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Augsburger Handwerk
Geschichte des Handwerks in Augsburg
Dem Handwerk und seinen einzigartigen Leistungen verdankt Augsburg seine Blüte im späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Von Augsburg sprach man zur Zeit der Renaissance als "Goldene und reichste Stadt der Welt". Dass das so war, kann sich das Handwerk auf die Fahnen schreiben. Seine Qualitätsarbeiten hat Reichtum in die Stadt gebracht. Noch heute sind die besten Arbeiten in Museen von Augsburger Herkunft. Made in Augsburg war eine Marke, egal ob es sich um Goldschmiedearbeiten, Waffen, Schreinerarbeiten, Uhren oder Bücher handelte. Was aus Augsburg kam, war gut. Und so war Handwerksgeschichte in Augsburg also auch immer Stadtgeschichte. Im Folgenden nur ein paar Beispiele.
Handwerksgeschichte als Stadtgeschichte
1368 übernahmen Handwerker das Stadtregiment und arbeiteten eine Zunftverfassung aus, was den Beginn einer Jahrhunderte dauernden Blütezeit der Stadt markierte und ihr den Namen "Das Goldene Augsburg" einbrachte". Besonders die Gold- und Silberschmiede Augsburgs trugen in der Folge dazu bei, diesen Ruf zu begründen und zu festigen. Schon aus dem 14. Jahrhundert sind uns viele berühmte Gold- und Silberschmiede namentlich bekannt. Und 1529 führte die "Augsburger Goldschmiedeschule" eine strenge Qualitätskontrolle ein. Man entwarf einen Stempel, der den Feingehalt der Edelmetalle und die Qualität der Verarbeitung garantierte. Dazu liehen sich die Handwerker aus dem Stadtwappen die Zirbelnuss (Pyr), den Pinienzapfen und prägten damit das für gut befundene Werk. Die Bedeutung des Gold- und Silberschmiedehandwerks in Augsburg kann man an nackten Zahlen ablesen: Als man 1615 mit dem Bau des Renaissance-Rathauses begann, gab es 185 Goldschmiede in der Stadt, während sich nur 137 Bäcker hier "ihr Brot verdienten". Und auf dem Höhepunkt der Gold- und Silberschmiedekunst in Augsburg gab es 275 Handwerksbetriebe, von dieser Kunst lebten (1740). Fürsten Europas, die etwas Edles wollten, mussten nach Augsburg. Und so kommt es, dass viele Museen des Alten Kontinents, von der Rüstkammer des Kremls bis nach Stockholm, die kostbaren Exponate aus Augsburg besitzen.
Ein zweites Beispiel für die Leistungen des Augsburger Handwerks ist die Malerzunft, die ebenfalls weltberühmte Persönlichkeiten hervorbrachte. Holbein und Burgkmair sind hier an erster Stelle zu nennen.
Die Augsburger Baderzunft - heute würde man von Friseurhandwerk sprechen - ist sogar in die Geschichte der Literatur eingegangen. Agnes Bernauer, die Tochter des Baders und Chirurgus Caspar Bernauer wurde 1432 von Herzog Heinrich III. von Bayern heimlich geheiratet. Er fand eine Handwerkertochter für würdig seine Frau zu werden. Nur der Vater Heinrichs III. konnte sich mit dem Gedanken einer Heirat unterschiedlicher Stände noch nicht anfreunden und ließ Agnes Bernauer als Zauberin und Hexe verhaften und in der Donau ertränken.
Am Rande sei noch erwähnt: Der Augsburger Hans Fugger war zunächst Weber, bevor er sein Wirtschaftsimperium gründete, das die damals bekannte Welt umspannte.
Auch heute noch hat das Handwerk eine nicht zu unterschätzende Bedeutung in Augsburg. Im Raum Augsburg sind etwa 50.000 Menschen in rund 7.000 Betrieben, die zur Kreishandwerkerschaft gehören, beschäftigt. Im Schnitt beschäftigt jeder Handwerksbetrieb also etwa 7 Menschen. Damit schaffen die Handwerksbetriebe für viele Menschen die Grundlage des Lebens und ihrer Zukunft. Die Handwerksbetriebe haben auch in Augsburg wie in anderen deutschen Städten und Gemeinden mit vielfältigen Problemen zu kämpfen: Zwar können Privatleute Handwerkerrechnungen bis zu einer Höhe von 3.000 EUR steuerlich geltend machen, doch sind für viele die Dienste von Schwarzarbeitern immer noch günstiger. Am Bau spüren die Handwerksbetriebe die Billig-Konkurrenz aus dem Osten; manche Firmen beschäftigen zu Dumpinglöhnen Arbeiter aus dem Osten. Kleinere Handwerker mit Verkaufsstellen haben unter dem Preisdumping großer Händler oder Ketten zu leiden - z. B. im Elektrofachhandel.
Die Geschichte der Goldschmiede in Augsburg
Im 17. Jahrhundert kommen nach dem 30jährigen Krieg vielfältige Luxusgegenstände auf, die oft von Augsburger Goldschmieden gefertigt werden. Mehr dazu hier!
Nach dem Krieg
Die 60er Jahre
Statistiken aus dem Jahr 1961 ergeben, dass Augsburg im Vergleich mit anderen deutschen Großstädten einen hohen Handwerksanteil an der Wirtschaft hat. So hatte allein die Stadt Augsburg damals 3.363 Betriebe (davon 12,5 % Betriebe von Flüchtlingen), die zur Handwerkerrolle gemeldet waren. Beschäftigt waren in diesen Betrieben damals etwa 20.000 Menschen, was bedeutete, dass etwa 50.000 Augsburger damals vom Handwerk abhingen, nahezu ein Viertel der damaligen Bevölkerung. Im Regierungsbezirk Schwaben waren 12,5 % der Betriebe in Augsburg verortet.
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