nicht gefallen und legte Rechtsbeschwerde beim Oberlandesgericht (OLG) Dresden ein. Nun mussten sich die Richter dort ihren Kopf zerbrechen und kamen zu den Beschluss, dass eine Fahrradrikscha kein Fahrrad im Sinne des § 21 Abs. 3 StVO, auf dem nur Kinder bis zu sieben Jahren mitgenommen werden dürften. Mit diesem Paragrafen solle nur die Personenbeförderung auf herkömmlichen einsitzigen und einspurigen Fahrrädern geregelt werden. Das ergebe sich aus der Historie der Vorschrift. Neben dem Schutz von Kindern soll durch § 21 Abs. 3 StVO eine Überlastung des Fahrrads zu Lasten der Verkehrssicherheit vermieden werden. Die Richter konnten glaubhaft nachweisen, dass solche Gefahren üblicherweise nur bei einspurigen Fahrrädern auftreten, nicht hingegen bei Fahrradrikschas, die für die Personenbeförderung konstruiert seien. Auch wies das OLG Dresden die Auffassung des Bundesverkehrsministeriums zurück, Fahrradrikschas benötigten eine besondere Zulassung der Straßenverkehrsbehörde. Zudem stellte es klar, dass dreirädrige Rikschas auch dann auf der Fahrbahn fahren dürfen, wenn ein Radweg vorhanden ist (OLG Dresden, Beschluss vom 11.10.2004, Ss (OWi) 460/04, NJW 2005, 452).

Und so verbreiten sich in fast allen großen deutschen Städten Fahrradtaxidienste. Leichtbauweise, Gangschaltungen und Hilfsmotoren gehören heute zu einer modernen Fahrrad-Rikscha. Manchmal bringen Werbeflächen an den Fahrzeugen zusätzliche Einnahmen neben der Personenbeförderung.

Die Rikscha in Augsburg

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Rikscha fahren ist in Augsburg seit 2005 möglich. Angeboten werden für 1 - 2 Personen:

Stadtrundfahren von 30 und 60 Minuten Dauer: Sie starten am Rathaus und glänzen mit sachkundigen Informationen zur Stadt und ihrer Geschichte, dargeboten durch einen ausgebildeten Gästeführer der Stadt Augsburg. Auf Wunsch kann man sich überall im Stadtgebiet von Augsburg abholen lassen. Auch was die Länge der Fahrt und die Fahrtstrecke angeht, kann auf individuelle Wünsche eingegangen werden. Die so genannte AUGUSTA-Tour zeigt Augsburg den Anfängern und Eiligen (30 Minuten), während die so genannte MAX-Tour alles Wichtige von Dom? bis zur Augsburger Puppenkiste in 60 Minuten beinhaltet. Daneben gibt es Thementouren für 1 - 2 Personen mit Umtrunk, Imbiss oder Picknik.

Außerdem kann man die Rikscha je nach Anlass (z. B. für eine Hochzeit) und Aufwand mit Luftballons und Blumen oder Girlanden schmücken lassen, kann Geschenkgutscheine kaufen, die per Post zugestellt werden oder individuell verpackt werden können.

Auch der Verleih einer Rikscha ohne Fahrer ist möglich. Dafür gibt es Tages- und Wochenendpauschalen. Die Rikscha kann mit einem PKW-Anhänger mit den Maßen 1,20 x 3 Meter selbst abgeholt oder aber im Stadtgebiet und im Landkreis angeliefert werden.

Für Firmen bietet der Augsburger Rikscha-Service auch Promotion-Fahrten zu Tagespauschalen an. Darin sind sechs Stunden Rikscha-Shuttel-Service enthalten und auf Wunsch eine individuelle Deko oder die Verteilung von Flyern.

Adresse

Ideenwerkstatt
Bernd Beigl?
Robert-Koch-Straße? 10
86179 Augsburg

Tel. 0821/811115
Mobil 0160/92414651
Fax. 0821/8006482
E-Mail: rix-augsburg(@)t-online.de

Lage des Augsburger Rikscha-Service

Weblinks

Webseite des Augsburger Rikscha-Service


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