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Altes Stadtbad
Ein kulturelles Erbe der Stadt Augsburg, das unter Denkmalschutz steht, aber immer noch als Hallenbad benutzt wird.
Allgemeines
Das Alte Stadtbad ist das zweitälteste Hallenbad in Bayern und damit ein kulturelles Kleinod, das geschützt werden muss. Wie das Volksbad Flensburg, das Volksbad Jena, das Volksbad Nürnberg, die Münster-Therme in Düsseldorf, das Müllersche Volksbad in München, das Stadtbad Lichtenberg, Neukölln und Oderberger Straße (alle in Berlin) handelt es sich bei dem Augsburger Alten Stadtbad um den Badeanstaltstyp Volksbad. Volksbäder waren öffentliche Badeanstalten mit Dusch- und Wannenbädern. Mit ihnen wollte man vor allem den Unterschichten die Möglichkeit zur umfassenden Körperhygiene bieten. Die ersten Volksbäder entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts in England. Das erste deutsche Volksbad eröffnete 1855 in Hamburg.
Zu diesen Volksbädern schrieb Meyers Konversationslexikon von 1888: „Eine größere Bedeutung haben in der neuesten Zeit die Volksbrausebäder erlangt, welche den unbemittelten Volksklassen die Wohlthat gesundheitsfördernder Reinigungsbäder gewähren sollen. Während das in England seit etwa 40, in Deutschland seit ungefähr 35 Jahren in Aufnahme gekommene öffentliche Badewesen die Brausebäder früher nur in Verbindung mit anderen Bäderarten (...) kannte, haben sich dieselben als selbständige und ausschließliche Form für Volksbadeanstalten erst neuerdings, insbesondere seit der 1883 in Berlin veranstalteten Hygieneausstellung Eingang verschafft (...). Die Bedingung, ein warmes Reinigungsbad für einen dem Einkommen der ärmeren Bevölkerungsklassen entsprechenden Preis liefern zu können, wird durch das Brausebad erfüllt. (...) Zellen von etwa 1,5 m Länge und 1,10 m Breite werden mit einer festen Brause für warmes Wasser u. einer Schlauchbrause für kaltes (bei Frauenbädern auch für warmes) Wasser versehen. (...) Ein einfacher Ecksitz, darüber ein Kleiderrechen und ein kleiner Spiegel sowie ein in der Nähe der Brause befestigter Seifenapf vervollständigen die Ausstattung der Zellen. Diese Einfachheit, besonders aber das Fehlen jeden Badegefäßes und somit der Gelegenheit zur Ablagerung von Unreinlichkeiten und Ansteckungsträgern machen die Brausebäder namentlich vom hygienischen Standpunkt aus zu einer überaus geeigneten Form für Volksbäder. Durch Zusammenlegung einer größern Zahl von Zellen wird die Badeanstalt gebildet, zu deren Vervollständigung dann noch eine Wäscherei, (...) Aborte und Gerätegelasse gehören.“
Das Augsburger Volksbad liegt in der Stadtmitte am Fuß des Schmiedbergs? und wurde im Jugendstil ausgeführt. Seit Beginn verfügte es über zwei Schwimmhallen. Die Beckenabmessungen der großen Schwimmhalle ("Männerhalle") betragen 22,5 x 11,8 m, die Beckenmaße der kleinen Schwimmhalle ("Frauenhalle") 17 x 8 m, die Wassertiefe reicht von 0,90 bis 2,60 m. Außerdem gab es Wannenbäder, Schwitzbäder, ja sogar ein Hundebad. Früher war auch eine Wäscherei im Stadtbad. Heute gibt es ein vom Bad aus zugängliches Café, ein besonderes Wellness-Angebot und einen Saunabereich mit einer Finnischen Sauna, einem römisch-irischen Schwitzbad und einer Biosauna.
Heute besuchen etwa 50.000 Badegäste pro Jahr das Stadtbad.
Geschichte
Bau und erste Jahre
In der Nähe des heutigen Alten Stadtbades gab es schon früher Badeanlagen. Bis 1885 stand am Mauerberg 26 das so genannte Mauerbad. Auch das Kellerbad am Schmiedberg? 10 lag in der Nähe, war aber schon 1794 geschlossen worden. Die Ursprünge der Bäder gingen ins 14. und 15. Jahrhundert zurück. Nach der Badgerechtsame wirkten in diesen Bädern auch ein Arzt, ein Friseur und ein Bader. Weil aber auch das Mauerbad modernen Bedürfnissen nicht mehr genügte, schenkten zwei Geschwister der Industriellenfamilie Forster? in einer Stiftung der Stadt Augsburg am 18. April 1895 300.000 Goldmark mit dem Ziel, dafür ein so genanntes Volksbad zu errichten. Später - noch vor Baubeginn - erhöhten die Stifter den Schenkungsbetrag noch auf 360.000 Goldmark. Ein Nachfahre der Stifter ist übrigens der frühere Ex-Opel-Chef Carl-Peter Forster, wie die Augsburger Allgemeine herausgefunden hat.
Nach der Stiftung entschied 1896 der Stadtrat? die Planungen zu eröffnen und übertrug dem Oberstadtbaurat Fritz Steinhäuser? die Bauarbeiten, der von einem Architekten namens Stein unterstützt wurde. Zielvorgabe war, unnötigen Luxus auszuschließen, aber durch solide Konstruktion und die Verwendung bester Materialien auch begüterten Augsburgern etwas zu bieten, falls sie auf die Idee kommen sollten, das Stadtbad zu besuchen. Außerdem sollte ein Platz gefunden werden, der nahe den Arbeiterwohnungen in der Jakobervorstadt, aber auch an einer Hauptverkehrsader liegen sollte. Ein Volksbadkomitee, das andere Volksbäder Deutschlands besichtigte, fand schließlich den Bauplatz neben der ehemaligen Schwemme?. Die Planungen zum Bad wurden 1901 beendet.
Der Baubeginn wird verschieden angesetzt: Das Augsburger Stadtlexikon schreibt von einem Baubeginn im Jahr 1902, die Wikipedia will wissen, dass der Baubeginn am 1. Mai 1901 war. Beide Quellen stimmen aber wieder darin überein, dass die feierliche Eröffnung nach zwei Jahren Bauzeit am 1. März mit einem "Schau-Schwimmen" endeten. Nach der Wikipedia sollen die Baukosten genau 952.246 Mark betragen haben. Die Kosten wurden vor allem durch den schlammigen Baugrund und technische Probleme, die angrenzende Kanäle verursachten in die Höhe getrieben. Nach dem „Müller’schen Volksbad“ in München war es damals das zweite Hallenbad, das in Bayern eröffnet wurde. Die technischen Anlagen des Bades waren damals auf dem modernsten Stand, vor allem das komplizierte Heizungs- und Lüftungssystem. Übrigens hat man das zweite Augsburger Hallenbad, das Plärrerbad? erst 1959 eingeweiht.
Zur Eröffnung und noch viele Jahrzehnte danach waren die Badeeinrichtungen nach Geschlechtern getrennt. Man durchschritt das grün geflieste Vestibül mit der Stiftertafel und ging zu den Wäscheausgabestellen. Danach begab man sich zu den Duschen, den Bädern, der Sauna oder zu dem jeweiligen Schwimmbecken.
Leider wurden schon bald Renovierungen fällig. So registrierte man schon 1908 und 1915 durch die Dampfentwicklung und Feuchtigkeit verursachte Schäden, die 1915 repariert wurden. Vor allem der Schimmelbefall der Gewölbedecken musste bekämpft werden.
In den Jahren 1925 bis 1929 wurde das Bad umgebaut und erneuert. Dabei beseitigte man Teile des Jugendstils, weil man jetzt die Neue Sachlichkeit als moderner empfand.
Während der Hochzeit des Bades in den 1930er-Jahren kamen jährlich bis zu 400.000 Badegäste ins Bad.
1944 erlitt das Alte Stadtbad bei Bombenangriffen schwere Schäden, wurde aber nach dem Krieg wieder instand gesetzt und zunächst vor allem durch die amerikanischen Soldaten genutzt. Nach und nach ließ man auch die Augsburger wieder in das Stadtbad, weil es für viele der unter der Wohnungsnot leidenden Menschen die einzige Möglichkeit zu einer umfassenden Körperhygiene war.
1981 musste man das Bad schließen, weil sich die Bausubstanz so verschlechtert hatte, dass das Bad einsturzgefährdet war.
Grundsanierung
Als Augsburg im Jahr 1985 ihr 2000-jähriges Bestehen feierte, sagte der damalige CSU -Ministerpräsident Franz-Josef Strauß? der Stadt 10 Mio. DM für die Renovierung des Bades zu.
Zwischen 1987 und 1992 sanierte man das Bad für etwa 13 Mio. DM (so die Wikipedia) bzw. für 24,5 Mio. DM (so das Augsburger Stadtlexikon). Die Länge der Sanierung ist auf Lecks der Edelstahl-Auskleidung der Schwimmbecken zurückzuführen, die man nur sehr schwer finden konnte. Die Wiedereröffnung des Bads fand am 28. März 1992 statt - jetzt so, dass die beiden Schwimmhallen nicht mehr getrennt waren. Wegen den neuen technischen Anforderungen an einen modernen Bäderbetrieb mussten einige Kompromisse gegenüber der Denkmalpflege eingegangen werden.
Am 31. Oktober 2009 fand die erste Halloween-Nacht für Kinder und Eltern im Alten Stadtbad statt.
Verkaufspläne
Im Jahr 2009 wurde im Saunabereich des Alten Stadtbades die finnische Sauna renoviert. Die notwendigen Renovierungen der Fassade für geschätzte 300.000 € und der Dampfsauna für geschätzte 400.000 € waren 2009 von der Stadt nicht aufzubringen. Deshalb kamen im November 2009 der damalige CSU -OB Kurt Gribl und der damalige zweite Bürgermeister Hermann Weber? (ebenfalls CSU) auf die Idee, das Stadtbad an einen privaten Investor zu verkaufen, was natürlich viel Kritik erzeugte, weil die Augsburger „ihr“ Altes Stadtbad lieben.
Dann wurde aber rechtzeitig zur kalten Jahreszeit der erste Bauabschnitt der Sanierung der Sauna im alten Stadtbad abgeschlossen. Somit konnte nach längeren Reparaturarbeiten in der Sauna- und Wellnesswelt im wunderschönen Jugendstiltempel wieder relaxt und entspannt werden. Die Wiedereröffnung wurde am 7. und 8. Dezember 2009 gefeiert.
Schon im Januar 2010 wurden 4.500 Unterschriften gegen den Verkauf des Alten Stadtbades gesammelt und Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl übergeben.
Typisch für die Kritik am Verkauf war z. B. die Presseerklärung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die schrieben: "Das Stadtbad ist durch seine Jugendstilbauweise und seine zentrale Lage bei den Augsburgerinnen und Augsburgern sehr beliebt. Seit Generationen nutzen viele Menschen von jungen Familien, über Schulklassen, bis hin zu Senioren das Bad. Es ist das zweitälteste Hallenbad in Bayern und damit ein kulturelles Kleinod, welches geschützt werden muss. Für die GRÜNEN sind Bäder ein Gut der öffentlichen Daseinsvorsorge. Durch einen Verkauf drohen unabwägbare Preissteigerungen, was einen weiteren Ausschluss der oben genannten Bevölkerungsgruppen aus dem öffentlichen Leben und der Teilhabe innerhalb gesellschaftlicher Freizeitaktiviäten zur Folge hätte. Das Bad darf sich nicht zu einem reinen Event- oder Spaßbad mit hohen Eintrittsgebühren entwickeln. Genau dies droht, wenn ein privater Investor Hand an das Alte Stadtbad legen darf. Die aktuelle Kombination aus Bade- und Wellnessangeboten ist ein richtiger Weg und ausreichend. Das Alte Stadtbad wurde aufgrund einer Spende von Augsburger BürgerInnen errichtet und in seiner langen Geschichte u.a. zur 2000-Jahre Feier der Stadt Augsburg mit einem finanziellen Zuschuss des damaligen Ministerpräsidenten der CSU saniert. Die aktuelle Stadtregierung sollte den Stellenwert und die Bedeutung dieses Juwels für die Augsburgerinnen und Augsburger nicht unterschätzen. Ein Verkauf ist keine Option zur Sanierung des Haushalts. Der geplante Verkauf des Stadtbades ist eine Luftnummer im Haushaltsentwurf. Wer soll ein defizitäres Bad kaufen? Vor Jahren wollte die Stadt den Glaspalast verkaufen, aber sie hat lange keinen Käufer gefunden und sie musste dafür viele Jahre den Schuldendienst teuer bezahlen."
Laut einer Pressemitteilung von Christine Kamm (4. Februar 2010) sind für das Alte Stadtbad 1.457.181 € aus Mitteln des kommunalen Finanzausgleichs und 4.097.442 € aus Bundes- und Landesmitteln der Städtebauförderung gelossen. Aus diesem Grund könne das Alte Stadtbad nicht privatisiert werden, weil mit diesen Steuergeldern die Verpflichtung verbunden gewesen sei, das Stadtbad als Baudenkmal und als öffentliches Hallenbad mit ortsüblichen Eintrittsgeldern zu erhalten sowie für den Schulsport zu sichern. Wenn das Bad an einen privaten Nutzer verkauft werde, müsse dieser die drei Punkte gewährleisten oder die Stadt Augsburg die Fördermittel anteilig zurückzahlen, somit einen Betrag, der nach Christine Kamm um die 1,8 Millionen Euro liegt. Als Anlage zu ihrer Pressemitteilung verweist Frau Christine Kamm auf die Antwort des Staatsministeriums der Finanzen auf eine diesbezügliche Anfrage von ihr und zitiert die Antwort, die im Februar 2010 gegeben wurde, folgendermaßen:
„Für die Generalsanierung des Stadtbades erhielt die Stadt Augsburg aus Mitteln des kommunalen Finanzausgleichs nach Art. 10 FAG Zuweisungen in Höhe von insgesamt 1.457.181 €. Die Förderung erfolgte nach den allgemeinen Bestimmungen der Förderrichtlinie FA-ZR für die anteilige Nutzung des Stadtbades für Zwecke des Schulsports. Die Fördermittel sind nach den haushaltsrechtlichen Bestimmungen im Falle einer zweckwidrigen Verwendung zurückzuerstatten. Sofern eine Nutzung als Schulschwimmbad im bisherigen Umfang weiterhin gewährleistet ist, kann nach Maßgabe des Förderrechts auf eine Rückforderung der Fördermittel nach Art. 10 FAG verzichtet werden. Die Zweckbindungsfrist beträgt 25 Jahre. Sollte es im Falle einer zweckwidrigen Verwendung zu einer Rückforderung kommen, sind die gebundenen Fördermittel zeitanteilig zurückzufordern.
Hinsichtlich der Gewährung von Städtebauförderungsmitteln nimmt das Staatsministerium des Innern gesondert Stellung. Staatsminister Joachim Herrmann antwortet: Die Gesamtkosten der Sanierung betrugen gemäß Verwendungsnachweis der Stadt Augsburg vom 15.10.2001 12.884.900 €. Als förderfähige Kosten im Bund-Länder- Städtebauförderungsprogramm wurden 6.186.632 € anerkannt. Die Finanzhilfen von Bund und Land betragen 4.097.442 €, davon Landesfinanzhilfen der Städtebauförderung in Höhe von 1.909.880 €. Zusätzlich wurden Finanzhilfen nach Art. 10 FAG gewährt. Insoweit wird auf die Antwort des dafür zuständigen Staatsministeriums der Finanzen verwiesen. Nach Auskunft der Regierung von Schwaben liegt ein Vertrag der Stadt Augsburg über einen eventuell beabsichtigten Verkauf bislang nicht vor. Ziel der Städtebauförderung war der Substanzerhalt des Baudenkmals. Sofern der Erhalt des Baudenkmals weiterhin gewährleistet ist, die Nutzung als öffentliches Hallenbad mit ortsüblichen Eintrittsgeldern unverändert bleibt und der Verwendungszweck vertraglich gesichert wird, besteht kein Anlass Mittel der Städtebauförderung von der Stadt Augsburg zurückzufordern. Der Bewilligungsbescheid vom 08.09.1987 hatte die AnBest-K (die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung an Kommunale Körperschaften - Anlage 3a zu den VV zu Art 44 BayHO) und die damals gültigen Städtebauförderungsrichtlinien als Förderbedingungen zur Grundlage. Im Falle einer zweckwidrigen Verwendung würde die Regierung von Schwaben im Wege der Einzelfallprüfung über die Höhe der Rückforderungen als Bewilligungsbehörde entscheiden. Die Bewilligungsbehörde kann von einem Widerruf des Zuwendungsbescheids absehen, wenn seit Fertigstellung der Maßnahme 25 Jahre vergangen sind. Ist dies nicht der Fall, sind die gebundenen Fördermittel zeitanteilig zurückzufordern.“
Von Rainer Schönberg (Freie Wähler) und Rose-Marie Kranzfelder-Poth? (FDP?) kam um den 10. Februar herum der Vorschlag, die städtische WBG? solle auf dem Ölhöfle? inter dem Bad ein kommunales Parkhaus bauen. Das habe mehrere Vorteile: Man könne aus den Einnahmen und der Parkraumrücklage? das Defizit des Bades decken und gleichzeitig auf die Privatparkhäuser Druck ausüben, dass sie ihre Parkgebühren senken.
Nachdem der Finanzausschuss? des Stadtrats? beschlossen hatte, einen Käufer zu suchen, weil man jede verkaufte Eintrittskarte mit 13 Euro subventionieren müsse, bildete sich Mitte Februar 2010 eine Initiatiorengruppe, die den Verkauf des Alten Stadtbades durch ein Bürgerbegehren verhindern will. Als Alternative zum Verkauf gebe es ein neues Betriebskonzept für alle städtischen Bäder oder die Möglichkeit, die Öffnungszeiten zu ändern, meinte die Initiatorengruppe im Februar 2010. Auch die SPD, der Deutsche Gewerkschaftsbund? und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollten das Bürgerbegehren unterstützen.
Details
Bäderbetrieb
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Die Wassertemperatur beträgt ständig 28,5 ° C und liegt damit etwas über der Normaltemperatur der anderen Augsburger Hallenbäder, die 27 ° C beträgt. Im großen Becken gibt es Massagedüsen, auf der Galerie des Bades finden sich eine Sonnenwiese und ein Ruhebereich mit Sitz- und Liegemöglichkeiten.
Jeden Mittwoch zwischen 14 und 17 Uhr findet ein Kindernachmittag statt, bei dem im Becken auch Spielgeräte benutzt werden können.
Es gibt ein Café, das verpachtet ist und etwa 30 Sitzplätze hat. Badegäste können sich hier erfrischen oder stärken. Jeden Donnerstag gibt es in diesem Café besondere Kombiangebote: 7.00 bis 8.00 und 8.00 bis 9.00 Uhr "Frühstück und Schwimmen". Es gibt frische Salate, kleine Mittagstische, hausgemachten Kuchen, Sonntagsfrühstück etc. Darüber hinaus bietet man eine wechselnde Tageskarte, Entspannungstage, Badeparties, Geburtstagsfeiern und Catering. Auch geschlossene Feiern können im Café des Stadtbades organisiert werden.
Die Wellness-Angebote sind sehr reichhaltig: So werden angeboten Abhayanga Ganzkörpermassagen mit warmen Kräuteröl, Shirodhara-Stirnguss mit warmem Kräuteröl, Art Reum - Behandlung für den Nacken-, Schulter- und Rückenbereich mit Naturfango und Fußmassage, Nacken-Energiepunkt-Massage, Royal Lakshmi - ayurvedische Gesichtsbehandlung inklusive Bauch-, Fuß-, Hand- und Energiepunktmassage, Ayurvedische Fußmassage mit Fußbad, Udara - Behandlung der Bauchregion, Gamathi - spezielle Beinbehandlung, verschiedene Kalari-Massagen, Ayurvedische Ernährungs - und Lebensempfehlung etc. Dazu kommen Massagen für den Rücken, die Fußreflexzonen, manuelle Lymphdrainagen oder Aromaölmassagen. Verschiedene Wellnessangebote lassen sich auch per Gutschein verschenken, wenn man jemandem etwas Gutes tun will. Außerdem gibt es im Wellness-Bereich noch ein Kosmetikstudio, das Gesichtsbehandlungen, Fußpflege, Maniküre, Blütenbäder, Färben, Enthaarung und Ganzkörperbehandlung anbietet. Verschiedene Wellness-Pakete mit Preisvorteilen runden das Angebot ab. Aufgrund der Reichhaltigkeit des Angebots kann das Alte Stadtbad durchaus als Wellness-Zentrum in der Innenstadt Augsburgs gesehen werden.
Das Gebäude
Wenn man das Stadtbad von außen betrachtet, macht es einen verwinkelten und lebhaften Eindruck. Alle Gebäudeteile sind rechteckig, die Dachhöhen sind unterschiedlich, alles gruppiert sich um einen Turm, der einen spitz zulaufenden Helm hat, dessen Dachziegeln teilweise glasiert sind. Das nord-südlich ausgerichtete Gebäude liegt dem Schmiedberg? zugewandt, hat drei Geschoße und der Eingangsbereich ist etwas nach hinten versetzt. In diesem Bereich ist die Verwaltung, das Café und das Vestibül mit Kassenbereich untergebracht. Ebenfalls in nord-südlicher Richtung liegt die so genannte "Frauenscchwimmhalle", rechtwinklig dazu die große "Männerschwimmhalle". Diese reicht mit ihrer Schildwand bis an den Mittleren Graben?. Die beiden Schwimmhallen wurden durch einen zweigeschossigen und flach gedeckten Bau, der nicht unterkellert war, verbunden. In ihm lagen früher die Wäscherei, darüber die Schwitzbäder und Duschräume samt dem Frigidarium, das nach außen durch einen Erker sichtbar wurde.
Zum Ölhöfle? hin lag das Kesselhaus mit Kohlenschuppen und Maschinenhaus. Das Maschinenhaus mit seinem 40 Meter hohen Schornstein ist nicht mehr erhalten. Blickte man von dieser Seite früher auf das Stadtbad, so hätte man es auch mit einer Fabrik verwechseln können.
Im Westen fließt direkt am Stadtbad der aus Hinterem und Mittlerem Lech gebildete und unter der ehemaligen Horbrücke? durchfließende Stadtbach? vorbei. Im Osten liegt der Stadtgraben. Der Wasserverbrauch des Stadtbads wird aber nicht durch den Stadtbach? befriedigt, sondern durch zwei etwa 30 Meter tiefe Brunnen im Ölhöfle?. In den Stadtbach? fließt nur gereinigtes Abwasser.
Beide Schwimmbäder waren zunächst grün gefliest, was für eine grüne Seefarbe sorgte. Über beide Schwimmhallen wölbt sich ein Tonnengewölbe. Es ist eine Eisenkonstruktion mit Rabitzverkleidung. In der Schnittansicht erkennt man eine halbe Ellipse. Die Hallen empfangen ihr Licht aus Thermenfenstern in den Stichkappen, durch verglaste Deckenöffnungen und hohen Rundbogenfenster in den Schildwänden. Früher hatten diese Rundbogenfenster Glasmalereien, die farblich mit den Wandmalereien unterhalb der Friese, die sich unter den Thermenfenstern hinzogen, korrelierten. In der Männerhalle zeigten die Wandmalereien Wasservögel, die leider nicht mehr erhalten sind, in der Frauenschwimmhalle Pfauen, die zwar bei der Renovierung 1989 entdeckt, aber nicht freigelegt wurden. In der Festschrift zur Eröffnung des Bades wird 1902 als exklusiver Schmuck ein riesiger Wandspiegel hervorgehoben, der aber auch nicht mehr erhalten ist.
Die Längswände des Bades sind zweigeschossig und bieten Platz für eine Galerie mit Umkleidekabinen. Zunächst waren es Jugendstilkabinen, doch sind sie mehrmals im Laufe der Zeit modernisiert worden. An der oberen Galerie zieht sich ein Gitter entlang. Bis 1915 war es ein Jugendstilgitter, doch wegen Rost und wegen Sicherheitsbedenken ummantelte man es mit Beton und verzierte es in klassizistischen Stilformen. 1950 ersetzte man in der Männerschwimmhalle diese Konstruktion durch ein modernes Gitter, die Gitter der Frauenschwimmhalle befreite man 1989 von der Ummantelung.
Früher bildeten gusseiserne Säulen das Stützensystem des Bades. Sie hatten Kapitelle, die mit Fröschen verziert waren. Leider mussten auch sie im Lauf der Zeit durch Betonträger ersetzt werden. Erst 1989 befreite man sie wieder von den Betonummantelungen und ersetzte die Trägerkapitelle durch neue Formen.
Die Beckenböden der Bassins werden von einer abfallenden Pfeilerkonstruktion aus Klinkersteinen gebildet und sitzen auf Pfahlrosten auf. Alles, was mit Wasser in Berührung kommt, ist mit Mosaikkacheln aus Mettlach/Saar gefließt (Firma Villeroy & Boch). Von hier stammen auch die Friese, die Schwäne (Finnische Sauna) oder Fische und Seerosen (Knetraum) darstellen. Auch die Heiß- und Warmluftbäder sind bis unter die Decke gekachelt.
Anreise
Sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie auch mit dem PKW ist das Alte Stadtbad gut erreichbar: Entweder man benutzt die Straßenbahnlinie 1?, die Buslinie 22?, 23? oder 35? und steigt bei der Haltestelle Pilgerhausstraße? aus. Von dort sind es höchstens zwei Gehminuten zum Bad. PKW-Fahrer können beim Nordeingang zum Bad im Ölhöfle? gegen eine geringe Gebühr für die Dauer des Badeaufenthalts parken.
Öffnungszeiten
Montag und Dienstag: 8 - 19 Uhr
Mittwoch: 8 - 21 Uhr, dabei 14 - 17 Uhr Kindernachmittag
Donnerstag und Freitag: 8 - 21 Uhr
An jedem 1. Freitag eines Monats ist von 8 - 23 Uhr (Sauna bis 24 Uhr) geöffnet.
Samstag: 8 - 20 Uhr
Sonntag: 8 - 20 Uhr
Während der Freibädersaison ist das Alte Stadtbad geschlossen. Die Freibädersaison reicht meist vom Mai bis September, ist aber wetterabhängig. Genaue Zeiten sind der Homepage der Stadt Augburg und der Augburger Allgemeinen zu entnehmen. Öffnungszeiten an Feiertagen gibt man per Aushang im Bad bekannt.
Öffnungszeiten des Stadtbades siehe auch hier: Stadtbad-Öffnungszeiten
Adresse
Stadtbad
Leonhardsberg? 15
86150 Augsburg
Tel. 0821/324-9779 (Auskunft für alle Augsburger Bäder)
Fax. 0821/324-9785
Weblinks
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