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Asylanten

Geschichte

2010 verschlechterte sich die Situation von Asylanten in Augsburg, weil etwa die Hälfte der 1500 Flüchtlinge Schwabens in den verschiedenen Augsburger Unterkünften leben musste, wodurch die Stadt im Verhältnis zu den ländlichen Regionen überbelastet wurde.

Im November 2010 traten etwa 200 Flüchtlinge aus der Unterkunft in der Neusässer Straße? in einen Essenspaketeboykott. Durch ihre Aktion wollten die Flüchtlinge eine menschenwürdige Unterbringung in Privatwohnungen und damit die Abschaffung der großen Massenunterkünfte sowie Geld statt Essenspakete erreichen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Unterstützt wurden die Asylanten u. a. durch Christine Kamm, die in einem Brief an den Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann und die Bayerische Ministerin für Arbeit und Soziales, Christine Haderthauer, darum bat, "möglichst schon vor Weihnachten den Flüchtlingen eine erste Perspektive zur Verbesserung ihrer Lage zu geben". Ein entsprechender Landtagsbeschluss dafür sei bereits vorhanden, so Kamm in ihrem Brief. Denn bereits vor der Sommerpause, am 14. Juli 2010, erteilte der Landtag den beiden Ministerien den Auftrag, die "Bayerische Asylpolitik zukunftsorientiert und familiengerecht weiterzuentwickeln." Auf Basis dieses Beschlusses, so Kamm, könnten viele Flüchtlinge in private Wohnungen umziehen und so mehr Selbstständigkeit im alltäglichen Leben erlangen. So könnten Familien bereits nach Abschluss des Erstverfahrens in eine Wohnung umziehen, alle weiteren Asylbewerber könnten spätestens nach vier Jahren die Gemeinschaftsunterkünfte verlassen. Beispiele aus anderen Bundesländern zeigten zudem, dass einfache Wohnungen nicht nur menschlicher, sondern auch preisgünstiger seien. Bei der Versorgung der Flüchtlinge mit Lebensmitteln schlug Kamm einen Kompromiss vor: "Wenn die Staatsregierung nicht über ihren Schatten springen kann, und den Flüchtlingen statt der Essenspakte kein Geld geben möchte, dann sollten sie auf Gutscheine für den Lebensmitteleinkauf umstellen."

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