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Augsburg im Blick der anderen

Allgemeines

Einzelstimmen

Die Münchener TZ gab Augsburg den Spitznamen "Augsburg an der Jammer", weil sich die Augsburger gegenüber München immer benachteiligt fühlen.

OB Jürgen Dupper, Passau: "Trotz der relativ großen Entfernung weisen unsere Städte erstaunlich viele Gemeinsamkeiten auf: Augsburg und Passau waren römische Siedlungen, wurden im 8. Jahrhundert Bischofssitz, waren im ausgehenden Mittelalter blühende und reiche Handelsstädte und wurden im Zuge der Säkularisation dem Königreich Bayern einverleibt. Darüber hinaus sind Passau und Augsburg seit mehr als 30 Jahren Universitätsstädte. Ich persönlich habe wunderbare sportliche Erinnerungen an Augsburg, insbesondere an das schöne, aber ebenso kalte Freibad des SV Augsburg, in dem ich so manches Wasserballmatch bestreiten durfte." (in der SZ am 22.06.2009)

OB Ulrich Maly, Nürnberg: "Als Nürnberger Oberbürgermeister empfindet man eine Grundsympathie mit den Augsburgern, das ist ganz klar. Schon allein über die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, über die MAN, ist man schließlich historisch untrennbar miteinander verbunden. Persönlich war für mich Augsburg immer die Stadt von Bertolt Brecht. Und was die Stadthistorie anbelangt, so waren die Augsburger genauso wie wir Nürnberger ebenfalls keine Fürstengründung. Augsburg und Nürnberg sind Kommunen, in denen die Stadtbürger selbst den Ton angegeben haben, das verbindet und das prägt. Wenn ich an die Idee einer gemeinsamen Region Greater Munich denke, dann beneide ich die Augsburger nicht um ihre strukturellen Probleme, die sie zwangsläufig haben müssen als der kleine Partner einer Millionenstadt. Der Abstand von Nürnberg zur Landeshauptstadt München scheint mir da schon deutlich gesünder." (in der SZ am 22.06.2009)

OB Hans Schaidinger, Regensburg: "Augsburg ist eine Stadt, die ich sehr schätze, nicht zuletzt deshalb, weil sie viele Ähnlichkeiten mit Regensburg aufweist. Auch auf Augsburg treffen die Worte, alt und neu zugleich zu, die einst der Mönch Otloh von St. Emmeram für Regensburg gefunden hat. Und wie Regensburg kann Augsburg auf eine zweitausend Jahre alte Geschichte zurückblicken. In beiden Städten haben die Römer ihre Spuren hinterlassen, beide Städte waren Jahrhunderte lang freie Reichsstädte und bereits im Mittelalter bedeutende Wirtschaftszentren. Und - was natürlich nicht zu vergessen ist - in beiden Städten lässt es sich heute wirklich gut leben!" (in der SZ am 22.06.2009)

OB Georg Rosenthal, Würzburg: "Wenn ich an Augsburg denke, dann fällt mir als erstes die Familie der Fugger ein. Das ist zwar etwas Historisches, aber deren Grundgedanke, dass der Vermögende eine Verantwortung für die Gesamtgesellschaft tragen soll, scheint mir notwendiger und aktueller denn je. Augsburg steht deshalb für kluge und vorausschauende Sozialpolitik. Außerdem sähe ich es gerne, wenn auch bei uns in Würzburg - genauso wie in Augsburg - durch privatwirtschaftliches Engagement eine große Fußballtradition aufleben könnte. In Würzburg ist der große Traditionsclub, der Würzburger FV, gerade in die sechste Liga abgestiegen. Das tut weh, und ich weiß, wovon ich da rede: Ich bin der Vorsitzender dieses Vereins. In dieser Hinsicht also dürfen uns Würzburgern die Augsburger als ein Vorbild dienen." (in der SZ am 22.06.2009)

OB Siegfried Balleis, Erlangen: "Mein Verhältnis zu Augsburg ist ein Spezielles: Meine beiden Eltern stammen ursprünglich aus Schwaben, meine Mutter aus Friedberg, der Vater aus der Nähe von Thierhaupten. Ich bin zwar in Franken geboren, man könnte aber sagen: Ich habe einen schwäbischen Migrationshintergrund. Im Kommunalwahlkampf habe ich bei einem Auftritt den Verantwortlichen in Augsburg geraten, sie sollen tunlichst aufhören zu jammern. Wir Franken wissen, von was wir reden: Vor allem die Stadt Nürnberg hat sich bis in die Mitte der neunziger Jahre im Jammern gefallen. Ich finde, der neue OB Kurt Gribl und die Augsburger IHK machen das nun auch anders und besser. Sicherlich war der Ausbau der ICE-Strecke über Ingolstadt ein Einschnitt für Augsburg. Andererseits liegt doch die Stadt verkehrstechnisch großartig zwischen den Städten Stuttgart und München. Imposant finde ich vor allem das prächtig sich entwickelnde Allgäuer Hinterland - wo sie übrigens nie gejammert haben." (in der SZ am 22.06.2009)

OB Thomas Jung, Fürth: "Augsburg ist aus Fürther Perspektive natürlich zu allererst als Standort für den Zweitliga-Fußball ein Thema. Wir betrachten mit einigem Interesse den Stadionneubau in Augsburg, den es bei uns nicht geben wird. Wir sind seit fast hundert Jahren im Fürther Ronhof und da wollen wir auch bleiben. Natürlich sind wir in Fürth froh, dass wir uns in den letzten Jahren absolut keine Sorgen um den Abstieg aus der Zweiten Liga machen mussten, im Gegensatz zu Augsburg. Was die Politik anbelangt, ist es mir als SPD-Oberbürgermeister eine Mahnung, dass einer - wie in Augsburg geschehen - auch aus dem Amt heraus abgewählt werden kann, selbst wenn er nicht erfolglos war. Gut finde ich das kulturelle Engagement und die Entwicklung des Selbstbewusstseins in Augsburg. Noch vor ein, zwei Jahren hatte ich das Gefühl, dass die Stadt zu viel und zu oft lamentiert - und damit einen Fehler macht." (in der SZ am 22.06.2009)

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