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Augsburger Puppenkiste
Die Geschöpfe der Augsburger Puppenkiste sind die wahren Stars der alten Reichsstadt? Augsburg.

Augsburger Puppenkiste © Eva Stuhlmüller (www.augsburg-parrot.de)
Allgemeines
In ganz Deutschland kennt man die Augsburger Puppenkiste. Mit ihren Geschichten und Figuren sind Generationen von Kindern aufgewachsen. Sie transportiert Augsburg in alle Welt und prägt das Stadtimage. Die Puppenkiste ist ein Aushängeschild für Augsburg. Sie liegt in der Spitalgasse im Ulrichsviertel? und hat in aller Welt ihre Fans. In Deutschland kennen Generationen von Kindern den Kistendeckel mit dem schräg aufgedruckten Namenszug vom Fernsehen, wo viele Serien des Puppenspiels liefen. Von Anfang bis heute war und ist die Puppenkiste ein Familienbetrieb.
Neben dem Theater für Kinder gibt es auch für Erwachsene ein Programm. Und auch das Kabarett hat hier eine Bühne.
Geschichte
Eröffnet wurde die Puppenkiste von Rose und Walter Oehmichen am 26. Februar 1948 in der Spitalgasse im ehemaligen Heilig-Geist-Spital. Die erste Inszenierung war das Märchen "Der gestiefelte Kater". Damit begann der märchenhafte Ruhm dieses berühmtesten deutschen Ensembles seiner Art.
1950 wurde die erste Kabarett-Inszenierung aufgeführt. Seitdem gibt es jedes Jahr eine neue Kabarett-Inszenierung. Schon in den 1950er Jahren begann man damit, auch literarische Werke für die Marionettenbühne zu adaptieren.
Am 21. Januar 1953 trat die Augsburger Puppenkiste zum ersten Mal im Fernsehen auf. Das war nur wenige Wochen nach der ersten Ausgabe der Tagesschau. Es waren "Peter und der Wolf", die damals noch live abgefilmt in Schwarzweiß über den Bildschirm flimmerten. Bis 1960 folgten viele Live-Sendungen, während man danach zahlreiche Serien für das Fernsehen produzierte, die auch im Ausland Augsburg bekannt machten. Jim Knop und Lukas der Lokomotivführer, Urmel aus dem Eis, Bill Bo oder Kater Mikesch hießen die großen Erfolge der 1960er Jahre.
1966 wurde zum ersten Mal das erfolgreichste Stück der Augsburger Puppenkiste aufgeführt: Räuber Hotzenplotz. Dieses Stück steht auch heute noch unverändert auf dem Spielplan.
Im Sommer 1969 fanden im Foyer der Augsburger Puppenkiste die Dreharbeiten zur TV-Serie "Urmel aus dem Eis" des Kinderbuchautors Max Kruse statt.
Die künstlerische Leitung des Hauses ging 1973 an den Schwiegersohn Walter Oehmichen, Hans-J. Marschall, über.
Nach dem Tod von Rose Oehmichen im Jahr 1985 wurde die Tochter Hannelore Marschall-Oehmichen Eigentümerin der Augsburger Puppenkiste.
1992 wurde Klaus Marschall?, der Enkel von Walter Oehmichen, Chef der Puppenkiste.
1997 erschien der Kinofilm „Die Story von Monty Spinnerratz“ und wurde von 900.000 Zuschauern besucht. Bis zu diesem Jahr zählte man in der Puppenkiste Augsburg mehr als 3 Millionen ZuschauerInnen.
In der Spielzeit 2007/2008 kamen fast 5.000 Besucher mehr als in der Spielzeit zuvor. Insgesamt waren es ca. 96.000 Besucher.
Am 5. Juni 2009 fand in Bad Kreuznach die Uraufführung von "Urmels große Reise" statt, einem neuen Theaterstück in offener Spielweise nach Motiven aus Max Kruses Kinderbüchern. Das Besondere: auf der Bühne stand zentral eine Kiste, die sich wie ein Bilderbuch aufklappte. Kurz darauf wurde im Museum für Puppentheaterkultur Bad Kreuznach die Ausstellung "60 Jahre Augsburger Puppenkiste" eröffnet, die bis 13. September 2009 zu sehen war - mit über 100 Exponaten der Puppenkiste.
Vom 26.10. bis zum 15.11.2009 fand eine dreiwöchige Tournee der Augsburger Puppenkiste in Japan statt. Fünf Puppenspieler um Theaterleiter Klaus Marschall waren mit dabei und führten das neue Stück "Urmels große Reise" bis zu dreimal täglich auf.
Im Rahmen der Sonderausstellung "Helden der Kinderzimmer - Literatur und Puppenspiel" war am 27. Januar 2010 der bekannte Kinderbuchautor Paul Maar zu Gast in der Augsburger Puppenkiste und las vor Kindern aus seinen Werken.
Anfang 2011 startete der ADAC? das Verkehrssicherheitsprogramm "Mit Jim Knopf sicher zur Schule". Mit Warnwesten bekleidet gehen dabei ABC-Schützen in Gruppen jeweils mit Begleitung eines Erwachsenen zum Unterricht. Mit der Aktion wollte sich der ADAC? für einen gefahrlosen und umweltgerechten Schulweg stark machen. "Die zeitlose Kinderbuchfigur Jim Knopf steht für Cleverness, Ideenreichtum und Verantwortungsbewusstsein. Eigenschaften, die der ADAC auch für den täglichen Schulweg buchstäblich von Kindesbeinen an vermitteln und fördern möchte", sagte Projektleiter Alexander Kreipl bei der Vorstellung des Programms.
Im Juli 2011 feierte die Puppenkiste in Augsburg den 50. Geburtstag von Jim Knopf. Der kleine Pfiffikus wurde 1961 von Hannelore Marschall aus einem Stück Lindenholz geschnitzt.
Anfang September 2011 ließ die Augsburger Puppenkiste den Kaschperl am Hotelturm an 100 Meter langen Fäden laufen, sprich, er wurde aus 100 Metern Höhe gespielt. Die Idee entstand, weil sowohl das Puppenmuseum Die Kiste als auch das Dorint Hotel?, das im Hotelturm untergebracht ist, ihr zehnjähriges Bestehen feierten.
Im Oktober 2011 gastierte die Augsburger Puppenkiste zum ersten Mal in der Golfregion und war in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut live in Abu Dhabi und Kuwait zu sehen.
19. November 2011: Uraufführung des Stückes „Der kleine Wassermann“. Die Bearbeitung des bekannten Kinderbuchs von Otfried Preußler für das Marionetten-Theater stammt von Martin Stefaniak, der auch die Musik lieferte. Die Figuren von Christian Blank und Jürgen Marschall wurden von Mareike Wittner kostümiert, für das Bühnenbild zeichnete Andrea Graf verantwortlich.
Details
Es war der Gründer der Puppenkiste Walter Oehmichen, der seinem Unternehmen den Namen "Puppenkiste" verlieh. Damit rekurrierte er auf eine Kiste, in der die Figuren, Dekorationen und Requisiten nach dem Krieg möglichst einfach transportfähig waren, wenn das Ensemble außerhalb Augsburgs spielte. Heute passen die Requisiten zwar nicht mehr in eine Kiste, aber der Kistendeckel mit der Aufschrift "Augsburger Puppenkiste" ist immer noch das Markenzeichen der Spielstätte.
Die Augsburger Puppenkiste gehört zu den städtischen Bühnen Augsburgs. Mitgliedschaften bestehen in der Union Internationale de la Marionette, im Verband Deutsches Puppentheater e. V. und im Deutschen Bund für Puppenspiel.
Auch die Augsburger Puppenkiste muss wie die meisten Theater bezuschusst werden. So zahlte die Stadt Augsburg in der Spielzeit 2007/2008 260.000 €, der Bezirk Schwaben 6.600 € und der Freistaat Bayern? 125.000 Euro, macht zusammen 391.600 €, was einen Zuschuss von 4,08 € pro Ticket bedeutete.
Die Eintrittspreise variieren, je nachdem ob eine Nachmittagsvorstellung (günstiger) oder eine Abendvorstellung (teuerer) besucht wird. Vergünstigungen werden nicht gewährt. Über die Tickethotline 0821/45034540 oder über das Internet können Karten bestellt werden.
Das Theater hat etwa 220 Zuschauerplätze.
Stars der Puppenkiste
- Urmel
- Hotzenplotz
Fans der Puppenkiste
- Die Ärzte
- Guido Westerwelle
Abmahnung gegen die Leipziger Puppenkiste
1999 gründete Karin Helmers in Leipzig aus einem Hobby heraus die "Leipziger Puppenkiste", ein Museum und Fachgeschäft für Puppenhäuser und Miniaturen, das beständig wuchs. 2004 brachte der Briefträger eine Klageschrift des Stuttgarter Landgerichts wegen Markenrechtsverletzung vorbei. Karin Helmers wurde von der Augsburger Puppenkiste abgemahnt. Weil die Leipzigerin aber nicht klein bei gab, ging der Streit vor Gericht. 2005 gewann sie erst einmal den Prozess, doch ging das Verfahren 2006 vor das Oberlandesgericht, wo Karin Helmers zu 60 % verlor und die Firmierung sowie ihre Domain aufgeben musste. Sie nannte ihr Geschäft einfach nur noch "Karin Helmers". Nun legte die Augsburger Puppenkiste rechtlich noch einmal nach und ging wegen der 40 %, die sie verloren hatte, in Revision. Auch stellte die Augsburger Puppenkiste am Tag nach der Urteilsverkündung Strafantrag gegen Karin Helmers, weil sie nicht sofort noch am Tag der Urteilsverkündung die Domain "leipzigerpuppenkiste" abgemeldet hatte. Vor dem Bundesgerichtshof allerdings verlor Ende 2008 die Augsburger Puppenkiste auf ganzer Linie die Revision und Karin Helmers durfte ihre "Leipziger Puppenkiste" samt Versandhandel wieder betreiben. Laut Urteil des Gerichts liegt keine Markenrechtsverletzung vor, da keine Verwechslungsgefahr von "Leipziger Puppenkiste" mit "Augsburger Puppenkiste" besteht. Karin Helmers bietet heute etwa 5.000 ständig vorgehaltene Artikel in ihrem Online-Shop an.
Puppenpatenschaften
Für Marionetten der Puppenkiste können Patenschaften übernommen werden, sofern die TV- und Bühnenstars in der Dauerausstellung des Augsburger Puppentheatermuseum "die Kiste" zu sehen sind. Die Übernahme der Patenschaft gilt für ein Jahr. Die Konditionen der Patenschaften hängen vom Bekanntheitsgrad der Marionetten ab. Eine Urkunde bestätigt die Patenschaft. Auf Wunsch erhält man eine Spendenquittung. Außerdem werden die Paten namentlich auf der "Patentafel" im Museum und auf der Internetseite genannt.
Adresse
Augsburger Puppenkiste
und "die Kiste" -
Das Augsburger Puppentheatermuseum
Spitalgasse 15
86150 Augsburg
Tel. 0821/4503450
E-Mail: info(@)diekiste.net
Kassenschluss ist um 18 Uhr.
Weblinks
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