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Anreise mit der Bahn

Die Anreise mit der Bahn nach Augsburg wird schwieriger.

Allgemeiner Hintergrund

Durch den Vollbetrieb der ICE-Linie München-Ingolstadt-Nürnberg, auf der Geschwindigkeiten von 300 km pro Stunde möglich sind, verliert Augsburg einen Teil der Züge München-Frankfurt-Rhein/Ruhr, München-Hamburg und München-Leipzig-Berlin. Wer von München nach Nürnberg will (62 Minuten Fahrzeit), kann das jetzt im halbstündlichen Takt haben, von München nach Berlin kann man jetzt alle zwei Stunden fahren, von München nach Ingolstadt jede Stunde und für die Strecke München-Frankfurt braucht man nicht einmal mehr drei Stunden, für München-Köln unter vier Stunden.

Geschichte

1949 fällt immer wieder der Strom in den Oberleitungen der Bahn zwischen München und Stuttgart aus, so dass es zu vielen Zugausfällen kommt. Vorübergehend werden sogar einige Fernreisezüge vom Fahrplan gestrichen. Die Züge auf der Strecke sind meist überfüllt. Erst nach und nach kann wieder so viel Strom zur Verfügung gestellt werden, dass die Züge planmäßig verkehren können.

Seit 1989 sind für Augsburg Zug um Zug viele Fernverbindungen nach Norden weggefallen. Dadurch bestehen tagsüber erhebliche Fahrplanlücken und die Erreichbarkeit Augsburgs und Schwabens vom Norden her könnte besser sein.

Neuerungen ab Dezember 2006

München-Nürnberg-Express: Auf der ICE-Neubaustrecke verkehren nun auch die schnellsten Nahverkehrszüge Deutschlands - mit 200 Stundenkilometern. Für Touristen sind diese Express-Nahverkehrszüge interessant, weil sie in Kinding (Altmühltal) und in Allersberg (Rothsee) halten.

Augsburg-Nürnberg: Durch die ICE-Neubaustrecke Ingolstadt-Nürnberg verliert Augsburg den Stundentakt im Fernverkehr nach Norden. Über Mittag geht es nur noch alle zwei Stunden von Augsburg nach Nürnberg, der letzte ICE nach Norden geht 18:24 Uhr von Augsburg nach Nürnberg, am Samstag sogar schon 16:14 Uhr! Umgekehrt kann man vormittags von Nürnberg nur 9:30 Uhr und 12:29 Uhr im Fernverkehr nach Augsburg fahren. Der letzte ICE von Nürnberg nach Augsburg geht um 20:29 Uhr ab, samstags um 18:29 Uhr. Die Regionalzüge verkehren in etwa so regelmäßig wie vor 2006.

Augsburg-Leipzig-Berlin: Die Fahrt von Augsburg nach Berlin wird deutlich schneller. Berlin ist jetzt in weniger als sechs Stunden zu erreichen. Grund: die Beschleunigung zwischen Leipzig und Berlin Hbf. Es bleibt in den Hauptverkehrszeiten beim Zweistunden-Takt. Man kann in Ingolstadt oder Nürnberg aber auch auf die von München kommenden ICE umsteigen, die im Stunden-Takt verkehren.

Augsburg-Würzburg-(Ansbach)-Norddeutschland: Diese Strecke wird stark heruntergefahren: von 17 ICE-/IC-Zügen auf nur noch elf, wovon drei nur vorübergehend eingesetzt werden sollen. Man wird also oft in Nürnberg umsteigen müssen, wenn man weiter nach Würzburg oder Norddeutschland oder von dort nach Augsburg gelangen will.

Stuttgart-Ulm-Augsburg-München: Auf dieser Strecke fallen 12 ICE weg. Von Sonntag auf Montag verkehrt auf dieser Trasse der neu eingeführte Nacht-IC zum Frankfurter Flughafen.

Allgäu-Berlin-Norddeutschland: Normalerweise bleibt Augsburg auf dieser Strecke weiterhin sinnvoll, da die Fahrt über München teurer ist und das Umsteigen in München den Zeitgewinn der Neubaustrecke meist wieder auffrisst. Was auch bleibt, ist die tägliche Intercity-Verbindung Hamburg-Oberstdorf über Augsburg und Kempten. Will man vom Allgäu Richtung Frankfurt oder Rhein/Ruhr, ist es besser über Ulm zu fahren.

Pendlerzüge nach München: Hier kommt es zu Verschiebungen im Minutenbereich und für die Rückfahrt von München zum Wegfall von einigen ICE-Verbindungen. Bis man sich daran gewöhnt hat, ist ein Blick in den Fahrplan unerlässlich. Positiv: Am Morgen verkehrt zusätzlich ein ICE nach München (Augsburg ab 8:39 Uhr).

Allgäu-Schwaben-Takt: Prinzipiell bleibt es beim Stundentakt, allerdings auf der Strecke Memmingen-Lindau nur noch beim Zweistunden-Takt. Aus Oberstdorf, Memmingen und Kempten verkehren die Züge jetzt abwechselnd nach Augsburg und nach München. In Buchloe kann man umsteigen.

Allgäu-Franken-Express: Dieses Angebot ist neu. Es handelt sich um Nahverkehrszüge, die mit ihren 160 Stundenkilometer nur unwesentlich langsamer sind als die ICE. Der Express verkehrt von Lindau/Kempten über Augsburg durchgehend nach Nürnberg und darf mit Nahverkehrsfahrkarten benutzt werden, was attraktiv ist.

Orient-Express: 2007 wurde der legendäre Orientexpress von Wien nach Paris eingestellt (10. Juni). Stattdessen wurde eine eine TGV-Verbindung eingerichtet. Am 7. Dezember 2007 kam der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV anlässlich seiner Jungfernfahrt von Paris nach München auch nach Augsburg - sozusagen als Vorbote einer Magistrale von Paris über Bratislava nach Budapest. Vertreter der Stadt, aus Politik, Wirtschaft und Kultur empfingen den TGV bei seinem ersten Augsburger Halt. Seit 9. Dezember 2007 verkehrt der TGV zwischen Paris und München täglich und braucht sechs Stunden für die Strecke.

Veränderungen 2008

Der Zugfahrplan, der im Dezember 2008 in Kraft trat, gab schon einen Vorgeschmack auf den Regio-Schienen-Takt, denn er verband die gesamte Region Augsburg im Halbstundentakt.

Veränderungen ab 2010

Durch die Fahrplanänderungen der DB Regio AG vom 12. Dezember 2010 sind wichtige Verbindungen im Berufs- und Ausbildungsverkehr zwischen Augsburg und Nürnberg gestrichen worden: die Verbindungen ab Augsburg um 7:18 Uhr (RE 3382) und ab Nürnberg um 8:35 Uhr (RE 3383). Durch ihr Wegfallen blieben nur langsamere oder teurere Verbindungen übrig, um rechtzeitig anzukommen. So musste man ab diesem Zeitpunkt um 6:28 Uhr ab Augsburg fahren und zudem in Treuchtlingen umsteigen, um etwa zur gleichen Zeit in Nürnberg zu sein wie bisher mit dem RE 3382.

augsburg.tv-Beitrag vom 29. November 2011 zu den Folgen von Stuttgart 21 für Augsburg und die Region

Im Jahr 2011 wurde der viergleisige Ausbau der Strecke Augsburg – München fertig gestellt. Trotzdem konnte in den 1970er Jahren ein D-Zug nach München ohne Zwischenhalt in Pasing? die Strecke in 26 Minuten bewältigen und heute braucht er dafür mehr als eine halbe Stunde.

Seit Ende 2011 gehen von Augsburg aus die letzten Züge nach Dillingen? und Neuburg? schon um 21.54 Uhr ab, zuvor noch um 23.01 Uhr. Ähnlich ist es seit Ende 2011 auch in umgekehrter Richtung: Von Dillingen? nach Augsburg gehen die letzten Verbindungen am Wochenende um 22.17 Uhr und in der Woche um 22.24 Uhr. Von Neuburg? nach Augsburg fährt der letzte Regionalzug um 22.26 Uhr, wobei montags bis freitags eine Umsteigezeit von 32 Minuten in Kauf genommen werden muss.

Verbesserung der Bahnlinie Augsburg-München 2011

Veränderungen ab 2012

Am Fernverkehrsangebot von Augsburg nach Norden ist nach Christine Kamm zu kritisieren, dass Lücken von zwei Stunden im ICE–Angebot nach Norden klaffen. Ab etwa 18 Uhr gibt es die letzte zügige Verbindung nach Berlin, anschließend muss man mit Reisezeiten von über 10 Stunden rechnen, ein umsteigefreies Nachtangebot fehlt. Auf dem Rückweg von Berlin fährt die letzte direkte Verbindung schon zwischen 16 und 17 Uhr, anschließend geht es nur noch über Ingolstadt und die Paartalbahn?. Gleichzeitig klaffen bei den Schnellverbindungen Richtung Hamburg immer größere Lücken, Würzburg wird somit immer seltener oder nur auf Umwegen erreicht. Besonders fatal sind die immer seltener werdenden Schnellverbindungen nach Nürnberg. Die beiden Wirtschaftsräume Augsburg und Nürnberg sind eng miteinander verknüpft und brauchen eine gute Bahnverbindung. Nur eine Notlösung stellt es dar, wenn die Bayerische Eisenbahngesellschaft? den Nahverkehr mit für schnelle Verkehre nicht geeignetem Zugmaterial Regionalexpress-Ersatzverkehre zwischen dem Allgäu und Nürnberg betreibt, um die Fernverkehrslücken zu schließen.

Der Fahrplanwechsel im Dezember 2012 bedeutete eine Reduzierung der ICE-Nord-Verbindungen für Augsburg. Die Frühverbindung von Augsburg nach Berlin (Abfahrt 5:10 Uhr) fiel weg und von Leipzig verkehrte der ICE über Augsburg (10:07 Uhr) nach München nur noch an Montagen. Das bedeutete, dass Berlin von Schwaben aus per Bahn erst nach 12 Uhr erreichbar war.

In der Gegenrichtung entstand bei den schnellen Direktverbindungen von Nürnberg nach Augsburg eine Lücke von fast vier Stunden zwischen 8:28 Uhr bis 12:07 Uhr. Gestrichen wurde außerdem der Sonntagabend-Intercity von Augsburg (20:14 Uhr) nach Nürnberg.

Neu für Augsburg kam ab Dezember 2012 eine Intercity-Verbindung am Freitagnachmittag (Augsburg ab 15:48 Uhr) nach Hamburg und von Januar bis März ein Intercity freitags von Berlin (ab 11:09 Uhr) über Hannover (13:01 Uhr) und Augsburg (17:28 Uhr) nach München. Ein ICE bekam in Günzburg um 8:11 Uhr auf der Fahrt nach Augsburg und München einen neuen Halt.

Im Januar 2013 beantragte Christine Kamm die Anmeldung des Überholgleises bei Meitingen zum neuen Bundesverkehrswegeplan, nachdem am 4. Dezember 2012 die Vorauswahl zu den Schienenverkehrs- und Wasserstraßenprojekten für die bayerische Anmeldeliste zum neuen Bundesverkehrswegeplan 2015 bekannt gegeben worden war. In dieser 23 Projekte umfassende Liste war das Überholgleis bei Meitingen nicht enthalten, obwohl ohne weiteren Ausbau der Nahverkehr zwischen Augsburg und Donauwörth weiterhin "Stolpertakt" bleiben wird. Ohne Ertüchtigung sei zudem eine Taktverdichtung im Augsburger-Regio-Schienen-Takt nach Norden kaum realisierbar. Bis 2013 gab es keinen echten Taktverkehr auf der Strecke. Dies führte zu einer verringerten Kundenakzeptanz und verursachte massive Probleme bei der Anbindung in getaktete Bus- und Straßenbahnverkehre. Bei einer Vielzahl der Verbindungen gab es zudem planmäßige Verspätungen aufgrund von Fernverkehrsüberholungen, z. B. in Meitingen und Gersthofen. Bis zu 80% der Verspätungsminuten entstanden damals beim Fugger-Express durch "Zugfolge", also Kapazitätsengpässe auf der Schiene. Eine wesentliche Ursache lag bei Konflikten mit dem Fern- und Güterverkehr. Verspätungen im Fernverkehr führten gerade auf den zweigleisigen Trassen westlich und nördlich von Augsburg zu erheblichen Störungen im Regionalverkehr. Aufgrund des hohen Bedarfs von Pendlern? sei aber zudem eine weitere Taktverdichtung vonnöten. Richtigerweise ging das Regional-S-Bahn-Konzept bislang von einem 15-Minuten-Takt zu den Hauptverkehrszeiten aus. Der drittgrößte Wirtschaftsraum Bayerns benötige weiterhin ein gutes Fernverkehrsangebot nach Norden. Der Fernverkehr dürfe nicht ausgedünnt werden. Es mache keinen Sinn, Fernverkehre in immer kürzeren Zeitabschnitten von München über die Neubaustrecke nach Nürnberg zu schicken, und die bevölkerungsreiche und wirtschaftlich dynamische Region Augsburg – Donauwörth abzuhängen. Sonst verschenke die Bahn zu viele Kundenpotentiale. Dazu komme die Zunahme des Güterverkehrs. Laut der Verkehrsprognose 2025 sollte der Schienengüterverkehr von 37 Milliarden Tonnen-KM im Jahr 2007 auf 55 Milliarden Tonnen-KM im Jahr 2025 anwachsen, das bedeutete eine Zunahme von 48%. Eine der betroffenen Hauptstrecken sei Würzburg / NürnbergMünchen - Salzburg. Ein erheblicher Teil des Güterverkehrs von München nach Nürnberg und Würzburg werde also über Augsburg und Donauwörth gefahren werden. Die Probleme beim Personenverkehr würden sich daher erheblich verschärfen, wenn die Strecke nicht ertüchtigt werde.

Zwischen 2003 und 2012 stieg die Zahl der Fahrgäste auf der Strecke von Augsburg nach München bedingt durch immer mehr Pendler um 65 Prozent.

Bahnhöfe

Bahnstrecken in der Region Augsburg

Sonstige Bahnthemen

Weblinks


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